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Frickingen Frauen feiern Kaffeekranz mit Rabatz

07.02.2012
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Im „Löwen“ geht es märchenhaft zu. Damenwelt liest in der Bütt manchem die Leviten. Auch Debütantinnen überzeugen mit ihrem Auftritt.

– „Hoorig, hoorig isch die Katz, heit mached mir im Dörfle mol Rabatz!“ Getreu dem Eingangsvers des Leustettener Narrenmarsches feierte die Damenwelt des Gerberdorfes im „Löwen“ ihr traditionelles närrisches Kaffeekränzle. Ihr diesjähriges Motto: „Alles wie im Märchen“.

Wenn's zum närrischen Kaffeekränzle geht, dann scheinen sich die Leustetter Frauen, egal ob jung oder schon etwas betagter, viel mehr herauszuputzen, als wenn sie von ihren Männern zum Ausgehen eingeladen werden. Auf jeden Fall war der geballte Aufmarsch der Leustetter Even eine einzige Augenweide. Durch und durch märchenhaft. Ob sie nun als anmutiges Rotkäppchen, als blond gelocktes Rapunzel oder als wie aus Ebenholz geschnitztes Schneewittchen daherkamen – dem musikalischen Unterhalter André Proft aus dem benachbarten Stefansfeld, dem Hahn im Korb, verdrehte es ein ums andere Mal die Augen (und vielleicht auch den Kopf), wenn die putzig kostümierten Grazien tanzten. Denn selbst als schrecklicher Wolf oder als zerlumpter Müllersbursch machten die Leustettnerinnen noch eine gute Figur.

Der „Löwen“ – das personifizierte Grimmsche Märchenbuch. „Schön, dass ihr zahlreich und so bunt kostümiert gekommen seid“, freute sich Löwen-Wirtin Simone Sauter und lud ihre Gäste zu hausgebackenem Kuchen (für die Süßen) und zu salzigem Gebäck (für die Herzhaften) ein.

Mal köstlich süß, mal herzhaft deftig waren auch die Auftritte, mit denen sich die Damen wieder mit närrischer Gaudi und ergötzlichem Tam-Tam in Szene setzten. „Ihr müsst nur aufpassen, dass das auch so bleibt“, hob Regula Padur, die sich Jahr für Jahr für eine zündende Büttennummer den Kopf zerbricht, den Finger, um gleichzeitig damit anzudeuten, dass sie's auch nicht ewig machen wird. „Drum, Fraue, waged eich in d'Bütt – bisse werdet ihr do it“, ermunterte sie die Nachwuchstalente, es doch einmal zu probieren. Damit sollte sie Recht behalten. Einige hatten sich immerhin als Debütantinnen versucht – und ernteten alles andere als bissige Häme. Wie Claudia Kretzer, die als Pierre, als berühmter Maler aus Frankreich, mit Assistentin Jacqueline (Daniel Manefeld) weder Pinsel noch Farbe benötigt, um Bilder zu malen. Sie malt Bildern mit Menschen und sucht sich aus dem Publikum passende Opfer aus: Eine Kerze in die eine Hand, die zweite in die andere – und schon ist der stilisierte Armleuchter fertig. Dem dafür auserkorenen Mann vom SÜDKURIER galt schadenfreudiges Gelächter. Als Schmetterling verkleidet, ist Anja Endress auf den Zug der Grünen aufgesprungen und testet bei ihrem Einstand die Blumenkundigkeit der Leustetterinnen auf originelle Weise. „Was ist eine gläubige Blumenkönigin?“ Für gewitzte Köpfe kein Problem: Das ist die Christrose.

Elisabeth Straub bewährte sich wieder als talentierte Verseschmiedin. Als Putzfrau „zuständig fier des Etablissement, wo mer als Wallfahrtsort für die Leistettener Männer kennt“, fegt sie unwirsch in den Saal: „Jo, wa isch denn heit fier e Ziffer do?“ Zum Abschluss, ehe die Leustettener Märchenprinzen den Löwen stürmten, um ihre Frauen wieder an die Leine zu nehmen, gab sich der Narrensamen mit dem Zwergentanz noch ein närrisches Stelldichein – mit geforderter Zugabe.

Kaffeekränzle
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