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Friedrichshafen DSDS-Casting in Friedrichshafen: Andrang hält sich in Grenzen

27.08.2012
Friedrichshafen -  Der Fernsehsender RTL bittet seit 12 Uhr in Friedrichshafen zum offenen Casting für "Deutschland sucht den Superstar" (DSDS). Der Andrang hält sich allerdings in Grenzen. Wo immer Massenjubelszenen, wie sie zu Staffelbeginn vieler Castingshows zu sehen sind, aufgezeichnet werden - in Friedrichshafen sah es am Mittag eher nicht danach aus.

 Bild: Kast/Wieland

 Bild: Christina Bömelburg

Auf gehts in den Truck: Die ersten Bewerber kommen ihrem Casting ein paar Schritte näher.  Bild: Christina Bömelburg

DSDS-Casting in Friedrichshafen. Der Andrang auf dem Romanshorner Platz hält sich allerdings in Grenzen.  Bild: Christina Bömelburg

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Es sind Sommerferien und alle sind da: Die Sänger, wegen denen die ersten Folgen vieler Castingshows einfach lustig sind. Die Talente, die im ersten Moment unscheinbar in der Masse untergehen. Und manchem  Bewerber, der sich in Friedrichshafen vor dem Casting-Truck für "Deutschland sucht den Superstar" angestellt hat, ist tatsächlich auf den ersten Blick eine Zukunft im Rampenlicht zuzutrauen. Allerdings gibt es in Friedrichshafen und Umgebung insgesamt offenbar nur wenige Superstar-Anwärter, die es über DSDS auf die großen Bühnen schaffen wollen.


Der Andrang auf dem Romanshorner Platz hält sich in Grenzen. Viele sind ohnehin einfach als Zuschauer gekommen oder wollen sich einmal vor dem Truck, auf dem der Titel der bekannten Castingshow prangt, fotografieren lassen. Ob der nächste RTL-Superstar nach Daniel Schuhmacher der zweite aus der Region sein wird? Die Auswahl scheint zumindest überschaubar zu bleiben.

Eine Chance hat aber zum Beispiel Superstar-Kandidatin Kübra Öztürk aus Weingarten. Die 21-jährige Schülerin konnte die Jury mit dem Titel "Do It Like a Dude" von Jessie J überzeugen und tritt am 3. Oktober in Berlin vor die Jury um Dieter Bohlen.

Wie die anderen Kandidaten abgeschnitten haben und welche Stimmen Friedrichshafen zu bieten hatte, sehen und hören Sie in unserem Video.



Der deutsche Casting-Dschungel
  • DSDS:

    Der Klassiker auf RTL. Seit der ersten Staffel 2002/03 hat sich das Konzept kaum geändert: Zuerst schimpft Dieter Bohlen ein bisschen über vermeintlich unfähige Kandidaten, in den "Recalls" wird ausgesiebt und in den "Mottoshows" wird gegeneinander angesungen, bis am Ende nur noch einer kann. Der- (oder seltener auch die-)jenige darf sich schließlich über einen Plattenvertrag freuen und dem Starruhm steht nichts mehr im Wege. Oder so ähnlich.

    Von sinkenden Einschaltquoten unbeirrt lässt RTL momentan für die zehnte Ausgabe der Show casten - man darf gespannt sein, wie lange sich der nächste "Superstar" im Musik-Business halten wird.

  • Popstars:

    Die altehrwürdigste der deutschen Castingshows. Seit 2000 werden mehr oder weniger talentierte Kandidaten über Wochen in ein Haus gesperrt, wo sie in die Geheimnisse des Showgeschäfts eingeweiht werden. Der offensichtlichste Unterschied zu DSDS: Hier werden keine Solokünstler, sondern gleich ganze Bands zusammengesucht - was (zumindest in einigen Fällen) in der Vergangenheit tatsächlich auch zu einer erhöhten Halbwertszeit der Castingsieger geführt hat. Detlef D! Soost, anfangs nur als Coach tätig, ist mittlerweile für Popstars das, was Dieter Bohlen für DSDS ist.

    Während Dieter wenigstens noch so tut, als würde er seine Jury-Kollegen nach dem Kriterium "Kompetenz" aussuchen (Natalie Horler, Bruce Darnell), greift Herr Soost mittlerweile auf ehemalige Teilnehmer der Show (Lucy Diakovska, Ross Antony, Senna Guemmour) zurück. Im Grunde genommen ein geniales (und furchterregendes) Konzept: Unendlich ließe sich die Sendung nach diesem Muster weiterführen.

