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Friedrichshafen Brücken bauen von Schule zu Job

10.11.2011
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Friedrichshafen – „Wer von euch weiß jetzt schon, welche Ausbildung er nach der Schule machen will?“, fragt Silke Fanta die Schüler der Klassen 9a und 9b an der Haupt- und Werkrealschule Schreienesch. Einige Jugendliche melden sich.

„Kinderkrankenschwester“ wird genannt oder „etwas in Richtung Handwerk“.

Um den Schülern weitere Anregungen und mehr Informationen für den späteren Job zu geben, sind Silke Fanta und ihr Kollege Orfeas Dintsis vom Projekt „Coaching4Future“ hergekommen. Denn die meisten jungen Menschen, die kurz vor dem Schulabschluss stehen – gleich welcher Schulart – wüssten ihrer Erfahrung nach gar nicht über die Vielfalt an Ausbildungs- oder Studienmöglichkeiten Bescheid. Vor allem nicht, wenn es um sogenannte „MINT“- Berufe geht, um Berufe im Bereich der Mathematik, Informatik, der Naturwissenschaften oder Technik. Um das zu ändern, hat die Baden-Württemberg Stiftung vor drei Jahren das Projekt ins Leben gerufen. Silke Fanta, Orfeas Dintsis und zwei weitere Kollegen reisen dafür durch ganz Baden-Württemberg und leisten Aufklärungsarbeit.

„Wählt jetzt bitte einen Themenbereich aus, der euch am meisten interessiert“, ermuntert Silke Fanta die Neuntklässler der Schreienesch-Schule. Diese haben die Wahl unter acht verschiedene Themen mit Zukunftsbezug. „Wie werden wir arbeiten“, interessiert dabei die meisten. Orfeas Dintsis stellt daraufhin einen Roboterarm in Form eines Elefantenrüssels vor. „Welche Arbeiten könnten mit solch einem Gerät ausgeführt werden“, fragt er. „Schwere Arbeiten oder Arbeiten die schneller gehen müssen“, lauten die Antworten. „Richtig. Aber auch schmutzige Arbeiten, zum Beispiel in der Kanalisation“, bekräftigt Dintsis.

Ein witziger Einspieler mit Charlie Chaplin, der durch Fließbandarbeit von Hand – ohne moderne Technik – Bewegungsstörungen davonträgt, lockert das Ganze zusätzlich auf. Danach zählt Silke Fanta die Ausbildungsberufe auf, die sich mit einer solchen Robotertechnik befassen. „Maschinen- und Anlagenführer gehört dazu, aber auch Teilezurichter oder technische Zeichner“, erklärt sie.

Durch immer mehr Beispiele aus verschiedenen Lebensbereichen vermitteln die Trainer den Jugendlichen, welche Dinge in der Zukunft möglich sind – und dass jeder daran durch seinen Beruf mitwirken kann. Besonders die Fertigung geruchsfreier Textilien oder Plattformen für schwimmende Städte faszinieren die Jugendlichen an der Parkschule. „Ausbildungsberufe haben oft total uncoole Namen“, sagt Silke Fanta. „Aber wenn die Schüler sehen, was dahintersteckt, und was man damit Tolles machen kann, interessieren sie sich dafür.“ In der Tat scheint das Konzept zu funktionieren, die Neuntklässler jedenfalls hören gespannt zu und stellen viele Fragen. Auch die Lehrerinnen sind zufrieden. „Das war wirklich ansprechend umgesetzt“, meint Yvonne Rahn. Nach dem Vortrag bleiben die Schüler noch da, um sich die Exponate anzusehen, Teile aus einem 3D-Drucker zum Beispiel oder T-Shirts, die sich selbst kompostieren können.

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