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Frickingen Närrische Malereien im Rathaus

03.02.2012
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Gabriele Maier malt Masken der Fasnet. Die Münchnerin ist von der fünften Jahreszeit fasziniert.

– „Narri Narro!“ Im gläsernen Rathaus von Bürgermeister Joachim Böttinger verwirren Narren die Besucher, schauen hervor aus Bildern, gemalt in Pastellkreide von Gabriele Maier aus Heiligenberg. Die gebürtige Münchnerin hat sich gut eingelebt in die alemannische Fasnet. Fasziniert von dem Treiben auf den Straßen und Gassen in der fünften Jahreszeit, übertrug sie aus eigenen Fotovorlagen Maske um Maske auf Papier.

Farbintensität, Leuchtkraft und Technik beeindruckte nicht nur Ulrich Seutter von den Rickertsweiler Kunstfreunden, der eine kurze Laudatio sprach. Der schielende „Hexenmeister“ hatte es besonders dem Schultes angetan. Der ehemalige Brauchtumsmeister des alemannischen Narrenrings, Willi Huster, erklärte dazu den Gästen der Vernissage, der Hexenmeister erscheine nur alle vier oder fünf Jahre in der Hexenraunacht und rufe die alemannischen Hexen ins Leben.

Plötzlich stürmten zwei „Frickinger Dreckspringer“ die Rathausstufen hoch und standen erstaunt vor ihrem eigenen Konterfei hinter Glas. „Früher mussten die Einwohner von Frickingen über schmutzige Wege und viele Dreckpfützen laufen, um dem Fürsten zu Heiligenberg jährlich ihren Zehnten heraufzubringen“, erläuterte Seutter. „Gabriele Maier hat es noch nicht ganz geschafft, alle Masken unserer vier Frickinger Narrenvereine zu malen“, fügte Böttinger hinzu. In Leustetten, Bruckfelden und Altheim stehe ihr da noch manch Interessantes bevor.

Gekonnt hat die Künstlerin den Witz der Masken aus dem Linzgau und Oberschwaben in ihren Bildern eingefangen. Schaurig schön blickt der blau-graue „Echbecker Quellgeist“ aus seinem Porträt, ein Geist, der sich im Sumpfgebiet der Aachquelle rumtreibe, wie die Malerin neben dem Exponat vermerkt. Die beiden freundlichen „Bruggenweible“ aus Zußdorf grinsen neben dem „Birnau-Rebmännle“ aus Oberuhldingen und dem Beurener „Tryllenbühler“. Der Unteruhldinger „Puper“ verschluckt sich fast an einem Fisch, und den schrecklichen „Hebsack-Geist“ aus dem Deggenhausertal möchte wohl kaum einer bei Nacht alleine antreffen.

Mal trifft den Betrachter ein verschmitztes Lächeln, mal ein grimmiger Blick aus listigem Auge. „Besonders das mit dem Auge erfordert eine besondere Betrachtung“, bemerkte Seutter. „Ein Mensch, sei er real oder als Porträt gezeichnet, sieht uns mit seinen eigenen Augen an. Nicht so die Maske. Hinter der Maske steckt immer der Mensch.“ Die Künstlerin (Jahrgang 1958) absolvierte eine Ausbildung als Heilpädagogin und Waldorf-Lehrerin. Sie arbeitet heute als Musiklehrerin an der Camphill Schulgemeinschaft Föhrenbühl, beschäftigt sich aber bereits seit zwölf Jahren mit der Technik der Pastellmalerei. In ihren Bildern schichtet sie die Farben auf teils rauen Malgrund, verwischt die Pigmente mit Fingern oder speziellen Pinseln und verwendet am Ende ein Fixativ.

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