Friedrichshafen-Ailingen – Den Bus verpasst? Das Auto springt nicht an? Der Weg zum Bahnhof ist zu weit? Diese Fragen gehören der Vergangenheit an, geht es um das Konzept „flinc – die spontane Mitfahrgelegenheit“, das von Studenten der Hochschule Darmstadt entwickelt wurde. Ailinger Bürger mit iPhone nehmen in der ersten Erprobungsphase eine wichtige Rolle ein, denn die Ortschaft ist Testort für die Praxistauglichkeit der innovativen Software. Im Ailinger Ortschaftsrat wurde „flinc“ vorgestellt und stieß bei den Räten auf breite Zustimmung „Es kann nur gut sein, wenn Fahrer nicht allein unterwegs sind und dadurch insgesamt weniger Autos auf den Straßen“, schickte Ortsvorsteherin Sandra Flucht der Präsentation voraus.
Seit Jahren sind Mitfahrzentralen für geplante Fahrten über weitere Strecken eine beliebte Anlaufstelle, schon längst auch im Internet. „Flinc soll nun die Chance bieten, sich auch auf Kurzstrecken zum Mitfahren zu vernetzen“, erklärte Kurt Bächle von T-City. Mittels iPhone und Navigationssystem vermittelt „flinc“ zwischen Fahrern und Leuten, die eine Mitfahrgelegenheit suchen, und zwar in Echtzeit. „Unser Ziel ist es, die Menschen innerhalb von fünf bis zehn Minuten zueinander zu bringen“, sagt Bächle. Der Fahrer gibt an, wie viel Cent er pro Kilometer haben möchte. Der Mitfahrer sieht den Preis im Vorfeld auf seinem iPhone. „15 Cent pro Kilometer sind realistisch“, so die Einschätzung von „flinc“-Geschäftsführer Klaus Dibbern. Dabei sehe sich „flinc“ nicht als Konkurrenz, sondern als Ergänzung zum öffentlichen Nahverkehr.
Ein Bewertungssystem, ähnlich wie bei der Internet-Auktionsplattform E-Bay, soll zur Sicherheit beitragen. Für Frauen soll es zum Beispiel Filter geben, damit von vornherein nur Autofahrerinnen vorgeschlagen werden, die gerade auf der gewünschten Strecke unterwegs sind. In Sachen Datenschutz war von den Entwicklern zu hören, dass das Konzept geprüft und als sicher eingestuft worden sei. Noch lebt das Unternehmen „flinc“ von den Einlagen der Gründer, die nach dem Studium den Schritt in die Selbstständigkeit gegangen sind, und ihrer Eltern. Wenn das Projekt ins Rollen kommt, profitiert „flinc“ vom prozentualen Vermittlungsanteil.
