Friedrichshafen Busbahnhof soll Tor zur Stadt bleiben

Der Gemeinderat beschließt den Verbleib auf der Südseite – allerdings ist der Bahnhofsvorplatz größtenteils noch nicht in Besitz der Stadt. Doch das soll sich bald ändern.

In der gestrigen Gemeinderatssitzung gab es gleich zwei wichtige Erkenntnisse in Sachen Busbahnhof. Zum einen stimmte der Gemeinderat mit einer Gegenstimme (Christine Heimpel, SPD) dafür ab, dass der Busbahnhof weiterhin auf der Südseite auf dem Vorplatz des Stadtbahnhofs bleibt. Die Idee, ihn auf die Nordseite des Gebäudes zu verlagern, ist somit grundsätzlich vom Tisch. Andererseits stellte sich heraus, dass der Großteil dieses Platzes gar nicht in städtischem Besitz ist, sondern der Deutschen Bahn gehört. Nun will die Verwaltung mit der Bahn über einen Kauf der südlichen und nördlichen Flächen verhandeln, schließlich soll der Vorplatz im Rahmen eines großen Ideen-Wettbewerbs samt Uferpark und Friedrichstraße neu gestaltet und verkehrstechnisch organisiert werden.

Für die Nordseite sieht Baubürgermeister Stefan Köhler längerfristig "eine hochwertigere Bebauung" in Form von Wohngebäuden vor. Die Südseite, also der Bahnhofsvorplatz samt Busbahnhof, soll nicht überbaut werden. "Das wäre ein städtebaulicher Frevel", sagte Stadtplanungsamt-Chef Klaus Sauter. Zudem befinden sich unter dem Vorplatz noch stollenartige Bunkeranlagen, deren Beseitigung sehr teuer und aufwendig wäre. Allerdings – so sind sich Verwaltung und Gemeinderat einig – muss der Busbahnhof in den nächsten Jahren neu gestaltet und aufgewertet werden. Dazu gehören beispielsweise Überdachungen. Doch genau das könnte noch problematisch werden, weil das Stadtbahnhof-Gebäude unter Denkmalschutz steht. "Die Gefahr des Ensembleschutzes ist da", erklärte Oberbürgermeister Andreas Brand und betonte, dass die Verwaltung aus diesem Grunde das Landesdenkmalamt gebeten habe, in der Preisjury des Wettbewerbs teilzunehmen. Doch dieses Anliegen wurde, so Brand, abgelehnt. Auch die Deutsche Bahn soll in der Jury vertreten sein.

Die Ideen für den zentralen Platz sind, so zeigte es sich im Verlauf der Gemeinderatssitzung, grenzenlos. Da wäre beispielsweise der Vorschlag von Sylvia Hiß-Petrowitz (ÖDP), die Bunkeranlagen zur unterirdischen Disko umzufunktionieren. Bernhard Leins (Freie Wähler) ist der Meinung, man sollte eine Tiefgarage unter den Vorplatz bauen. Und Fraktionskollege Hannes Weber bat erneut darum, bei der Deutschen Bahn auch einen Kaufpreis für das Stadtbahnhof-Gebäude anzufragen. Dass dieser für Autos, Fahrradfahrer und Fußgänger künftig besser erreichbar sein muss, betonten alle Fraktionen in ihren Erklärungen. "Auch als Grüner sieht man ein, dass man mit dem Auto zum Bahnhof will", sagte Gerhard Leiprecht. Er schlug vor, künftig kostenlose Kurzzeitparkplätze im Parkhaus unterzubringen. "Superbauten" auf der Nordseite brauche es nicht. "Der Plan, die Bürger in den Hinterhof zu führen, ist zum Glück vom Tisch", sagte Norbert Fröhlich (CDU), "nun bleibt das Tor zur Stadt erhalten und man hat den Blick zur Schokoladenseite der Stadt." Und die soll in den nächsten Jahren noch schöner werden.


Ideen-Wettbewerb

Der Uferpark, Busbahnhof/Stadtbahnhof und die Friedrichstraße sollen in Teilen neu gestaltet und organisiert werden. Auch die Verkehrswege sollen dabei neu geordnet werden. Dazu gibt es einen Ideen-Wettbewerb, der im April/Mai ausgeschrieben werden soll. Vier Planungsbüros stehen bereits fest, weitere 21 können sich bewerben. Im September sollen vier Sieger gekürt werden, danach gibt es einen öffentlichen Planungsworkshop. Bis Jahresende soll der Siegerentwurf stehen. 

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