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Friedrichshafen Digitalisierung Friedrichshafens in den Blick genommen

Ein Forum innerhalb des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes (ISEK) für die Zeppelinstadt beschäftigt sich mit der künftigen Stadtentwicklung. Der Automobilzulieferer ZF AG bietet sich als Partner der Stadt an.

Welche Chancen, Risiken und Herausforderungen bringt die Digitalisierung für die Stadtentwicklung mit sich? Wie lässt sich der digitale Wandel gestalten? Im Rahmen des ISEK-Prozesses (Integriertes Stadtentwicklungskonzept) lud die Stadt zum Vortrags- und Diskussionsforum "Friedrichshafen auf dem Weg zur digitalen Stadt der Zukunft" in die Volkshochschule ein.

Wer hat ein Smartphone dabei, oder gar zwei? Wer kauft im Internet ein? Wer streamt Filme? Die Antworten auf diese Fragen zeigten, dass die Digitalisierung längst im Alltag angekommen ist. Klaus Illigmann, Stadtentwicklungsplaner in München, führte mit seinem Vortrag "Smart and the City – muss Stadtentwicklung neu gedacht werden?" ins Thema ein und stellte Projekte vor, die aktuell in der Landeshauptstadt laufen. Antworten auf Zukunftsfragen soll unter anderem das EU-Pilotprojekt "smarter together" geben. Autonomes Fahren, intelligente Straßenbeleuchtung, Carsharing und E-Mobilität sind nur ein paar Schlagwörter. Wolle man von A nach B, interessiere nicht die Anzahl der Kilometer, sondern die Zeit, die dafür benötigt werde. "Jemand kann mit dem Leihfahrrad bis zur S-Bahn fahren, von dort fährt er zwei Stationen und steigt dann aufs Carsharing-Fahrzeug um", beschrieb Illigmann ein Beispiel für eine Mobilität, die längst keine Zukunftsmusik mehr ist.

"Die Frage ist, wie wir uns intelligent vernetzen können, damit alle profitieren." 

Schnell wurde deutlich, dass Breitbandausbau eine minimale Anforderung ist. Vom Einkaufen über Arbeit, Wohnen, Bildung und Kultur bis hin zur Wasser- und Energieversorgung, Gesundheit und Kommunikation berührt die Digitalisierung alle Lebensbereiche. "Das macht das Thema so herausfordernd", so Illigmann. Sinnvoll sei, das Thema an einer Stelle anzusiedeln, die bereits integriert arbeite. Der IT-Bereich sei eher Mittel zum Zweck. Deutlich machte der Smart-City-Beauftragte, dass es immer um Daten und den Umgang mit ihnen geht. "Möchte man ein eigenes Modell oder werden es Google und Co. schon richten?", stellte er in den Raum. Die Stadt von morgen sei jedenfalls nicht die Stadt von heute mit etwas Digitalisierung. Der Stadt Friedrichshafen empfahl Illigmann, die Erfahrungen aus der Zeit als "T-City" systematisch auszuwerten. "Sie haben da einen ganz großen Vorteil im Vergleich zu anderen Städten."

Professor Jörg von Lucke von der Zeppelin-Universität, Gerhard Gumpoltsberger von der ZF AG, Thomas Goldschmidt vom Stadtmarketing, Monika Blank, Pressesprecherin der Stadt, sowie Alexandra Eberhard, Beauftragte für bürgerschaftliches Engagement der Stadt, beleuchteten das Thema auf dem Podium aus ihrem jeweiligen Blickwinkel. Für Blank ist Digitalisierung ein Thema, dem sich die Stadt stellen muss und will. "Dabei dürfen wir nicht vergessen, die Menschen mitzunehmen." Professor Lucke vermisst ein systematisches Technologiemonitoring. "Die Frage ist, wie wir uns intelligent vernetzen können, damit alle profitieren." 

Zunehmende Digitalisierung als Lernprozess

Eberhard sieht die zunehmende Digitalisierung als Lernprozess für Politik, Verwaltung und Bürger. "Wir müssen Schritt für Schritt vorgehen und aufbauend auf unseren Erfahrungen immer besser werden." Gumpoltsberger erwartet, dass ZF in Sachen Digitalisierung Partner der Stadt Friedrichshafen sein kann. "Wir arbeiten an smarten Lösungen und brauchen eine entsprechende Infrastruktur."

Aus Sicht des Einzelhandels sprach Goldschmidt: "Problem sind die kleinen Firmen, die gegen die großen ankämpfen müssen." Es gehe ihm aber auch darum, die analoge Welt weiterzuentwickeln. "Die Menschen sollen auch weiter in eine lebendige Innenstadt kommen." Moderatorin Stephanie Rahlf vom Büro KoRiS unterstrich, dass es bei der Digitalisierung nicht darum gehe, etwas zu ersetzen, sondern zu erweitern.

Vor allem Fragen zur Datensicherheit stellten die interessierten Besucherinnen und Besucher des Forums. An Stellwänden konnten sie die bisherigen ISEK-Ergebnisse zum Thema Digitalisierung kommentieren und ergänzen.


Stadtentwicklungskonzept

ISEK soll als langfristige Planungsgrundlage alle Themen der Stadtentwicklung behandeln. Beispiele sind Wohnen, Flächenentwicklung, Verkehr, Lärm oder Klimaschutz. Das Thema "Smart City" betrifft als Querschnittsthema viele Bereiche.

Die nächsten Schritte im ISEK-Prozess: Nach den zahlreichen Veranstaltungen 2016 wertet das Büro KoRiS (Kommunikative Stadt- und Regionalentwicklung) die Ergebnisse der Workshops aus und entwickelt das Handlungskonzept weiter. Der nächste öffentliche, vierte ISEK-Workshop wird voraussichtlich im zweiten Quartal stattfinden. Am Ende des ISEK-Prozesses steht ein Gemeinderatsbeschluss.

Weitere Informationen: www.isek.friedrichshafen.de

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