Nach ausgiebiger Vorstellung des neuen Bäderkonzepts für Friedrichshafen, gepaart mit dem jetzt auch vom Gemeinderat vollzogenen Ausstieg aus den Thermalbadplänen insgesamt, wird nach jahrelangem Stillstand ein neues Kapitel in der Bäderplanung der Zeppelinstadt aufgeschlagen. Drei Varianten liegen auf dem Tisch, die jetzt in einem aufwändigen Verfahren untersucht und diskutiert werden. Dabei sollen die Bürger intensiv in den Entscheidungsprozess einbezogen werden.
Die zeitliche Wunschvorstellung von Oberbürgermeister Andreas Brand ist eindeutig: Beginn der konkreten Planungsarbeiten Anfang des kommenden Jahres. Von der politischen Grundsatzentscheidung bis zum Baubeginn vergehen in der Regel zwei Jahre. Bei einer angenommenen Bauzeit von 26 bis 30 Monaten könnte die zu beschließende neue Bäderlandschaft 2016 für die Bevölkerung zur Verfügung stehen. Eines stellte Oberbürgermeister Brand gestern vor dem Gemeinderat klar: Wenn es zu Baumaßnahmen für ein neues Hallenbad im Sportpark und zur Sanierung des Fischbacher Frei- und Seebades kommen sollte, dann müssten beide Maßnahmen parallel laufen.
In einer Projektgruppe erarbeitete die Verwaltung in den vergangenen Monaten das Bäderkonzept, in dem drei verschiedene Varianten untersucht wurden. Fachkundige Unterstützung gab es von der Unternehmensberatung Altenburg. Deren Chef Dietmar Altenburg berät mit seinem Fachunternehmen Kommunen im ganzen Land in Bäderfragen. „Wir betreiben aber keine Bäder und wir bauen auch keine“, sagte der Fachmann gestern ausdrücklich. Sowohl das Büro Altenburg als auch die Verwaltung mit Oberbürgermeister Brand favorisieren die vorgelegte Variante 1. „Umsetzen inklusive Solemodul“ heißt es in einer Vorlage für den Rat. Das neue Hallenbad mit Solebecken und das sanierte Fischbacher Bad würden nach einer groben Kostenschätzung, einschließlich Baunebenkosten, rund 19 Millionen Euro teuer werden. In dieser Summe sind keine Grundstückskosten, Abrisskosten und auch kein Ansatz für ein Parkhaus am Sportpark enthalten. Jetzt liegt es an den Stadträten und zum Teil auch an der konstruktiven Beteiligung der Bürger, welche Variante verwirklicht werden soll.
Antworten werden auf mehrere Fragen gesucht: Welcher Bedarf muss abgedeckt werden? Was ist Pflicht, was ist Kür? Was ist bezahlbar? Das Büro Altenburg zumindest legte sich „ohne wenn und aber“ auf die Variante 1 fest. Andreas Brand machte klar, dass bei allen Vorschlägen nicht über Kürzungen im Bäderbereich diskutiert wird. „Bei allen Lösungen werden wir betriebswirtschaftlich gerechnet über den heutigen Kosten liegen. Wir bilden den Bedarf der Zukunft ab.“ Geprüft werden jetzt steuerliche Fragen, bezogen auf die Beteiligung der Zeppelin-Stiftung.
In der Diskussion spielte unter anderem eine Rolle, ob eine Sauna in das geplante Hallenbad integriert werden soll. Die Fachleute von der Unternehmensberatung verneinten diese Frage ganz klar. Es sei nicht originäre Aufgabe einer Kommune, eine Sauna zu betreiben. Unter Berücksichtigung aller Investitionen könne keine Sauna von einer Kommune profitabel betrieben werden, wurde versichert.
Spätestens seit dem Aus für die Thermalbad-Pläne in Fischbach ist klar: Friedrichshafen braucht ein neues Bäderkonzept. Aber wie soll es aussehen? Halten Sie sich im SÜDKURIER-Themenpaket auf dem Laufenden.
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