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Frickingen Keine Umgehungsstraße für Altheim

20.09.2012
Frickingen -  Maßnahme im Entwurf des Landes-Generalverkehrsplans nicht mehr verankert

Schon viele Politiker hat Bürgermeister Joachim Böttinger (links) auf die Problematik der Ortsdurchfahrt Altheim aufmerksam gemacht – hier mit dem ehemaligen FDP-Landtagsabgeordneten Hans- Peter Wetzel im Jahr 2008.  Bild: Bast

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Aus der Traum. Eine Ortsumfahrung des Frickinger Ortsteils Altheim wird es wohl nicht geben. Denn die neue Landesregierung hat die Maßnahme aus dem Generalverkehrsplan gekickt. Präziser gesagt: Sie findet sich im Entwurf desselben nicht mehr wieder. Und das ist, wie Bürgermeister Joachim Böttinger seinem angesichts der Botschaft verständnislos bis fassungslos kopfschüttelnden Gemeinderat deutlich macht, „nicht hinnehmbar“.
 

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Seit Jahrzehnten kämpfen die Altheimer nun schon für eine Ortsumfahrung, Anwohner und Gemeindeverwaltung werden nicht müde, auf die Gefahren der Ortsdurchfahrt L 200 hinzuweisen. Darauf, dass Schwerlasttransporter die Steigung am Ortsausgang Richtung Norden nicht packen und kurz vor der Kurve stehen bleiben, was oft zu gefährlichen Überholmanövern führt. Und das teilweise bei Lastern mit Gefahrenguttransport – was die Anwohner nicht gerade erfreut und schon gar nicht in Sicherheit wiegt. Ebenso wenig die Passanten, die sich auf dem Gehweg nicht sicher fühlen, weil immer wieder Randsteine abgefahren werden, teils auch durch waghalsige Wendemanöver.

Lange mussten die Anwohner schon warten – aber es gab wenigstens noch Hoffnung: Denn die Ortsumfahrung war bisher mit Priorität 1 im Generalverkehrsplan verankert. „Zudem erfolgten bereits in den 1980er Jahren Vorarbeiten für das Planfeststellungsverfahren“, sagt Böttinger. Er will den Antrag an die Landesregierung stellen, die Ortsumfahrung Altheim wieder in den Maßnahmeplan aufzunehmen und für eine zeitnahe Umsetzung zu sorgen. Ein wohl aussichtsloses Unterfangen. Denn die Anzahl der Fahrzeuge, die täglich durch Frickingen fahren, liege mit 3756 deutlich unter dem Landesdurchschnitt von 4720, argumentiert Edgar Neumann, Sprecher des Ministeriums Verkehr und Infrastruktur. Nach dem alten Generalverkehrsplan seien landesweit Maßnahmen in Höhe von 2,7 Milliarden angemeldet. „Aber wir haben nur rund 38 Millionen pro Jahr zur Verfügung.“ Deswegen sei nichts anderes übrig geblieben, als zu streichen.

Um die Maßnahmen fair zu beurteilen, habe das Ministerium eine Prioritätenliste erstellt. Und in dieser liege Altheim nicht weit genug vorne, um es in den Generalverkehrsplan zu schaffen. Nicht nur wegen der Verkehrsbelastung, Kriterien sind auch Umweltbelastung, Sicherheit und viele weitere Punkte.

Und warum war die Maßnahme dann bei der alten Landesregierung mit Priorität 1 im Generalverkehrsplan verankert? Die bisherige Regierung muss somit ja wohl schon eine gewisse Dringlichkeit in der Maßnahme erkannt haben? „Sie hatte keine solche Prioritätenliste und auch keine derart scharfen Kriterien angelegt“, erklärt der Sprecher.

Einen winzig kleinen Hoffnungsschimmer gibt es allerdings noch für Altheim: Der Maßnahmenplan befindet sich derzeit im Anhörungsverfahren, das am 12. Oktober beendet wird. Erst dann wird entschieden. Unter den Stellungnahmen wird dann auch diejenige von Bürgermeister Böttinger sein. Dass es noch große Chancen für Frickingen gibt, das glaubt der Sprecher allerdings nicht.

Und der Grüne Landtagsabgeordnete Martin Hahn? Der bedauert zwar für die Altheimer, dass ihr Traum nicht umgesetzt werden kann, macht aber auch deutlich, dass sich „eigentlich nichts geändert“ hat. Der Maßnahmenkatalog der alten Landesregierung sei „ein hundertjähriger Plan“ gewesen. „Da wurde in Zeitfenstern gedacht, die einfach nicht darstellbar sind“, sagt er. „Unser Ziel ist, die Straßenplanungen näher an der Realität zu machen. Wenn wir die Maßnahme im Plan gelassen hätten, wäre die Umsetzung genauso weit weg wie jetzt. Man könnte vielleicht sagen: Wir sind in der Wirklichkeit ankommen.“

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