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Frickingen Lucas soll leben dürfen

Rund 100 Musiker und Sänger geben für den an Leukämie erkrankten zweijährigen Lucas ein Benefizkonzert. 8100 Blutproben und 390 000 Euro reichen noch nicht.

Innig und voll Herzblut präsentiert sich der Gospelchor Markdorf bei ihrem Danklied an Gott: „Thank you – all that I can say.“
Innig und voll Herzblut präsentiert sich der Gospelchor Markdorf bei ihrem Danklied an Gott: „Thank you – all that I can say.“ | Bild: Bilder: Sotern

Frickingen – Obwohl eine riesige Welle, ja ein „Tsunami der Hilfsbereitschaft“ mit knapp 8400 Personen ihr Blut im Februar für den an Leukämie erkrankten Lucas Tylla aus Salem typisieren ließen, wurde noch immer nicht der „genetische Zwilling“ gefunden, berichtete der Vertreter der Deutschen Knochenmarkspenderdatei Jens Braunschmid bei der Benefizveranstaltung am Samstagabend. Am 27. Februar fand in Salem-Mimmenhausen die bisher größte Aktion in der Geschichte der DKMS statt. 8100 Blutproben wurden bereits untersucht. Es sei sehr verwunderlich, dass bei so vielen Proben und den 2.4 Millionen Spendern aus dem Gesamtpool der DKMS kein passender Stammzellenspender gefunden werden konnte. Doch Lucas habe sehr seltene Gewebemerkmale. Braunschmid dankte allen Sponsoren für die Summe von mittlerweile 390 000 Euro zur Deckung der Laborkosten. 30.000 Euro stehen noch offen.

Das Benefizkonzert am Samstagabend hatte daher zum einen das Ziel, zusätzliche Spenden zu sammeln sowie weitere Stammzellenspender zu finden, nicht nur für Lucas, sondern auch für andere Leukämieerkrankte.

Initiiert hatte die Benefizveranstaltung die Mimmenhausenerin Andrea Krämer vom Gospelchor Markdorf. „Wenn man zwei gesunde Kinder hat, dann weiß man, was das wert ist“, sagt sie. Die ganze Aktion habe sie so sehr berührt, dass sie sich hinterher fragte: „Was könnte man denn noch weiter tun?“ So sei die Idee zu einem Benefizkonzert entstanden. In ihrem Markdorfer Gospelchor stieß sie sofort auf offene Herzen. Auch die Jugendkapelle des Musikvereins Harmonie Lippertsreute war gleich mit dabei, und zusammen mit der Salemer Musikschulleiterin Barbara Mohm-Löhle und den drei Dirigenten stellte man ein Programm zusammen, das die Zuhörer begeisterte.

Die Jugendkapelle des Musikvereins „Harmonie“ Lippertsreute zeigte, „was so ein Jugendorchester alles leisten kann“, wie Dirigent Udo Huber erklärte. Und das war beachtlich. Stolz stellte er Tochter Anna am Schlagzeug vor, die heute Premiere hatte.

Die Männer und Frauen vom Gospelchor Markdorf begannen mit dem Spiritual „Heaven is a wonderful place“, übersetzt: „Der Himmel ist ein wunderschöner Platz“. Da aber die meisten Zuhörer jetzt doch noch nicht diese Himmelsreise machen wollten, erfreuten sie sich erst einmal an den weiteren sieben Gospels und einem starken Solo von Angela Eberspächer in „I will follow him“.

Fröhlich klang der Abend aus mit Swing-Musik, gespielt von der fetzigen Big Band der Musikschule Salem unter der Leitung von Hans-Peter Tress. Die „Spätjugendlichen seiner Band“ hätten zwar das Durchschnittsalter der Musikschule nach oben schnellen lassen. Doch im Herzen brenne noch immer das Feuer. Viel Applaus bekam Vokal-Solistin Alissa Königsfelder für ihren Vortrag.

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