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Frickingen Erst mitsingen, dann Film anschauen

Frickinger Filmauslese beteiligt sich mit "Sound of Heimat" am Frickinger Herbst. Im Lagerhäusle war volles Haus beim Auftritt von Dorle Ferber und Emmanuel Wolfram.

Manchmal ist die Seele in Musik gebettet. Und wenn die richtige Musik spielt, dann öffnet sie sich. Erwachen Erinnerungen an die Kindheit, die Schulzeit, den Urlaub oder an Zeiten von Widerstand und Rebellion. Gefühle aus guten und schlechten Zeiten spiegeln sich in Liedern wider. Die Frickinger Filmauslese hatte für den Frickinger Herbst einen besonderen Filmabend organisiert. Im musikalischen Dokumentarfilm "Sound of Heimat" von den Regisseuren und Drehbuchautoren Arne Birkenstock und Jan Tengeler reist der neusseländische Musiker Hayden Chisholm quer durch Deutschland. Er ist auf den Spuren nach deutscher Volksmusik.

Und genau zu diesem Thema, der deutschen Volksmusik, haben sich die Filmausleser Dorle Ferber eingeladen. Sie gestaltete, begleitet von Emmanuel Wolfram an der Rahmentrommel, das Vorprogramm zum Film.

Passend zum Film "Sound of Heimat" gestalteten Dorle Ferber und Emmanuel Wolfram das Vorprogramm mit deutschland Volksliedern.
Passend zum Film "Sound of Heimat" gestalteten Dorle Ferber und Emmanuel Wolfram das Vorprogramm mit deutschland Volksliedern. | Bild: Mardiros Tavit

"Dorle Ferber singt und spielt von Königskindern und dem wilden Wassermann – ein Mitsing-Konzert", hieß es in der Ankündigung. So war es dann auch. Die Tonkünstlerin aus Taisersdorf hatte jede Menge Geschichten und Anekdoten rund um deutsche Volkslieder mitgenommen. "Bei uns zu Hause wurde viel gesungen. Nicht nur an Festen. Auch beim Marmelade kochen", erinnert sie sich zurück. Von ihrer Mutter hat sie die alten Liederbücher geerbt, die weit in die 20er des letzten Jahrtausends zurückreichen. Irgendwie hat sie sich immer mit Volksliedern oder Heimatliedern beschäftigt. Schloss ihr Musikstudium mit dem Thema Auswandererlieder ab.

"Die Lieder wanderten", erzählt sie, "sie wurden von Reisenden und Wanderern ihn ihre Heimat mitgenommen, dort angepasst, und kamen wieder zurück", sie meint vorallem die Romantik. Eine Epoche, in der viele Lieder ihren Ursprung haben, die mit "deutsch" tituliert werden.

Mitsingen war ausdrücklich erwünscht. Das textsicher Publikum dankte der Musikerin mit großen Applaus.
Mitsingen war ausdrücklich erwünscht. Das textsicher Publikum dankte der Musikerin mit großen Applaus. | Bild: Mardiros Tavit

Mit "Es freit ein wilder Wassermann" begann ihr Liederreigen. Mitsingen war erwünscht. Das Publikum setzte textsicher das Singen an den richtigen Stellen an: "die schöne junge Lilofee." Das nächste Lied sei ein Zauberlied: "Der Jäger längs dem Weiher ging." Ohne besondere Aufforderung setzte der Chor ein: "lauf Jäger, lauf Jäger, lauf lauf lauf." Szenenapplaus!

"Wenn ich ein Vöglein wär", zu Johann Gottfried Herders Zeiten ein Liebes- und Sehnsuchtslied, heute eher unter der Kategorie Kinderlied eingestuft. Eine Geräuschkulisse war sogleich im Saal. Die Besucher zwitscherten und pfiffen wie die Vöglein im Wald, und ab und an schlich sich eine Möwe ein. Ruhig wurde es im Saal, Ferber besang "Die zwei Königskinder", die nicht zusammen finden durften.

Dorle Ferber begeisterte mit ihren Anekdoten und ihren Interpretationen von deutschen Volksliedern
Dorle Ferber begeisterte mit ihren Anekdoten und ihren Interpretationen von deutschen Volksliedern | Bild: Mardiros Tavit

Als Kind mochte sie traurige Lieder, sagt Ferber. Das waren die Lieder der Erwachsenen. Kinder aber sollten nur die lustigen Lieder singen. "Also zum Abschluss etwas lustiges: Lied von der bösen Ziege", führte Ferber ihr letztes Lied ein. Auch in Indonesien hätte sie das Lied gesungen. Überall stimmten die Kinder begeistert auf das Lied ein. Und das, obwohl das Lied in Schwyzer Dütsch gesungen wird.

Das Publikum war begeistert und dankte den Künstlern Dorle Ferber und Emmanuel Wolfram. Auch die Mitglieder der Filmauslese waren zufrieden. Denn auch während des Films wurde viel gelacht und applaudiert.


Die Filmauslese

Die Frickinger Filmauslese kam 1996 am Küchentisch zusammen. Die Mitglieder wollten in Gemeinschaft über Filme sprechen und sie auch zeigen. "Gute, witzige Filme mit Tiefgang", definiert Filmauslese-Mitglied Gottfried Grundler den Anspruch. Es traf sich gut, dass gerade das ZG-Lagerhaus in Altheim renoviert wurde. Seitdem finden dort die Filmabende statt. Während der Vorführabende bietet das Lagerhäusle zum Film passende Speisen an. Es kommen im Schnitt 40 Besucher. Zusätzlich werden an vier Sonntagen im Winter Kinderfilm-Nachmittage organisiert. Der Zuspruch ist so gut, dass nach Abzug der Verleihgebühren und anderer Kosten in der Zwischenzeit mehr als 10 000 Euro für soziale Zwecke verteilt wurden.

Weitere Informationen finden Sie unter: www.lagerhaeusle.de/kultur

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