Friedrichshafen 4000 Geocacher zu "Project Let's Zeppelin" erwartet

Eine Händlermeile, Vorträge und Unterhaltung sind beim "Project Let’s Zeppelin 2017" im Zeppelin-Hangar in Friedrichshafen geplant. Geocacher aus vielen Ländern und alle, die sich für diese moderne Form der Schnitzeljagd interessieren, kommen hier zusammen.

Rund 4000 Geocacher werden von Freitag bis Sonntag, 18. bis 20. August, in Friedrichshafen zum "Project Let’s Zeppelin 2017" erwartet. Der öffentliche Haupttag der Veranstaltung ist im Zeppelin-Hangar am Samstag, 19. August, von 9 bis 18 Uhr. Organisiert wird die Großveranstaltung vom Verein Geocachingfreunde Oberschwaben-Bodensee, der vor diesem Hintergrund im Januar 2016 in Meckenbeuren von sieben Leuten gegründet wurde und heute seinen Sitz in Fronhofen hat. Dort wohnt der Vorsitzende Sven Kühl, der zusammen mit Ralf Blase aus Markdorf, stellvertretender Vorsitzender, an der Spitze des achtköpfigen Organisationsteams steht. "Wir wollten einfach einen Geocaching-Mega-Event in Friedrichshafen haben", erzählt Sven Kühl. Naheliegend sei gewesen, dies mit dem Grafen Ferdinand von Zeppelin zu verknüpfen, weil dieser für das Motto "Visionen leben" stehe. Das Motto wurde 2013 zu seinem 175. Geburtstag und in diesem Jahr zu seinem 100. Todestag von der Deutschen Zeppelin-Reederei und der Zeppelin Luftschifftechnik (ZLT) verwendet.

"Wir waren etwas blauäugig", meint Kühl im Rückblick auf die eigene Vision, ersten konkreten Umsetzungsgedanken im Dezember 2015 bis heute, wo das Ereignis kurz bevorsteht. Niemand vom Organisationsteam hätte vor eineinhalb Jahren gedacht, dass es so groß wird. Im ersten Anlauf wollte das Team das Treffen in der Messe Friedrichshafen organisieren. Die lehnte jedoch ab, fast drohte das Aus. Durch den Kontakt eines Geocachers zu Zeppelin kam das Organisationsteam dann mit der Luftschiffbau Zeppelin GmbH ins Gespräch. "Zweieinhalb Stunden trugen wir unsere Ideen vor", erinnert sich Kühl: "Nach einer Stunde und 45 Minuten war das Eis gebrochen." Geschäftsführer Thomas Brand sei einverstanden gewesen.

Die Organisation sei ein riesiger Aufwand – insbesondere vor dem Hintergrund, dass die Organisatoren Miete für den Zeppelin-Hangar bezahlen und die Sicherheitsanforderungen erfüllen müssen, so Kühl. Von den erwarteten 4000 Besuchern kommen rund 90 Prozent aus ganz Deutschland, der kleinste Teil davon aus der Region, erklärt Kühl. Weitere Besucher werden unter anderem aus Belgien, den Niederlanden, Frankreich, Tschechien, Polen, Norwegen und den USA erwartet, sowie, nahe liegend, aus Österreich und der Schweiz. Der Titel "Project" zeige der Szene, dass es ein ganz besonderes Ereignis sei. Der Titel werde nur für eine Veranstaltung im Jahr in Deutschland vergeben, erklären Kühl und Tina Scherer, ebenfalls vom Organisationsteam, dessen Mitglieder aus Markdorf, Deggenhausertal, Friedrichshafen und Tettnang kommen.

