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Friedrichshafen Die Spuren der Minusgrade

14.02.2012


Die DLRG macht eine Eisrettungsübung und die Technischen Werke verzeichnen bereits den 14. Wasserrohrbruch seit Beginn der Kältewelle.

Die „Eiszeit“ am Bodensee ist mittlerweile in der dritten Woche und immer mehr Menschen schnüren sich die Schlittschuhe. Um gegen die Gefahren des eisigen Vergnügens gewappnet zu sein, hat die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) Bezirk Bodenseekreis am Sonntag eine Eistauch- und Eisrettungsübung auf dem BMK-Hafengelände in Langenargen gemacht.

Zum Übungsszenario der DLRG gehörten ein Übungstauchen unter Eis und ein paar kleinere Eisrettungsübungen. Am Übungstauchen nahmen vier Einsatztaucher der Einsatztauchergruppe des DLRG-Bezirks Bodenseekreis unter Leitung von Wolfgang Nickl teil. Gleichzeitig trainierten einige Jugendliche Rettungsschwimmer der DLRG-Ortsgruppe Meckenbeuren das Retten und Bergen von Personen bei einem Eisunfall. Dabei ging es um die Übungen zur Selbstrettung und die Fremdrettung mit Hilfsmitteln wie Seilen und einer Leiter.

Die Wasserschutzpolizei kontrolliert täglich die Beschaffenheit der Eisflächen (wir berichteten). Es sei zwar momentan alles stabil, aber Christoph Mandalka von der Wasserschutzpolizei sagt: „Ich wundere mich, wie unbeschwert die Leute auf dem Argenwehr herumlaufen, wo sich neben ihnen das Eis auftürmt und umstürzen könnte.“

Inzwischen steigen die Temperaturen langsam wieder. So lange es nachts -5 oder -6 Grad habe, bleibe das Eis fest, sagt Mandalka. Anderthalb Wochen werde es so mindestens noch gehen, ehe die zugefrorenen Wasserflächen zu tauen beginnen. Die Wasserschutzpolizei rät weiterhin zu stetiger Vorsicht. Gefährlich werde es bei steigenden Temperaturen auf dem Eis sobald sich Wasserpfützen oder Risse bilden, erklärt Mandalka. Daran und an lautem Krachen erkenne man, dass die Flächen nicht mehr tragen. „Wir werden die Eislage weiter beobachten.“

Während viele Leute die zugefrorenen Häfen, Flüsse und Mündungen genießen, halten Wasserrohrbrüche die Einsatzkräfte der Technischen Werke Friedrichshafen (TWF) und des Baubetriebsamts auf Trab. Am Sonntag sind in der Hochstraße und der Faberstraße zwei Wasserohre gebrochen. „Die gefrorene Erde drückt auf die Grauguss-Rohre“, erklärt Sebastian Dix, Pressesprecher der Technischen Werke. „Sie sind also nicht von innen geplatzt, sondern von außen gebrochen.“ Die Rohre liegen 1,20 bis 1,50 Meter unter der Erde und das Erdreich sei bis etwa 90 Zentimeter Tiefe gefroren, erklärt Dix. Durch den Frost werde die Erdmasse schwerer und übe Druck auf die Rohre aus. Seit einigen Jahren würden deshalb nur noch Kunststoffrohre verlegt.

Die beiden Rohrbrüche wurden am Sonntag sofort von Einsatzkräften der TWF und des Baubetriebsamts repariert. „Eine Baufirma hat mit einem Bagger ausgeholfen. Wir haben keinen eigenen.“ Die Arbeiten, an denen vier Mitarbeiter der TWF beteiligt waren, dauerten rund 12 Stunden. „Der gefrorene Boden musste aufgepickelt werden. Die Gussleitungen wurden mit Schellen repariert“, berichtet Dix.

Seit Beginn der Rekordkälte gab es in Friedrichshafen bereits 14 Wasserrohrschäden. Das seien aber die einzigen Wetterprobleme, die die Technischen Werke hätten. „Die Medien berichten, dass es in Süddeutschland Schwierigkeiten mit der Gaslieferung gibt. Bei uns ist das aber nicht so“, erklärt Dix.

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