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Friedrichshafen Börse für Münzen, Mineralien und Briefmarken in der Messe

Sammler und Neugierige können bei der 46. Internationalen Börse für Münzen, Mineralien und Briefmarken in der Messe in Friedrichshafen am 17. Januar wieder das ein oder andere Schätzchen entdecken. Für Kinder gibt es spezielle Angebote.

Der Verein Briefmarken- und Münzensammler Friedrichshafen veranstaltet am Sonntag, 17. Januar, zum 46. Mal seine Internationale Börse für Münzen, Mineralien und Briefmarken (MMB). Zum ersten Mal ist Michael Witt Börsenleiter für den Verein. „Ich bin da Newcomer“, sagt Witt – allerdings ist er nicht gänzlich unerfahren. So hat er schon an der Börse im vergangenen Jahr mitgearbeitet. Außerdem gibt es drei Spartenleiter sowie den Kassierer sowie rund 120 Helfer, die um den Börsentag herum mit Unterstützung der Messe anpacken.

Das Angebot der 46. MMB-Börse wird, wie aus den vergangenen Jahren gewohnt, wieder umfangreich und vielseitig: Münzen, Medaillen, Banknoten, Mineralien, Gold-, Silber-, und Modeschmuck, Briefmarken, Ansichts- und Telefonkarten, alte Wertpapiere sowie das passende Zubehör werden ausgestellt. Eine Mischung, die auch Familien ansprechen will. Witt schätzt, dass etwa 250 Aussteller kommen, da zum Zeitpunkt des Gesprächs die Anmeldefrist noch nicht abgelaufen war. Davon werden geschätzt etwa 60 Händler Mineralien und Schmuck anbieten, an die 100 Briefmarken und um die 90 Münzen. „Briefmarken dominieren immer noch“, sagt Witt.

Knapp unter 3000 Besucher aus der Region kamen im Schnitt der vergangenen Jahre zur Börse, berichtet Witte. „Wir sind auch schon mal gekniffen worden durch das Wetter“, erinnert der Börsenleiter an die Veranstaltung vor drei Jahren: „Wenn Eis und Schnee ist, kommen nicht mehr so viele.“ Auch einige Händler seien in dem Jahr auf der Strecke hängen geblieben. Erfreulich aus Sicht des Vereins sei der Zuspruch von Besuchern aus der Schweiz, was mit dem Franken-Kurs zusammenhängt.

„Wir haben den mobilen Fachdienst da“, berichtet Witt. Der mobile Beratungsdienst des Landesverbands Südwest der Südwestdeutschen Briefmarkensammlervereine gibt bei der Börse Besuchern Auskunft über ihre tatsächlichen oder vermeintlichen Schätze, wie dies auch der Bund Deutscher Philatelisten oder die Deutsche Post tun. Aber Kaufen und Verkaufen ist bei der Börse nicht alles. Der Philatelie-Club Montfort aus Vorarlberg und der Briefmarkensammlerverein Friedrichshafen zeigen in der Ausstellung „Philatelie überwindet Grenzen“ zeitgeschichtliche Ereignisse auf Briefmarken aus Österreich, Deutschland und der Schweiz in verschiedenen Epochen: beispielsweise Feldpost der K.u.K.-Truppen in der Türkei, Marken über den Anfang der Menschheit, von der Hochinflation 1923 oder auch Geheimcodes auf Briefmarken. Zudem ist die Forschungsgemeinschaft China-Philatelie zu Gast, die sich mit der Philatelie Chinas und seiner Nachbarländer im Kontext mit der Post-, Kultur- und Wissenschaftsgeschichte beschäftigt.

„Wir haben bei der Börse immer eine Jugendorientierung“, betont der Börsenleiter: „Der Landesverband macht eine Briefmarkenauktion mit Spielgeld für Kinder.“ Außerdem gib es einen Wettbewerb, eine Art Rallye, wo Kinder nach Fragen ähnlich wie in einem Kreuzworträtsel bestimmte Buchstaben identifiziert müssen. Angesprochen werden sollen Kinder von acht bis etwa 14 Jahren. Hintergrund ist, dass es den Vereinen an Nachwuchs fehlt. Zwar ist der Verein der Briefmarken und Münzsammler Friedrichshafen stolz auf seine rund 100 Mitglieder, die sind allerdings überwiegend älteren Semesters. „Die Sammelleidenschaft, die man aus den 50er bis 70er Jahren kannte, läuft langsam aus“, sagt Witt. Und Jugendliche seien später nur noch schwer für dieses Hobby zu begeistern. Der Häfler Verein hat eine eigene kleine Jugendgruppe, für die er jetzt auf weitere Interessierte hofft.

Die Börse und der Verein

Es gibt stündliche Busverbindungen vom Stadt- und Hafenbahnhof in Friedrichshafen zur Messe. Das Parken an der Messe ist frei. Die Gastronomie hat geöffnet.

Börsenleiter Michael Witt wurde 1948 geboren, ist verheiratet, hat zwei Kinder und wohnt in Markdorf. Er war Wirtschaftsingenieur bei Dornier und ist inzwischen Rentner, wo ihn ein altes berufliches Thema, die Magnetschwebetechnik, noch nicht ganz los lässt. Briefmarken sammelte er bereits in seiner Kindheit, mit zehn, zwölf Jahren. Anfang der 70er Jahre packte ihn dann zusammen mit einem Freund die Sammelleidenschaft für französische Münzen seit der französischen Revolution. Außerdem ist Witt Mitglied im Plastik-Modellbau-Club Bodensee.

Der Verein der Briefmarken- und Münzensammler Friedrichshafen wurde 1923 gegründet, zunächst für Briefmarkensammler. Seine erste Börse veranstaltete der Verein im Mai 1930. Ab 1950 organisierte der Verein Frühjahrs- und Großtauschtage. Im Januar 1971 wurde die 1. Münzbörse veranstaltet, im Folgejahr wurden die Numismatiker offiziell in den Verein aufgenommen. Heute hat der Verein rund 100 Mitglieder und seit 2010 wieder eine Jugendgruppe. Jeden ersten Dienstag im Monat, bei Feiertagen eine Woche später, veranstaltet der Verein Tauschabende im Haus der Kirchlichen Dienste in Friedrichshafen, Katharinenstraße 16. Beginn ist um 18.30 Uhr, die Jugendgruppe trifft sich bereits ab 17.30 Uhr. Eine gute Gelegenheit, bei Interesse an dem Hobby Kontakt mit dem Verein aufzunehmen.

Mehr Informationen auf: www.briefmarkenverein-friedrichshafen.de

 

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