Deggenhausertal Natur und Abenteuer im Zeltlager Schwende

Kinder und Teamer genießen erlebnisreiche Ferien beim Zeltlager des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend, Diözese Rottenburg-Stuttgart (BDKJ) in Schwende bei Urnau.

Ein kleines Camp mit großen Möglichkeiten, Leben in und mit der Natur – das haben sich die Teilnehmer am Zeltlager des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend, Diözese Rottenburg-Stuttgart (BDKJ) in Schwende bei Urnau schon immer gewünscht. Etwas versteckt auf einer Waldlichtung im Deggenhausertal liegt das Camp.

Im Friseursalon: Einge Mädchen flechten den anderen Zöpfe oder machen ihnen Strähnchen; wieder andere basteln oder malen. So gibt es individuelle Freizeitgestaltungen für die unterschiedlichsten Interessen. Bild: Wolf-Dieter Guip
Im Friseursalon: Einge Mädchen flechten den anderen Zöpfe oder machen ihnen Strähnchen; wieder andere basteln oder malen. So gibt es individuelle Freizeitgestaltungen für die unterschiedlichsten Interessen. Bild: Wolf-Dieter Guip

Hier ist wild-romantisches Zeltlager-Feeling angesagt. Gleich nebenan gibt es einen kleinen Streichelzoo mit Hasen, Ziegen, Meerschweinchen und in diesem Jahr Enten statt Schweine. Im Wald und am Bach wird Natur zum Erlebnis. Bei gemeinsamen Unternehmungen finden die Kids garantiert schnell neue Freunde. Und die Teamer sorgen dafür, dass die Ferien zum Erlebnis werden. Gemeinsam mit den Teilnehmern stellen sie ein spannendes Programm auf die Beine. Dabei wird Mitbestimmung großgeschrieben.

"Bei einem vorbereitenden Teamer-Treff zu Pfingsten haben wir als Camp-Motto 'Atlantis' erarbeitet und die Freizeit in diese Richtung geplant", erzählt der "Libero", der stellvertretende Lagerleiter, Franz Heger aus Augsburg. Er ist zum fünften Mal als Teamer dabei und betont, dass das Thema sehr flexibel ausgelegt wird; entsprechend der Teilnehmer und des Wetters. "35 Kinder zwischen sieben und 12 Jahren sind bei dieser von drei Camp-Freizeiten in Schwende dabei", erklärt Steffen Bassani, Bildungsreferent im BDKJ und im Zeltlager Seemoos. Das Lager in Schwende sei für 44 Teilnehmer ausgelegt.

Auf dem Wanderlager nach Willhelmsdorf wurden Bücher besorgt, die Informationen über die versunkene Stadt Atlantis preisgeben. Jetzt gilt es für die Teamer und Kinder die Erkenntnisse in einer Abendshow darzustellen.
Auf dem Wanderlager nach Willhelmsdorf wurden Bücher besorgt, die Informationen über die versunkene Stadt Atlantis preisgeben. Jetzt gilt es für die Teamer und Kinder die Erkenntnisse in einer Abendshow darzustellen.

Aktuell ist derzeit das Thema Unwettergefahren. Hierzu meint Steffen Bassani, dass die drei BDKJ-Lager in der Region relativ windgeschützt liegen. Es gibt Evakuierungspläne, man orientiert sich an Unwettermeldungen und es gibt eine Zusammenarbeit mit dem Deutschen Wetterdienst. Auch kommen die Waldbesitzer ihren Sicherungspflichten nach und es gibt nach 30 Jahren Zeltlager Schwende beste Beziehungen zu den Verpächtern und den Nachbarn, schildert Bassani die Situation.

Was geht so ab im Lager? Gemeinsam mit anderen Kindern herumtoben, spielen und verrückte Dinge ausprobieren. Auf geht's in den Wald: Eine Hütte wird gebaut oder man geht auf Entdeckungsreise. Auch Wasserratten kommen bei einer Bachwanderung auf ihre Kosten. Der Tagesablauf folgt einem gewissen Rhythmus: Nach dem Wecken mit Musik, dem gemeinsamen Frühstück leitet ein aktivierendes Spiel den Tag ein. Anschließend übernimmt jedes Zelt täglich wechselnde Aufgaben wie Holz sägen fürs Lagerfeuer, Mithilfe bei der Küchenarbeit, Sauberhalten des Zeltlagerplatzes und die Versorgung der Tiere. Nach dem Mittagessen ist Siesta oder freie Zeit zum Spielen. Nach einer kleinen Zwischenmahlzeit startet das jeweilige Tagesprogramm. Am Abend kommt nach dem Abendessen das Chillen am Lagerfeuer nicht zu kurz. Es wird gesungen, gespielt, unterhalten sowie Planungen für den kommenden Tag besprochen.

Die neunjährige Marla aus Limpach findet das Holzhacken ganz spannend.
Die neunjährige Marla aus Limpach findet das Holzhacken ganz spannend.

Das sagen Steffen Bassani und Franz Heger zur Bildungspolitik und Jugendarbeit

"Die Wirtschaft sucht krampfhaft Fachkräfte, bei denen heute Soft-Skills wie ehrenamtliche Tätigkeiten, soziale Kompetenz und Erfahrungen in Jugendarbeit gefragt sind", meint Franz Heger, stellvertretender Lagerleiter, der als Softwareentwickler arbeitet. In seinem Urlaub bespaßt er Kinder. "Man muss viel investieren, aber bekommt viel mehr von den Kindern zurück", so Heger. Allerdings seien viele Unternehmen nicht bereit, Mitarbeiter für gewisse Zeiten freizustellen, um diese ehrenamtliche Tätigkeit auszuführen. Schließlich müssen die Teamer auch entsprechend ausgebildet werden. Steffen Bassani, Bildungsreferent im BDKJ und im Zeltlager Seemoos, kritisiert die Bildungspolitik: "Studenten haben heute keine Semesterferien mehr, sondern in diese Zeit liegen viele Prüfungen, Pflichtpraktika und Prüfungsvorbereitungen." Dadurch fehlten dem BDKJ mehr und mehr Betreuer.

In diesem Jahr haben laut Steffen Bassani etwa 30 Prozent der Teamer kurzfristig aus Studiengründen absagen müssen. Deshalb werden auch jetzt noch Leute gesucht. Knapp 3000 Kinder und Jugendliche nehmen jedes Jahr an den Freizeiten der BDKJ-Ferienwelt teil. Für eine optimale Betreuung und Begleitung sind rund 600 ehrenamtliche Freizeitleiterinnen und Freizeitleiter erforderlich. Träger ist der Bund der Deutschen Katholischen Jugend in der Diözese Rottenburg-Stuttgart. Die Teamer sollten mitbringen: Kinder und Jugendliche zu Aktivitäten und Eigeninitiative anregen, Konflikte erkennen und damit umgehen können, Programmideen in den Bereichen Spiel, kreatives Gestalten, Gesprächsangebote entwickeln, Teamfähigkeit und die Bereitschaft, Fehler einzugestehen, praktische Fähigkeiten und Organisationstalent. (wdg)

Informationen im Internet: https://bdkj-ferienwelt.drs.de

Ihre Meinung ist uns wichtig
Spannende Reiselektüre vom Bodensee und Schwarzwald
Neu aus diesem Ressort
Deggenhausertal
Deggenhausertal
Deggenhausertal
Deggenhausertal
Deggenhausertal
Deggenhausertal
Die besten Themen
Kommentare (0)
    Jetzt kommentieren