Mit dem Berggasthof Höchsten hatte sich die Freiwillige Feuerwehr Illmensee ein sehr anspruchsvolles Objekt für ihre Hauptübung ausgesucht. „Gerade weil Gasthof und Hotelbereich stark erweitert wurden und sich die Löschsysteme der Wehren aus Illmensee und Deggenhausertal hier überkreuzen, ist auch die Feuerwehr Deggenhausertal einbezogen“, erklärte Wirt Hans Peter Kleemann. Weitgehend zufrieden mit der Übung zeigte sich der Bürgermeister von Illmensee, Jürgen Hoffmann, der sein Amt seit Januar 2012 ausfüllt. Als etwas verhaltenes Resümee meinte Hoffmann: „Es ist trotz allem ein sehr strukturiertes Vorgehen der beiden Wehren zu beobachten gewesen.“ Die verlangten Leistungen der einzelnen Wehrleute seien zufriedenstellend erbracht worden, zumal es sich um ein sehr schwieriges Objekt handeln würde. Und das „trotz allem“? Der Schlüssel zum „Tunnel“ des Lieferanteneingangs war bei der Wehr in Illmensee. Nachdem die komplette Feuerwehr aus Deggenhausertal nach der Alarmierung geschätzte fünf Minuten früher am Brandort war als die Kameraden aus Illmensee, hätten diese im Ernstfall die Tür aufbrechen müssen. Und der Kommandant der Wehr aus Deggenhausertal, Ernst Mecking, ergänzte: „Durch den fehlenden Schlüssel hatten die zuerst am Brandort angekommenen Kameraden keinen Zugang zur Brandmeldeanlage. Hier kann man ablesen, welcher Brandmelder im Haus zuerst den Brand erkannt hat.“ Das sei sehr wichtig, damit die Feuerwehrleute sofort wissen, wo sich der mögliche Brandherd befinden kann.
Nachdem die Sigmaringer Leitstelle nach Ravensburg verlegt wurde, sei der Alarm in Ravensburg aufgelaufen. Vielleicht sei es besser, eine Objektalarmierung über die Leitstelle des Bodenseekreises einzurichten; dies müsse jedoch feuerwehrintern besprochen werden. Man müsse auch an den Winter denken, da seien die Fahrzeuge im Tal vielleicht nicht so gut ausgerüstet wie die in Pfullendorf.
Und warum waren die Fahrzeuge aus Deggenhausertal schneller vor Ort, als die aus Illmensee? „Wir von Wittenhofen haben 5,7 Kilometer Anfahrtsweg bei 300 Metern Höhenunterschied und haben auch die kräftigeren Fahrzeuge. Von Illmensee aus sind es 7,7 Kilometer und die Fahrzeuge sind wohl auch etwas älter“, erklärte Mecking. Ziel der Übung sei es auch gewesen, mögliche Abstimmungsprobleme der Wehren aus zwei Landkreisen zu erkennen und die Koordination und Leistungsfähigkeit der Wehrleute zu testen. Vor daher war die Übung für Bürgermeister Hoffmann ein Erfolg. „Wichtig ist die Zusammenarbeit zwischen der Wehren und Gemeinden vor allem auch vor dem Hintergrund, weil irgendwann die Tageseinsatzbereitschaft der Wehren gefährdet ist und dann eine gute Zusammenarbeit unabdingbar sein wird. Es kann auch nicht jede Wehr alles erforderliche Material vorhalten“, schloss Knut Simon, Bürgermeister von Deggenhausertal.
