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Friedrichshafen Das erwartete Ende eines Drogerie-Imperiums

05.06.2012
Friedrichshafen -  Angestellte von Schlecker wussten was auf sie zukommt. Friedrichshafener Filiale schließt voraussichtlich Ende Juni

Evelyn Anderson sortiert die letzten Produkte in die Regale der Schlecker-Filiale an der Hofener Straße. Ende des Monats sollen die Türen für alle Zeit geschlossen werden.  Bild: Pohl

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Über Monate hinweg standen die Zeichen schlecht. Am vergangenen Freitag dann der Paukenschlag: Für die Drogeriemarktkette Schlecker gibt es keine Rettung mehr.

Die ersten Reaktionen der Friedrichshafener waren eine Mischung zwischen Unverständnis und Mitgefühl mit den Betroffenen. Wie ein Wirtschaftsimperium wie Schlecker innerhalb weniger Jahre heruntergewirtschaftet werden kann, ist den Kunden ein Rätsel. Die Mitarbeiter selbst haben nach der Bekanntgabe des Firmenendes unruhige Nächte verbracht. So auch Evelyn Anderson aus der Friedrichshafener Filiale an der Hofener Straße: „Der Schock im Januar saß tiefer als vergangenen Freitag.“ Anderson war am Freitag bei der Arbeit, als das Fax einging, in dem das endgültige Ende der Firma mitgeteilt wurde. Dann war auch für sie klar: „Es wird kein Wunder mehr geschehen.“

Die Filialen der Drogeriemarktkette werden nicht von heute auf morgen geschlossen. Auch die Angestellten werden nicht sofort vor die Tür gesetzt. Trotz des Insolvenzverfahrens bei Schlecker gelten Kündigungsfristen – auch wenn diese nur noch maximal drei Monate betragen. Anderson weiß heute schon, sie bekommt Ende diesen Monats ihre Kündigung. Die Filiale an der Hofener Straße wird voraussichtlich Ende Juni geschlossen. „Wir haben noch keine Bestätigung, aber es hieß in der Mitteilung, dass Ende des Monats Schluss sei.“

Anderson, seit elf Jahren bei Schlecker angestellt, und zwei weitere Kolleginnen, elf und 17 Jahre beschäftig, verlieren durch die Schließung ihre Arbeitsplätze. „Wie es für mich nun weitergeht, weiß ich heute noch nicht“, sagte Anderson. Begreifen kann sie es immer noch nicht: „Das Geschäft lief doch gut. Aber da hängt eben mehr dran, als nur unsere Filiale.“ Der Gedanke an die Reaktionen der Anwohner und Kunden stimmt Anderson noch trauriger. „Viele Stammkunden sind betrübt. Sie haben hier immer gerne eingekauft.“

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