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Bodenseekreis „Uns gehen langsam die Schüler aus“

17.09.2012
Bodenseekreis -  Kreis-SPD diskutiert das Fehlen von 280 000 Arbeitskräften in Baden-Württemberg bis 2015

Volker Frede (links) von der Agentur für Arbeit in Ravensburg schaffte die statistischen Grundlagen zum Thema „Fachkräftemangel in der Bodensee-Region“ beim einen Informations- und Gesprächsabend des SPD-Kreisverbandes Bodenseekreis in Kluftern.  Bild: Guip

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Mit dem Thema „Fachkräftemangel in der Bodensee-Region“ beschäftigte sich der SPD-Kreisverbands Bodenseekreis bei einer Veranstaltung in Kluftern. Grundlagen des Informations- und Gesprächsabend waren Daten und Erkenntnisse, die Volker Frede, Geschäftsführer operativ, der Agentur für Arbeit vortrug. Teilnehmer waren Mitglieder der Kreis-SPD, Vertreter von Gewerkschaften und der Kreishandwerkerschaft.

Eingangs betonte Frede: „Bis zum Jahr 2015 fehlen 280 000 Arbeitskräfte in Baden-Württemberg, davon 100 000 mit Hochschulabschluss“. Dies beträfe in unserer Region besonders die naturwissenschaftlichen Bereiche Ingenieure, Techniker, Installateure und Elektriker aber auch Dienstleister, Kaufleute, Gästebetreuer und Personen im Gesundheits-, Sozial und Erziehungswesen. Bei der niedrigen Arbeitslosenquote von 2,8 Prozent im August, dies entspricht 8781 Arbeitslosen, stehen 4380 Stellensuchende gegenüber. 800 offenen Ausbildungsstellen stünden aktuell nur 200 Stellensuchende gegenüber. „Uns gehen aufgrund der Demografie langsam die Schüler aus“, so Frede. Er erläuterte die Maßnahmen der Arbeitsagentur um Arbeitsmarktreserven zu erschließen: Schulabgänger ohne Abschluss reduzieren, Ausbildungs- und Studienabbrecher verringern, die Teilnahme von Frauen und älterer Menschen am Erwerbsleben erhöhen, Ausbildung und Qualifizierung zu steigern sowie flexible Arbeitszeitmodelle zu nutzen.

Sabine Hofmann von der Gewerkschaft Verdi malte ein düsteres Bild: Derzeit fehlten 15 500 Fachkräfte im Gesundheitsbereich, im Jahre 2030 würde sich diese Zahl verdoppeln und im Bereich der Pflege von derzeit 2000 auf dann 20 000. Die Gründe für diese Misere lägen vor allem in der schlechten, „unterirdischen“ Bezahlung. Die Gewerkschaft verdi fordert eine bessere Bezahlung, die Qualifikationen zu steigern, Auszubildende zu übernehmen und Zuwanderung zu fördern.

Die DGB-Kreisvorsitzende Lilo Rademacher berichtete von einem Projekt „Förderjahr“ mit ZF, Zeppelin, Tognum und der Arbeitsagentur, bei dem benachteiligte Jugendliche soziale Kompetenz und Teamfähigkeit lernen sollen. Georg Beetz von der Kreishandwerkerschaft: „Die demografische Entwicklung führt zu einem Verteilungskampf um Arbeitskräfte“. SPD-Kreisvorsitzender Adnan Sabah formulierte die Forderungen zur Begegnung des Fachkräftemangels sowie das entsprechende Angebot der SPD.

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