Überlingen – Hemmschwellen? Kontaktängste?
Menschen mit und ohne Behinderung sind im Umgang miteinander nicht immer unbefangen. Was wäre besser, um diese Situation zu ändern, als ein gemeinsames Fest mit viel Action und der Möglichkeit, sich gegenseitig besser kennenzulernen. „Mittendrin – ein Fest für Menschen mit und ohne Behinderung“ wartet am Samstag, 21. Mai, auf dem Landungsplatz in Überlingen mit einem bunten Programm auf – der Spaßfaktor ist dabei garantiert hoch. Eine weitere gute Nachricht: Viele Trägereinrichtungen im Bodenseekreis ziehen an einem Strang und bilden ein Netzwerk. „Das einrichtungsübergreifende Denken und Handeln ist in vielerlei Hinsicht beispielhaft und wegweisend“, freut sich Markus Wursthorn von der St.-Gallus-Hilfe zusammen mit allen Mitwirkenden.
„Da oft der Kontakt zwischen behinderten und nichtbehinderten Menschen fehlt, weiß man nicht, wie man sich verhalten soll“, sagt Überlingens Oberbürgermeisterin Sabine Becker. „Wir wollen Skepsis und Angst mancher Mitbürger entgegentreten.“ Was 2008 rund um die Häfler Musikmuschel mit einem – wie er damals noch hieß – „Tag der Menschen mit Behinderungen“ und überwältigenden Eindrücken begann, soll jetzt konsequent fortgesetzt werden. Der Löwenanteil der Organisation wird von Rainer Barth von Sozialamt des Bodenseekreises und Peter Männer, Leiter der Hauptverwaltung der Stadt Überlingen, geschultert.
Eine fröhliche und offene Atmosphäre als idealer Rahmen für ungezwungene Begegnungen – darum soll es gehen. Dass die Arbeit zahlreicher Behinderteneinrichtungen wieder neu ins Bewusstsein der Öffentlichkeit gerückt werden kann, auch diesen Effekt will man gerne fördern. „Tatsache ist, dass alle Beteiligten mit viel Herzblut dabei sind. Die Teilhabe am Leben kann zwar paragraphiert, muss aber doch gelebt werden. Letztlich sind wir alle Gewinner im Engagement für Menschen mit Handicaps“, betont Kreissozialdezernent Andreas Köster. „Es gibt keine Ränder der Gesellschaft, es gibt nur ein Mittendrin – diese Botschaft soll von diesem Tag ausgehen“, ergänzt Manfred Lucha von der Trägergemeinschaft im Gemeindepsychiatrischen Verbund. Dass „Mittendrin“ eine Veranstaltung mit großer Strahlkraft wird, davon sind alle Beteiligten überzeugt. „Und eine Veranstaltung, von der wir alle profitieren“, ist sich Schirmherrin Sabine Becker sicher.