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Friedrichshafen 1400 Gäste bei ZU-Sommerfest

10.09.2012
Friedrichshafen -  Tolles Wetter und viel Programm am Seemooser Horn

Projektergebnisse aus der Auseinandersetzung mit „Krisen und Katastrophen“ präsentierten Studierende des Erstsemesters den Gästen.

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„Nein, in Wetter machen wir noch nicht“, sagte ein gut gelaunter Stephan A. Jansen. Und doch schien es am Samstag wie bestellt: bestes Sommerwetter zum Sommerfest der Zeppelin-Universität (ZU). Deren Präsident ließ es sich auch bei der neunten Auflage nicht nehmen, die versammelte Gästeschar auf dem Campus am Seemooser Horn willkommen zu heißen. Gekommen waren so viele, dass zur Begrüßung nicht mal die Hälfte der allein 1400 angemeldeten Gäste – „das wird auch uns langsam ein bisschen unheimlich“ – ins Foyer passten. Aber auch jene, die spontan kamen, wurden nicht abgewiesen.

In gewisser Weise war dieses neunte ZU-Sommerfest eine Premiere, denn erstmals lud die Uni als „Zeppelin-Universität“ mit Promotionsrecht ein, was sie den staatlichen Alma Mater seit einem Jahr nun vollkommen gleichstellt. Dass an den Zufahrtsstraßen in Friedrichshafen immer noch kein einziges „Universitätsstadt“-Schild hängt, nahm Jansen süffisant aufs Korn. Schließlich hatte diese Zeitung im Rathaus recherchiert, dass die Hinweistafeln noch in Arbeit seien.

Unverändert ist das stabile Wachstum der Universität, die in diesem Jahr erstmals über 1000 Studierende hat, um deren Ausbildung sich mittlerweile 56 (Honorar-)Professoren und über 200 Mitarbeiter kümmern, nicht zu vergessen knapp 100 Wissenschaftler. Dass die ZU zum Teil „über sich hinauswächst“, so Jansen, hat handfeste Folgen. Sie braucht mehr Platz, der nun endlich im Fallenbrunnen entsteht, dank einer 20 Millionen Euro schweren Zuwendung der ZF AG. Übergangsweise wird eine Container-Uni zum Bildungsstandort. Erst wenn dieser neue Haupt-Campus und damit der nächste Stabilitätszustand der ZU erreicht sei, werde man wieder groß feiern. „Deshalb lassen wir das zehnte Sommerfest ausfallen“, erklärte Stephan A. Jansen schon einmal das dann folgende im Jahr 2014 zum „ZU-Sommerfest fast elf“.

Ständig größer wird auch die „Fangemeinde“ der Uni. Neben einer Spende in zweistelliger Millionenhöhe der Karl-Schlecht-Stiftung verkündete Jansen das Ergebnis einer eher unkonventionellen Geschäftsanbahnung mit der Geschäftsführerin der Amadeus Germany GmbH, Petra Euler. Das führende Unternehmen von IT-Lösungen für die Reisebranche wird Partner für ein neues Institut an der ZU, das sich dem Thema Mobilität widmet.

Ein ZU-Sommerfest wäre freilich keines, wenn neben Musik, Tanz und Kulinarik nicht auch geistreiche Kost geboten wäre. Das Nachmittagsprogramm stand diesmal unter dem Leitthema „Fragile Stabilität – Stabile Fragilität“. In 24 Vorträgen gingen Professoren und Wissenschaftler facettenreich darauf ein. Wer sich nicht ganz so anspruchsvoll mit fragilen Stabilitäten auseinandersetzen wollte, konnte sich auf einem Vorleseschiff mit Texten der Autorin Inken Soppa wacklige Gedanken auf schwankenden Planken machen. Oder man schaute beim Balancekünstler Volker Paul aus Radolfzell vorbei, der mit seinen Steintürmen spätestens seit seinem „Wetten, dass...?“-Auftritt bekannt ist und an der ZU mit Alltags-Gegenständen „jonglierte“ – und so wohl am anschaulichsten präsentierte, wie fragil scheinbar stabile Konstrukte sind.

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