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Deggenhausertal Holz Knisel strukturiert in Wittenhofen um

08.02.2012
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Das Unternehmen hat ein überdachtes Holzlager abgerissen. Auf dem Grunstück soll ein Wohnhaus für „Lebensräume für Jung und Alt“ entstehen. Schon im März ist Baubeginn.

– Bald bekommt die Firma Holz Knisel neue Nachbarn. Vorige Woche hat das Traditionsunternehmen im Ortskern von Wittenhofen auf dem jüngst an die Gemeinde verkauften Grundstück das überdachte Holzlager abgebaut. Nun muss ein altes Wohnhaus auf dem ehemaligen Knisel-Gelände abgerissen werden. Im März soll dort Baubeginn für das Wohnhaus Lebensräume für Jung und Alt sein.

„Wir hatten noch nie direkte Nachbarn“, sagt Andrea Knisel. Die Familie sei aber sehr optimistisch. Die Zufahrt zu den künftigen Nachbargebäuden ist vom Busbahnhof herkommend in die Schulstraße mündend geplant. Die Zufahrt zum Firmengelände Knisel von der Badener Straße über die Holzbrücke ist eine Privatzufahrt.

Seit 1926 betreibt die Familie Knisel ihre Sägerei mitten in Wittenhofen. „Dort soll sie auch bleiben“, sagt Hermann Knisel, Geschäftsführer von Holz-Knisel. Eine Sägerei in dieser Größenordnung könne man nicht umsiedeln, so Knisel. Seine Großeltern hatten das damals rund zehn Jahre alte Sägewerk im Jahr 1926 gekauft. Damals gehörten noch Mühle und Landwirtschaft dazu. Als Wohnhaus und Mühle 1932 einem Brand zum Opfer fielen, bauten die Großeltern das Ganze wieder auf. In den 50er Jahren übernahmen Sägewerkstochter Klara und ihr Mann Hans Knisel das Sägewerk. Ab dieser Zeit hieß es Sägewerk Knisel. In den Jahren 1965 und 1966 baute die Familie ein neues, modernes Sägewerk. „Damals war die Mühle noch in Betrieb“, erzählt Hermann Knisel. Er hat diese Phase als achtjähriger Bub miterlebt. Kurz danach wurde der Mühlenbetrieb eingestellt.

Vor 30 Jahren hieß die Firma dann Hans Knisel und Sohn, bevor 1988 die endgültige Firmenübergabe an Hermann Knisel stattfand. Der machte aus dem Unternehmen die Holz Knisel GmbH. Inzwischen sind aus den drei bis vier Beschäftigten 17 Beschäftigte geworden. „Holz Knisel ist trotz der GmbH-Gründung ein Familienbetrieb geblieben“, sagt Hermann Knisel, „da steckt viel Herzblut drin.“

Schon in den 70er Jahren begann das Unternehmen mit der Herstellung von Paletten und Kisten für die Industriebetriebe in der Region. Zeitgleich hat die Familie die Landwirtschaft endgültig an den Nagel gehängt und die Stallgebäude so umgebaut, dass der Palettenbau Platz fand. So wurde mitten in Wittenhofen stetig aus- und umgebaut. Bis Knisel 2008 den Paletten- und Kistenbau nach Untersiggingen auf 5500 Quadratmeter auslagerte und in einer bestehenden Gewerbehalle unterbrachte. Dort wird jetzt das Lager erweitert.

In Wittenhofen bleibt auf jeden Fall die Sägerei. „Es gibt nicht mehr viele in der Region“, sagt Knisel. Auf rund 12 000 Quadratmetern Fläche wird derzeit die Logistik geändert, intern umstrukturiert und das Lagersystem erweitert. Momentan ersetzt ein Krage-Regallager, ähnlich einem Hochregallager, die jüngst abgebaute Lagerhalle mit Dach. „Auch uns hat die Rezession zu schaffen gemacht“, sagt der Firmenchef. Nach stetem Wachstum sei dies eine schwierige Zeit gewesen. „Wir holen jetzt gerade wieder auf und stabilisieren uns am Markt“. Dazu hat sich das Unternehmen während der letzten zwei Jahre verstärkt um die Kundenpflege im eigenen Land, aber auch in der Schweiz, Österreich und in Italien gekümmert. „Frankreich wäre auch noch schön“, verrät Knisel eines seiner nächsten Ziele. Außerdem will die Firma nicht nur Kisten und Paletten herstellen und den Sägereibetrieb aufrechterhalten, sondern plant derzeit eine Dienstleistung anzubieten, die auch das Verpacken der Paletten beinhaltet. „Jetzt liefern wir nur, dann würden wir entweder bei uns oder direkt vor Ort verpacken“, so Hermann Knisel.

Über all dem Kontakt zur Industrie und mittelständischen Betrieben sollen die Kunden vor Ort aber nicht zu kurz kommen – Heimwerker und Handwerker sind dem Unternehmerpaar schon immer wertvoll. Dies deckt sich auch mit dem heimatverbundenen Faible für die Umwelt. Knisel kauft ausschließlich Holz aus der Region. „Wir wollen Holz der kurzen Wege“, so Knisels Motto.

Lebensräume "für Jung und Alt" in Wittenhofen
Liebe Knisels, mit grosser Begeisterung habe ich den Bericht über Euer Unternehmen gelesen.
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