Deggenhausertal (atr) Auf die noch nicht flächendeckend funktionierende Breitband-Internetversorgung im Deggenhausertal hat Andreas Redlich aus Deggenhausen reagiert.
Er richtete sich in einem Anschreiben an Bürgermeister Knut Simon mit Fragen zur angestrebten Internet-Breitbandlösung „Wimax-Standard“ von der Firma Neckarcom, die gemeinschaftlich mit den Nachbarstädten Markdorf und Bermatingen stattfinden soll.
Den am 9. Juni 2010 an Gemeindeverwaltung, Gemeinderäte und Presse versandten Brief wird Bürgermeister Knut Simon nicht wie vom Schreiber gewünscht in der Gemeinderatssitzung am kommenden Dienstag, 15. Juni, beantworten, da die Tagesordnung für diesen Termin bereits veröffentlicht ist. „Wir nehmen die Anregungen ernst, bleiben am Ball und beantworten die Fragen in einem direkten Schreiben“, sagte Bürgermeister Simon. Die Fragen seien teils „aus Halbwissen“ gestellt, sagte Simon. Die Gemeinden Deggenhausertal, Markdorf, Bermatingen, Salem, Heiligenberg, Stetten und Meersburg hatten im Mai 2009 auf interkommunale Zusammenarbeit gesetzt – und auf das Pilotprojekt Wimax. Letzteres hat sich in der ursprünglich geplanten Form als nicht umsetzbar erwiesen, Grund war die schlechte Kosten-Nutzen-Rechnung. Das habe den Anbieter ein wenig flügellahm gemacht, so Simon. Inzwischen sind noch Markdorf und Bermatingen mit im Team, die anderen Gemeinden bemühen sich um individuelle Lösungen.
Das neue „Wimax-System“, das die Firma Neckarcom derzeit plant, arbeitet mit Richtfunk und bringt ein Mehrfaches an Megabite-Leistung. „Dieses neue System finden wir attraktiv“, sagt der Bürgermeister. Mit dieser Funk-Lösung wären die Teilorte mit schwieriger Anbindung wie die Altgemeinde Homberg bestens versorgt.
Das Problem mit der Breitband-Internetversorgung liege auch im fehlenden Bedarf. Die Gemeinde habe die ortsansässigen Firmen angesprochen und erfahren, dass derzeit kein Interesse besteht. Die Leerrohre liegen bis ins Industriegebiet Deggenhausen. „Da bläst die TWF auf Anfrage schon Glasfaser rein, wenn hinten einer Interesse hat“, so Simon. Das Gewerbegebiet Mennwangen könnte mit dem neuen Funk-System versorgt werden. Auch könnten Breitbandkabel in Abwasserkanälen verlegt werden, so der Bürgermeister. Eine Möglichkeit, die vom Gemeindetag befürwortet wird und im Tal durchaus möglich wäre.