    Einziger Lichtblick: Auch Popstars, übrigens ebenfalls in der zehnten Staffel, hat derzeit mit sinkenden Einschaltquoten zu kämpfen.

  • The Voice of Germany:

    Als Anti-DSDS beworben, wollte "The Voice of Germany" alles besser machen: Eine kompetente Jury, talentierte Kandidaten, keinerlei Bloßstellung von weniger begabten Teilnehmern und eine spannende Neuerung, bei der die Jury den Kandidaten erst sehen darf, nachdem sie sich für oder gegen dessen Weiterkommen entschieden hat. Tatsächlich ging das Konzept auf und die Sendung erhielt großes Lob von allen Seiten - nur nicht von den Fernsehzuschauern. Schwache Quoten begleiteten die Sendung,lediglich in der jungen Zielgruppe schnitt "The Voice" ganz passabel ab.

    Übrigens, Ivy Quainoo hieß die Gewinnerin der ersten Staffel im Februar 2012. Ihr erstes Album war recht erfolgreich, für das Frühjahr 2013 ist ein zweites angekündigt. Musikkritiker bescheinigen ihr das Potential, sich dauerhaft in der Musikszene zu etablieren. Bleibt zu hoffen, dass sie Recht behalten.

  • X Factor:

    Das fast schon legendäre britische Casting-Format "The X Factor" vom englischen Jury-Papst Simon Cowell wurde 2010 von VOX nach Deutschland importiert. Sarah Connor heißt hierzulande die Konstante, ihre Jurykollegen waren bislang ebenfalls vom Fach. Den Gewinnern der ersten beiden Staffeln, Edita Abdieska und David Pfeffer, nützte das nichts: Sie sind noch schneller in der Versenkung verschwunden als die DSDS-Sieger. Die dritte Staffel startete mit schwachen Quoten und - bis auf Sarah Connor - neuer Jury. Trompetenkönig Till Brönner, der die letzten beiden Male mit seinem Kandidaten ganz vorne lag, hatte diesmal angeblich keine Zeit mehr für den Job neben der zuweilen zickigen Connor. In der neuen Staffel dürfen deshalb neben "Hyper-Hyper"-H.P. Baxxter auch Guano-Apes-Frontfrau Sandra Nasic und Musikproduzent Moses Pelham ihr Glück versuchen.

  • Star Search:

    Na, wer erinnert sich noch? Star Search, lief das nicht mal auf Sat1? Ganz genau - zwei Staffeln ließ der Sender produzieren, wohl in der Hoffnung, ähnliche Erfolge wie die amerikanische Ausgabe zu erzielen: Die nämlich brachte solch nahmhafte Künstler wie Justin Timberlake, Britney Spears, Christina Aguilera, Destiny's Child und Usher hervor. Und wer erinnert sich noch an Florence Joy Büttner und Maresa Maisenbacher? So hießen zwei der Gewinner der Show, die sich zur Aufgabe gemacht hatte, in gleich vier verschiedenen Kategorien Stars hervorzubringen: Music Act von 10-15 Jahren, Music Act ab 16 Jahren, Model und Comedian.

    Der einzige dieser Stars, der noch hin und wieder öffentlichkeitswirksam auftritt, ist Martin Kesici. Der ist mittlerweile Sänger der ROckband "The Core" und beehrt regelmäßig Edelformate wie das Dschungelcamp oder das Pro7-Promiboxen.

  • SSDSGPS und SSDSSSWEMUGABRTLAD:

    Man schrieb das Jahr 2003, als Stefan Raab seinen Beitrag zum grassierenden Casting-Wahn leisten wollte. Angespornt durch das Versprechen von NDR-Unterhaltungschef Jürgen Meier-Beer, dem Gewinner eine Grand-Prix-Wildcard zu spendieren, sollte dieser Erfolg in den Charts haben, ließ Raab Kandidaten zu "Stefan sucht den Super-Grand-Prix-Star" antreten. Max Mutzke hieß am Ende der Sieger und belegte mit seinem Nummer-1-Hit "I Can't Wait Until Tonight" beim Eurovision Song Contest den achten Platz.

    SSDSSSWEMUGABRTLAD (aus Platzgründen wird dieses Akronym nicht weiter erklärt) entstand aus einem Streit zwischen Stefan Raab und RTL, das dem zuvor bei DSDS ausgeschiedenen Kandidaten Max Buskohl verbot, bei TV Total aufzutreten. Die Show lief 2007 und wurde von der Schweizerin Stefanie Heinzmann gewonnen.


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