Erstes Treffen der Geocacher ist am Freitag, 18. August, ab 18 Uhr mit einem "Take-Off-Event" an der Häfler Uferpromenade im Pavillon am See und Lammgarten. 1200 bis 1500 Geocacher werden hier erwartet, berichtet Kühl. Am Samstag beginnt die Hauptveranstaltung um 8.30 Uhr im Zeppelin-Hangar. Rund 180 Helfer sind im Einsatz. Es gibt rund 2000 Parkplätze. Empfehlenswert ist der Shuttle-Bus-Service für Eventteilnehmer, der zwischen Hafenbahnhof, Stadtbahnhof und Eventgelände im Zehn-Minuten-Takt verkehrt. Für Eventkartenbesitzer ist der Shuttle-Bus (und nur dieser) frei. Karten gibt es im Internet auf der Projekt-Homepage. Am Veranstaltungstag sei auch eine Tageskasse am Gelände eingerichtet, sagt Tina Scherer. Der Eintritt kostet 14 Euro.

Geboten wird dort eine Händlermeile bekannter Hersteller, Kletteraktionen, Kinderangebote und ein Bühnenprogramm. Höhepunkte sind die erste Präsentation der „Original Can of Beans (O.C.B.)“ in Europa um 12 Uhr, für die einen der "Heilige Gral des Geocachings", so Kühl, für andere nur die nutzlose, übrig gebliebene, verrostete Bohnendose aus dem ersten gelegten Cache in Oregon, gehütet von Jeff Holliday, der sie entdeckte. Er wird über die Anfänge des Geocachings erzählen. Um 14 Uhr tritt der Komiker, Entertainer und Zauberkünstler Ingo Oschmann auf.

Workshops beschäftigen sich mit verschiedenen Themen, darunter Einführungen für Neulinge in die Benutzung spezieller Geocaching-Apps für Android- und iOS-Smarthphones. Nicht zuletzt gibt es zehn Zeppelin-Flüge zu gewinnen. Ende ist um 18 Uhr. "Wir wollen, dass die Leute abends an den See gehen und cachen", begründet Kühl, warum es keine Abendveranstaltung gibt, wie bei anderen Events dieser Art. Zum Ausklang des "Projects Let’s Zeppelin 2017" wird am Sonntag ein gemeinsames Frühstück der Geocacher im Restaurant Lammgarten organisiert, wozu 600 Leute erwartet werden.

Geocaching

Geocaching ist eine moderne Variante der Schnitzeljagd, nur mit GPS-Empfängern. Das Wort Geocaching ist abgeleitet von dem aus dem Griechischen kommenden "geo" für Erde und englisch "cache", zu deutsch Versteck oder Lager. Die Idee zum Geocaching hatte der US-Amerikaner Dave Ulmer, der am 3. Mai 2000 das erste Versteck (Geocache) anlegte. Im selben Jahr gab es auch in Deutschland das erste Geocache. Die Geokoordinaten werden im Internet auf speziellen Seiten veröffentlicht. In einem solchen Versteck befindet sich ein fester Behälter, in dem ein Logbuch und meist Tauschgegenstände für den Entdecker zu finden sind.

Der Fund kann auf den entsprechenden Internetportalen registriert werden. Dort werden keine bürgerlichen Namen benutzt, sondern Fantasienamen. Die Verstecke können überall sein, an normale oder besonderen Plätzen, unter Wasser oder in Steilwänden. Ein Cache liegt sogar in der Internationalen Raumstation (ISS). Es gibt es auch Variationen des Spiels. In Deutschland sollen insgesamt rund 350 000 aktive Geocaches versteckt sein. Wenn es wegen der Geocaches mal Ärger gibt, versucht der Verein Geocachingfreunde Oberschwaben-Bodensee hier in der Region zu vermitteln. Mit althergebrachten Vereinsstrukturen hat Geocaching aber nichts zu tun, es ist eine weltweite (Internet-)Community. Prinzipiell kann jeder zu jeder Zeit so oft er will Geocaching betreiben.

Informationen zum Thema im Internet: 
www.geocaching.de, www.geocaching.com,
www.opencaching.de

Informationen zum Verein:
www.gcfob.de

Informationen zum Event:
www.letszeppelin.de/de

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