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Deggenhausertal Schüler freuen sich über Reitstunden

29.07.2009
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Mit der Pferde-AG spricht die Grund- und Hauptschule Deggenhausertal vorwiegend eine beliebte Mädchendomäne an. Elf Kinder nehmen das Kooperatiosprojekt zwischen dem Reitverein am Hofgut Wiggenweiler und der Grundschule voller Freude an.

Deggenhausertal – „Holt schon mal den Lucky raus“, sagte Patrick Merkel in der letzten Reitstunde vor den großen Ferien. Inzwischen können die Kinder das bereits selbständig. Merkel ist Vorsitzender des Reitvereins am Hofgut Wiggenweiler und Mitinitiator der Pferde-AG. Gemeinsam mit Konrektorin Christiane Hartmann kam dieser vor allem für Mädchen attraktive Kurs in Gang.

Im vierzehntägigen Rhythmus hat erst die fünfköpfige Gruppe der Erst- und Zweitklässler und dann die sechsköpfige Gruppe der Dritt- und Viertklässler die Chance, mit Pferden in Kontakt zu kommen. Und wer meint, es handle sich hier um eine Kuschelstunde mit Pferderomantik, der liegt falsch. Hochkonzentriert stehen die Kinder mit den drei Pferden Fitzi, Lucky und Fiskus im Reitstall und folgen diszipliniert den Anweisungen des Reitlehrers Patrick Merkel. Disziplin und Ordnung seien zwei wichtige Faktoren beim Reitsport, sagte Merkel.

Voltigieren geht zurzeit nicht, weil das geliebte Voltigierpferd „Amazone“ derzeit verletzungsbedingt ausfällt. „Die Kinder sind einerseits traurig, weil ihnen das Pferd leid tut, andererseits freuen sie sich, endlich selbst reiten zu können“, sagte Merkel. Seine jahrelange Erfahrung kommt hier natürlich zum Tragen. Er betreibt auf dem Hofgut Wiggenweiler eine Reitschule, einen Pensionsstall und den Reitverein.

Bevor es wirklich aufs Pferd geht, heißt es für die Schüler, am Phantom „Billy“ zu trainieren. Das ist eine leere Tonne, auf der man die notwendigen Bewegungsabläufe unbeschwert trainieren kann. An so einem Pferde-Mittag erwartet Patrick Merkel von den Kindern eineinhalb Stunden absolute Konzentration bei jeglichen Arbeiten rund ums Pferd. Sein Ziel ist es, die Kinder ans Reiten heranzuführen. Die Kinder der ersten und zweiten Klasse seien noch behutsam, während sich in der Gruppe der größeren Schüler so manches Talent finde, sagte Merkel, der es bedauert, dass in dieser AG nur ein Junge dabei ist. „Jungens toben sich vielleicht in diesem Alter lieber bei Ballspielen aus“, sagte Merkel achselzuckend.

Im Lauf des Jahres haben die Kinder gelernt, ein Pferd zu trensen, zu satteln oder zu bandagieren. Im Kurs geht es um Unfallverhütung aber auch darum, wie man im Trab, Schritt oder Galopp reitet. Und für so unliebsame Tätigkeiten wie Pferdeboxen putzen, Hof kehren oder Pferdeäpfel mit dem „Bollenboy“ aufheben darf sich niemand zu schade sein. Alles zusammen macht viel Freude, Spaß und gibt den Schülern Selbstvertrauen. Reiten ist ein vielseitiger Sport, der auch Kindern mit motorischen Problemen oder anderen Lernschwierigkeiten entgegen komme, so Merkel.

Belohnt werden die Nachwuchsreiter durch üppig Lob und den liebevollen Umgang mit dem Pferd, das bei richtiger Behandlung gerne das tut, was Kind möchte. Im Reitstall kommt die Motorik ins Spiel, das Zusammenspiel zwischen Pferd und Kind, dazu braucht man Taktgefühl und Rhythmus. „Ein Pferd ist kein toter Gegenstand wie ein Ball“, sagte Merkel. So ein Pferd kann auch mal einen schlechten Tag haben, darauf müssen die Kinder dann schon eingehen. Das reitende Miteinander kommt so gut an, dass Patrick Merkel die AG im nächsten Schuljahr wieder anbietet. Der beliebte Sport ist normalerweise kostenintensiv.

Für die Kinder der Grund- und Hauptschule Deggenhausertal kostet der Reitmittag jedoch nur zwei Euro, das sind im Halbjahr sechzehn Euro je Kind. Das Geld fließt dem Reitverein zu. „Die Kinder brauchen weder besondere Ausrüstung noch Pferdewissen“, sagte Merkel, der hofft, das eine oder andere Talent für den Reitsport gewinnen zu können.

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