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Bodenseekreis Transparenz vom Acker bis zur Theke

12.05.2009
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Nun ist es amtlich: Die Immen-staader Bäckerei Heger backt Brötchen mit Linzgau-Korn. Beim Stehempfang durften sich Gäste und Kunden direkt von der Qualität der Produkte überzeugen. Das Projektteam Linzgau-Korn unter Leitung von Christa Balser freute sich, mit Bäcker Heger einen neuen Partner gewonnen zu haben. Der regionale Zusammenschluss zwischen Landwirten, Mühle und Bäckereien in der Region Linzgau beginnt Früchte zu tragen. Bäckermeister Josef Baader, der erste Projektpartner, hat seinem Kollegen Roland Heger die Feldtafel Linzgau-Korn – Qualität, fair gehandelt, aus der Region – überreicht. