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02.08.2011  |  von  |  0 Kommentare

Eriskirch Deutschlandtour: Hartz IV-Empfänger radeln von der Schussen bis an die Elbe

Eriskirch -  Organisiert vom Hamburger Verein und Treffpunkt „CaFée mit Herz“ wollen zehn seit Jahren arbeits- und zum Teil zudem obdachlose Menschen auf ihr Schicksal aufmerksam machen und zeigen, zu welcher Leistung Menschen fähig sind, wenn man ihnen eine Chance gibt.
Hintergrund: Der Verein
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Newsmanagerin Online Bodenseekreis-Oberschwaben / Linzgau-Zollern-Alb

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Eriskirch/Hamburg – Eine ganz besondere Fahrradtour beginnt am kommenden Freitag, 5. August, um 8 Uhr an der alten Holzbrücke in Eriskirch. Außergewöhnlich ist zum einen das ehrgeizige Streckenziel: Bis zum 19. August wollen die Teilnehmer Deutschland so gut wie durchradelt haben und in Hamburg ankommen. Außergewöhnlich sind aber auch die Teilnehmer selbst: Organisiert vom Hamburger Verein und Treffpunkt „CaFée mit Herz“ wollen zehn seit Jahren arbeits- und zum Teil zudem obdachlose Menschen auf ihr Schicksal, das auch viele andere betrifft, aufmerksam machen und zeigen, zu welcher Leistung Menschen fähig sind, wenn man ihnen eine Chance gibt.

„Ich wollte ein bundesweites Projekt starten, das auf die Problematik von Armut und Obdachlosigkeit im Sommer aufmerksam macht und nicht nur in der kalten Jahreszeit“, erklärt Organisatorin Margot Glunz. Unterwegs stellen verschiedene Städte den Radfahrern Übernachtungsmöglichkeiten und sanitäre Anlagen in Turnhallen zur Verfügung. Sie sorgen auch weitgehend für die Verpflegung, so Glunz. Übernachtet wird grundsätzlich im Schlafsack – auch in der Nacht vor dem Start.

Die Radfahrer kommen bereits am Donnerstag am Bodensee an und sammeln dann auf einem Zeltplatz in Eriskirch noch einmal alle Kräfte. Die Gemeinde Eriskirch bezuschusst die Fahrt, wie Bürgermeister Markus Spieth auf Anfrage mitteilte. Außerdem werden die Radler Eriskirch nicht ohne Proviant verlassen. „Generell finde ich die Aktion gut, um auf die Probleme aufmerksam zu machen“, so Spieth. „Aber auch für das Selbstwertgefühl der Teilnehmer ist es wichtig, denn auf die Leistung kann man schon stolz sein.“

Spieth gibt den Start am Freitagmorgen frei, dann geht es auf dem Schussenradweg unter anderem über Lochbrücke, Gerbertshaus, Kehlen, Sammletshofen, Brochenzell, Ravensburg, Weingarten, Mochenwangen und Aulendorf nach Bad Schussenried. Noch am Starttag, gegen 18 Uhr, wollen die Hamburger Radfahrer das von Eriskirch rund 120 Kilometer entfernte Erbach erreichen.

Auf ihrem Weg bis an die Elbe, der laut Margot Glunz überwiegend an Flüssen entlang führt, kommen die Radler durch Donauwörth, Rothenburg an der Tauber, Tauberbischofsheim, Gemünden, Fulda, Bad Hersfeld, Kassel, Beverungen, Hameln, Minden, Verden, Bad Fallingbostel und Buchholz. Am 19. August soll gegen 15 Uhr die Ankunft in Hamburg gefeiert werden.

„Diese Fahrradtour soll keine Betteltour werden, im Gegenteil“, erklärt Margot Glunz. „Uns geht es um den Mehrwert, der dahinter steht: um soziale Kompetenz, Teamgeist, Verantwortung und das Erreichen von Zielen.“ Für die Radfahrer bedeute das harte Training eine völlige Umstellung ihrer Tagesstruktur. „Mit Disziplin und Zuverlässigkeit wollen sie als Individualisten in einem Team ihren Platz zu finden. Wir freuen uns über jeden, der eine Strecke, eine Etappe oder mehrere Etappen mitfahren möchte“, so Margot Glunz. Eine Anmeldung sei nicht notwendig, Radfahrer können sich während jeder Etappe und so auch gleich zur ersten ab Eriskirch einfach anschließen. Die Zwischenzeiten – etwa wann die Radler durch Kehlen kommen – lassen sich nicht planen. Allerdings sind die Hamburger an ihren roten Trikots leicht zu erkennen. Mitfahrer müssen sich unterwegs allerdings selbst versorgen und – sofern sie mehr als eine Etappe mitradeln wollen – auch selbst eine Übernachtungsmöglichkeit suchen.

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