In der Nacht von Sonntag auf Montag wurde auf dem Freizeitgelände Alter Campingplatz in Fischbach eine Eiche unrechtmäßig gefällt. Die Holzfäller waren dem Anschein nach mehrere junge Männer. Einer der Fischbacher Naturwarte entdeckte beim frühmorgendlichen Kontrollgang den liegenden Baum und sah einen der mutmaßlichen Täter, der sich gerade mit einer Axt in der Hand davonmachte.
Einer der Täter, ein Neunzehnjähriger, zeigte sich reuig und stellte sich in Begleitung seines Vaters der herbeigerufenen Polizei. Die Höhe des Schadens werde nun von Sachverständigen geschätzt und dürfte vierstellig sein, meint Naturwart Julius Pietruske. „Der Baum wurde wohl im Morgengrauen gefällt“, erzählte Pietruske weiter.
„Es konnte um halb sieben noch nicht lange her sein, dass die Täter versucht haben, Zweige des Baumes in einer Abfalltonne in Brand zu stecken.“ Trotz Petroleum ist ihnen das bei dem frischen Holz nicht richtig gelungen. Es habe nur ziemlich heftig gequalmt. In der Nähe des gefällten Baumes. blieben bei der Flucht eine Säge und ein Fahrrad zurück.
Der Baum hatte einen Durchmesser von etwa 26 Zentimetern, berichtete Pietruske weiter, und war etwa 17 bis 20 Jahre alt. Er sei wahrscheinlich 1996 auf der Liegewiese gepflanzt worden, nachdem auf dem Freizeitgelände kontaminierter Boden entfernt und ausgetauscht worden war. „Ein schöner, gerade gewachsener Baum war das“, bedauerte er. Sein Schatten auf der Liegewiese war vielen Besuchern willkommen. Er hätte noch hunderte von Jahren an dieser Stelle zu einem Prachtexemplar heranwachsen können.
Was die jungen Männer zur Tat getrieben hat, ist unklar. Den angerichteten finanziellen Schaden werden sie wohl ersetzen müssen. Bis ein neu gepflanzter junger Baum wieder die gleiche Größe erreicht hat, vergeht etwa genauso viel Zeit, wie die Täter auf der Welt sind.
Am Montagmorgen sah sich eine Gruppe Kindergartenkinder, die mit ihren Erzieherinnen einen Spaziergang an den See machten, betrübt den Schaden an. „Eine gute Gelegenheit, den Kindern zu erklären, warum man so etwas nicht macht“, fand Pietruske. Der Naturwart zeigte den Kindern am Stamm, wie man mit Hilfe der Jahresringe das Alter eines Baumes bestimmen kann – ein schwacher Trost.
