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Friedrichshafen Dank Chipimplantat: Katze nach zwei Jahren zurück

Wie wertvoll das Registrieren von Tieren sein kann, zeigt ein Fall einer Katze, die zwei Jahre lang vermisst wurde. Auch Tierärzte raten dazu, freilaufenden Haustiere registrieren zu lassen.

Das große Feld erstreckt sich am Waldrand und der Vierbeiner hat die größte Freude, dieses ohne Leine erkunden zu dürfen. Er rennt, springt und schnüffelt. Doch jeder Hundebesitzer weiß: Hat sein Kumpel erst einmal Witterung aufgenommen, scheinen dem sonst so treuen Gesellen jegliche Kommandos und Pfiffe gänzlich unbekannt. Doch was tun, wenn der Hund das Weite sucht und nicht mehr zurückkommt?

Der Friedrichshafener Tierarzt Andreas Thiele empfiehlt, Haustiere, die frei laufen dürfen, registrieren zu lassen. „Wird ein Tier aufgefunden, kann anhand der Registrierungsnummer die Herkunft des Tieres und die Kontaktdaten seines Besitzers ermittelt werden“, erklärt Thiele. Und innerhalb kürzester Zeit, haben Herrchen oder Frauchen ihren Ausreißer wieder zurück.

Während bei Katzen, heute noch oft praktiziert, eine Identifizierungsnummer ins Innenohr tätowiert wird, werden vor allem Hunde gechipt. Ein reiskorngroßes Glasstäbchen wird hierbei unter der Haut des Tieres implantiert. Was sich nach einem medizinischen Eingriff anhört, ist nichts anderes als ein kurzer Pieks mit einer Spritze. Schnell, ohne Narkose und für das Tier nicht unangenehmer als jede Impfung.

Dieser Chip enthält eine Identifikationsnummer, die aus einer 15-stelligen Zahl besteht. Die ersten drei Ziffern stehen für das Herkunftsland, die folgenden zwölf sind eine weltweit einzigartige Zahlenkombination.

Der Chip wird den Tieren an einer ungefähr vorgegebenen Stelle an der linken Halsseite eingepflanzt. Mit einem Lesegerät kann die Identifikationsnummer ausgelesen werden und beispielsweise in Europas größter Datenbank von „Tasso“ abgerufen werden. Wie Thiele jedoch weiß und gleichzeitig bemängelt, sind nicht alle Tiere, die gechipt sind, auch registriert. „Dann bringt der ganze Chip nichts, wenn das Tier nicht registriert ist und keine Kontaktdaten der Besitzer gespeichert sind.“ Aus Datenschutzgründen, kann ein Tierarzt oder ein Tierheim diese Daten nicht abrufen. Die Identifikationsnummer wird an Tasso übermittelt. Dort werden die Daten abgerufen, Tasso kontaktiert dann den ausgemachten Besitzer des Tieres und teilt ihm mit, wo sich das vermisste Tier befindet.

Doris Philipp, Leiterin des Tierheimes in Friedrichshafen, hat ständig mit Findlingen zu tun. „Bei unseren Fundtieren hält es sich die Waage. Die eine Hälfte ist gechipt oder gekennzeichnet, die andere nicht.“ Ihre Arbeit und die ihrer Kollegen ist bei registrierten Tieren leicht. „Innerhalb von wenigen Stunden können wir die Tiere an ihre Besitzer wieder übergeben. Bei nichtregistrierten Tieren ist es sehr schwer jemanden ausfindig zu machen.“

Einen Fall wird Philipp allerdings nicht so schnell vergessen: „Erst kürzlich haben wir eine Katze bekommen, die gechipt und registriert war. Nach der Übermittlung der Identifikationsnummer bekamen wir im Tierheim einen Anruf: Die Besitzerin erkundigte sich nach dem Aussehen der Katze und als dieses tatsächlich mit ihrem vermissten Tier übereinstimmte, war die Frau ganz perplex. Das Tier war seit zwei Jahren verschwunden und die Besitzerin lebt schon längst nicht mehr im Bodenseekreis.“

In den meisten Fällen büchsen Hunde nicht dauerhaft aus. Zwar sind die Wiesen und Wälder unheimlich interessant, doch irgendwann nervt es doch ganz schön, wenn der Zweibeiner am anderen Ende der Leine fehlt.

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