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19.02.2013  |  von  |  1 Kommentare

Wilde Heimat Bitte jetzt wenden: Die Faxen eines Navis

Wilde Heimat -  Manche Autofahrer bekommen gerne Befehle. So auch Volontärin Jenna Santini. Doch manchmal scheint ihr Navigationssystem den Überblick zu verlieren. In der Wilden Heimat schildert sie ihre schrägsten Erlebnisse mit Navi-Frau Kathrin und was sie daraus gelernt hat.

Kritischer und leicht ängstlicher Blick über das Lenkrad - auf welche Irrwege wird das Navi Volontärin Jenna Santini als nächstes schicken?  Bild: Wilde Heimat



Wenn ich sage, dass ich keinen Orientierungssinn habe, dann meine ich das auch so. Da gibt es nichts zu beschönigen. Den Spruch „Dich könnte man aussetzen und du würdest nie wieder nach Hause finden" habe ich schon dutzende Male gehört. Manch einer behauptet sogar, dass eines Tages der Begriff „Orientierungslegasthenie" im Duden oder Medizin-Lexikon für mich Einzug halten wird. Je nachdem, wo mein Leiden dann einzuordnen ist.

Navigationssysteme sind also wie für mich gemacht. Was würde ich bloß ohne meine Navi-Frau Kathrin tun? Nur manchmal scheint Kathrin, die laut ihrer Einstellungsmöglichkeiten tatsächlich so heißt, verwirrter zu sein als ich selbst, was mich während meines Volontariats schon auf (im wahrsten Sinne des Wortes) holprige Pfade gebracht hat.

Mein Navi kennt Straßen, die sonst keiner kennt

Wer von Waldshut-Tiengen nach Konstanz fahren möchte, entscheidet sich für die Schweizer Autobahn. Für diese braucht der Autofahrer allerdings eine Vignette. Ich entschied mich im Januar 2012 vom Geiz getrieben für eine Fahrt übers Land. Mein Navigationssystem zeigte mir drei Streckenvorschläge und 40 Minuten später stand ich an einem steinigen Feldweg.

Dieser Weg war augenscheinlich nur für Landverkehr und braun-weiß gefleckte Kühe freigegeben. Kathrin und ich fuhren trotzdem weiter. Was hätten wir irgendwo im Nirgendwo auch tun sollen? Die Schlaglöcher wurden immer tiefer und die freundlich dreinblickenden Kühe kamen immer näher. Und als ich so mit meinem schwarzen Polo über die Schweizer Wiesen dahinpurzelte, fragte ich mich: Warum kennt mein Navi eigentlich Straßen, die sonst keiner kennt? 

Der kürzeste Weg ist nicht immer der schnellste

Wenn es möglich ist, fährt mein Navi Kathrin gerne Luftlinie. Deshalb führte sie mich im Sommer 2012, als ich in der Lokalredaktion in St. Georgen war, immer wieder durch den Stockwald. Dieser ist jedoch kurvig und mein VW-Polo kein Rallye-Fahrzeug. Zu einem Termin in Unterkirnach kam ich deshalb zehn Minuten zu spät. Mein amüsierter Gesprächspartner versicherte mir glaubwürdig: Es gibt noch andere Halunken. Immer wieder würden Navigationssysteme nichtsahnende Autofahrer in den Kurven-Irrsinn schicken. 

Wer lesen kann, ist auf der Straße klar im Vorteil

Kathrin mag Großstädte. Das habe ich in der Zeit unseres Zusammenseins herausgefunden. Von kleinen oder mittelgroßen Städten auf eine Autobahn zu finden, fällt ihr hingegen schwer. Bis ich mich irgendwo auskenne, geht es mir da genauso. Nachdem sie mich auf dem Weg von Friedrichshafen nach Villingen-Schwenningen zweimal von der Bundestraße hinunter auf Nebenstraßen und erst dann am See entlang auf die Autobahn geführt hatte, schrieb ich mir den Weg auf ein Stück Papier. Nun kann ich für uns beide Schilder lesen. Doch sie plappert unentwegt: Bitte jetzt wenden! Bitte halblinks abbiegen! Sie befiehlt - ich gehorche. Aber nicht immer.  


Jung, kurios und persönlich: Die Wilde Heimat ist das Online-Projekt der SÜDKURIER-Volontäre. Hier berichten die 13 Nachwuchs-Journalisten von witzigen Begegnungen, skurrilen Geschichten und den kleinen Kuriositäten des Alltags.

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Das ist nichts neues. Wenn man sich aufs Navi verlassen muss, gerät man schnell auf Feldwege u.ä. mehr ...
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