Mein

Deggenhausertal Erster Schenktag in Deggenhausertal ein voller Erfolg

Der erste Schenktag in Deggenhausertal, bei dem Interessierte zuhause aussortieren und andere diese Dinge kostenlos mitnehmen konnten, war ein voller Erfolg. Einziger negativer Punkt: Am Ende der Veranstaltung waren auch zwei Spendenkässle mit Geld verschwunden. Initiatorin Yvonne Denzler hofft, dass die ehrlichen Finder sich melden.

Deggenhausertal – Die Idee hatten einige, Yvonne Denzler setzte sie um: Die Gemeinwesenarbeiterin der Bürgerstiftung Deggenhausertal organisierte den ersten Schenktag. Familien und Einzelpersonen hatten ihre Wohnungen nach Dingen durchforstet, die sie nicht mehr benötigten. Am Schenktag trugen sie Kindersitze, Spielzeug, Bücher, Küchenutensilien, Radhelme, Geschirr, Stofftiere, Dekoartikel, Kleidung, Taschen, Tee, Schmuck, CDs und Raritäten wie Omas Bettflasche ins Feuerwehrhaus Wittenhofen und dekorierten sie auf den Tischen.

Schon 20 Minuten vor der Zeit durften die Interessierten den Raum "stürmen", wobei es sehr gesittet zuging, wie Regina Wengle aus Friedrichshafen befand: "Toll, wie zivilisiert und ruhig die Leute waren. In größeren Städten werden die Besucher geschubst und geschoben und es wird das Zeug an sich gerafft, weil es umsonst ist. Hier haben sogar die Kids gefragt, ob sie das oder das haben dürfen." Die 35-Jährige hatte den nahen Kinderkleiderbasar besucht und den Schenktag zufällig entdeckt. Genau auf diese Vernetzung hatte Yvonne Denzler gehofft.

Vier Generationen, Männer wie Frauen, stöberten und freuten sich über neue Schätze. Immer wieder ein "ohh!" oder ein "ach, schau mal" beim Entdecken von alten Spielsachen, Plattenspielern oder Mostkrügen. Ganz versunken saß ein Mann auf einer Kiste und blätterte in einem alten Buch, begeistert nahmen zwei junge Frauen Rucksäcke mit Leoprint mit. Sarah Fuchs, 33, aus Wahlweiler freute sich über die Umsetzung dieser Recycling-Idee. Sie schob ihren Einjährigen auf dem Kinderrädle und freute sich mit ihrer Tochter Miriam über eine Spielzeuggarage.

Dort kann die autobegeisterte Sechsjährige, die später mal Busfahrerin werden will, ihre Matchboxautos unterstellen. Kurt Haskic, 31, aus Wittenhofen vervollständigte seine Beethoven-Plattensammlung und hatte auch noch Mozart für die Freundin unterm Arm. Die Platten werden auf dem 20-jährigen Gerät mit altem Röhrenverstärker abgespielt.

Sarah Ulmer, 33, aus Tübingen und Martina Volkmann fanden für das Gemeinschaftsprojekt Haslachhof allerlei Nützliches: Schalen, Gläser, Lampen, Schüsseln, Dosen, einen Wäschekorb sowie Schlittschuhe für den Sohn. Ahmad Nader, 19, aus Untersiggingen war glücklich über einen putzigen Stoffbären.

Michael Schreck, 57, hatte der retrointeressierten Tochter eines Freundes seinen Plattenspieler mit 15 Platten geschenkt, die diese immer wieder hört. "Das ist für die jungen Leute etwas Besonderes. Aus dem Schallplattenhören machen sie eine Zeremonie, brühen sich Tee und genießen das Knistern des Plattenspielers." Nun wollte er sie mit weiteren Scheiben beglückt. Für sich hatte er CDs und ein Telefon ergattert. "Man findet hier Sachen, die man früher selbst rausgeworfen hat", schmunzelte der "eher auf skurrile Dinge" Stehende. Da wäre er mit den ausgestellten Ablaichkästen gut bedient gewesen.

Yvonne Denzler war nach zwei Stunden sehr zufrieden. Wichtig war ihr, dass geschenkt und nicht verkauft oder getauscht wurde. Das Gratisangebot hatte übrigens bei einem Kind ungläubiges Staunen und die Frage ausgelöst: "Darf ich das jetzt wirklich mitnehmen und behalten?"

Leerräumen und Stöbern darf man auch 2018 wieder: Yvonne Denzler plant eine Neuauflage. Die übrig gebliebenen Sachen werden sortiert und ins Caritaskaufhaus Friedrichshafen gebracht. Das nicht mehr Brauchbare kommt zum Sperrmüll. "Es hatte wenigstens seine Chance", sagte die Organisatorin lächend.

 

Zwei Spendenkässle verschwunden

Yvonne Denzler strahlte. Der erste Schenktag hatte viele gefreut: diejenigen, die sich erleichtert von Sachen trennten, in der Gewissheit, dass andere sie brauchen können, und die Beschenkten, die sich selbst heraussuchen konnten, was sie haben wollten.

Die gute Stimmung wurde nur zum Schluss getrübt. Die zwei Spendenkässchen auf dem Tisch vor dem Raum waren kurz vor Schluss verschwunden: das eine in Form einer Kaffeetasse, das für den bereitgestellten Kaffee und den gespendeten Kuchen in Selbstbedienung bestimmt war, das andere ein Sparschwein mit der Aufschrift "Bürgerstiftung sagt Danke". Nicht nur, dass damit einige Münzen und Scheine verschwunden sind, die der Stiftung gespendet werden sollten. Yvonne Denzler vermisst auch das Schwein selbst, das sie zu ihrer Hochzeit bekommen hatte.

Sie hofft auf ein Missverständnis und darauf, dass dieses Mitgenommene seinen Weg zurückfindet. Melden können sich die Finder vormittags bei Yvonne Denzler unter der Telefon-Nummer 0 75 55/9 27 99 37.

Erleben Sie den Komfort von SÜDKURIER Digital und erhalten Sie dazu das iPad Air 2 ab 19,90 € monatlich.
Frühling bei SÜDKURIER Inspirationen!
Korrekturhinweis
Neu aus diesem Ressort
Deggenhausertal
Markdorf
Deggenhausertal
Deggenhausertal
Deggenhausertal
Deggenhausertal
Die besten Themen
Kommentare (0)
    Jetzt kommentieren
    Jetzt Newsletter anfordern:
    © SÜDKURIER GmbH 2017