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Bodenseekreis Typisierungsaktion: Lucas' Vater fehlen die Worte

Die Typisierungsaktion am vergangenen Sonntag, von der man sich einen Stammzellenspender für den an Leukämie erkrankten zweijährigen Lucas Tylla erhofft, hat alle Rekorde gesprengt: 7327 Menschen ließen sich typisieren. Zur Deckung der Laborkosten fehlen noch 170 000 Euro.

Wie viele andere, sprach auch Max Markgraf von Baden (rechts), der stellvertretende DRK-Kreisvorsitzende, Lucas' Vater, Christof Tylla (links), während der Typisierungsaktion Zuversicht zu.
Wie viele andere, sprach auch Max Markgraf von Baden (rechts), der stellvertretende DRK-Kreisvorsitzende, Lucas' Vater, Christof Tylla (links), während der Typisierungsaktion Zuversicht zu. | Bild: BILD: Schober

Die überwältigende Beteiligung an der Typisierungsaktion am vergangenen Sonntag, von der man sich einen potenziellen Stammzellspender für den an Leukämie erkrankten zweijährigen Lucas Tylla aus Salem-Mimmenhausen erhofft, war gestern das beherrschende Tagesgespräch in der Bevölkerung. 7327 Menschen haben sich Blut abnehmen lassen, um sich typisieren zu lassen. Alle in der Hoffnung, dass sich ein Lebensretter für den todkranken Lucas findet.

„Das war die größte Beteiligung aller Zeiten“, freute sich Martina Wanner von der DKMS (Deutsche Knochenmarkspenderdatei) gestern. Einmalig auch, dass bei der Typisierungsaktion 95 000 Euro in die aufgestellten Spendenboxen gesteckt wurden.

Neben der Freude über die hohe Beteiligung an der Typisierungsaktion und der damit gestiegenen Chancen, für den kleinen Lucas doch noch einen Lebensretter zu finden, machte sich mitunter auch schiere Sprachlosigkeit über die Welle der Hilfsbereitschaft breit. „Mir fehlen die Worte“, äußerte sich Lucas' Vater, Christof Tylla, gestern mit ergriffener Stimme gegenüber dem SÜDKURIER. So erging es auch vielen anderen. „Ich war den Tränen nahe, als ich diese Menschenschlangen vor dem Salemer Bildungszentrum gesehen habe“, sagt Yvonne Löchle aus Mimmenhausen. „Das ist doch ein schönes Zeichen, dass man hier noch zusammenhält, wenn's drauf ankommt.“

Überall hört man auch Anerkennung, wie gut die Typisierung organisiert war. „Obwohl eine riesige Schlange vor mir war, war ich nach etwa einer halben Stunde mit allem durch“, hat Daniel Ertl aus Markdorf-Leimbach ein dickes Lob für die Helfer übrig. Diese erledigten alles von den schriftlichen Formalitäten über die Blutabnahme bis zur Betreuung, wenn es dem einen oder anderen einmal ein bisschen übel wurde.

Die rund 400 freiwilligen Helfer hätten an diesem Tag alles gegeben, betont Martina Wanner von der DKMS. Rund zwölf Stunden seien sie so gut wie im Dauereinsatz gewesen. Und am Ende hätten sie sogar noch beim Aufräumen geholfen. „Eigentlich“, so Wanner, „hätten wir alle Anlass gehabt, den Erfolg der Aktion noch ein bisschen zu feiern. Aber wir waren alle so platt, dass jeder nur noch seine Sachen zusammengepackt hat und nach Hause gegangen ist.“ Martina Wanner versichert aber: „Den Helferhock holen wir noch nach.“

Aufgrund der hohen Zahl von Blutuntersuchungen, die jetzt vorgenommen werden müssen, steigen auch die Kosten gewaltig – auf 370 000 Euro. Bislang stehen 200 000 Euro auf den Spendenkonten. „Wir benötigen also noch 170 000 Euro“, sagt Martina Wanner.



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