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Friedrichshafen Annette Groth nimmt Abschied von Bundespolitik

Die Linke hat bei ihrem Jahresempfang im Häfler Wahlkreisbüro über Kandidaten und kommende Wahlen gesprochen. Außerdem verkündete Annette Groth auch offiziell ihren Abschied von der großen Politik-Bühne.

"Ich höre im Bundestag auf, aber sonst nicht." Den Jahresempfang der Linken in ihrem Friedrichshafener Wahlkreisbüro nutzte am Freitagnachmittag die Linken-Bundestagsabgeordnete Annette Groth, um ihren Abschied von der Bundespolitik nun auch offiziell zu verkünden – nicht zur Überraschung vieler der gut 30 versammelten Mitglieder und einer Reihe von syrischen Gästen. Ihr Schritt war bereits angekündigt worden.

Sie mache Platz für ein neues Gesicht, erklärte die Abgeordnete. Die Frau, die ihr nachfolgen könnte, war ebenfalls im Raum: die gebürtige Friedrichshafenerin Claudia Haydt, die sich als Kandidatin bewirbt.

Die Bundespolitik und Wahlen beherrschten die Themen bei diesem Jahresempfang der Linken im Bodenseekreis: die nun anstehende Wahl des Bundespräsidenten sowie die Bundestagswahl im September – und bei beiden möchte man sich mit eigenem Profil sowie eigenen Kandidaten engagieren, lautete der Tenor in mehreren kurzen Ansprachen im Wahlkreisbüro. "Es ist ganz viel geplant", versprach etwa Joachim Rittler vom Kreisvorstand mit Blick auf die Bundestagswahl und den Wahlkampf: "Das wird bestimmt ganz toll." Die Linken-Kandidatin Haydt erklärte den versammelten Mitgliedern – unter ihnen auch eine Reihe von Mandatsträgern aus dem Bodenseekreis – ihren Unmut über die erwartete Wahl von Frank-Walter Steinmeier zum neuen Bundespräsidenten am Sonntag. Der ehemalige Außenminister sei nicht nur ein Mitgestalter der von Linken abgelehnten Hartz-IV-Sozialhilfe, sondern habe sich als früherer Koordinator für Geheimdienste auch nicht menschenfreundlich gezeigt. "Er hat einen Umgang mit Menschen", befand Claudia Haydt, "den ich nicht gutheißen kann.

" Die Linke schicke dagegen mit dem Armutsforscher Christoph Butterwegge einen Kandidaten zur Abstimmung in der Bundesversammlung, der den Menschen viel näher stehe. Wahrscheinlich werde Butterwegge nicht gewählt, sagte sie, aber: "Es gibt nicht nur den Steinmeier, sondern auch einen Linken-Kandidaten." Und mit Blick auf die Bundestagswahl stellte sie kämpferisch fest: "Es ist wichtig, dass wir zeigen: eine Alternative für dieses Land, das bedeutet nicht die AfD."

Ihr eigenes Ausscheiden aus der großen Politik nahm Annette Groth zum Anlass, um für die Bundestagsfraktion eine Neuerung anzuregen, die die Grünen bereits in den 80er Jahren probiert haben: die Rotation der Abgeordneten. Wenigstens nach zwei Wahlperioden sollte Schluss sein, damit sich nicht allzu viel Routine und politisches Eigenleben einstellt.

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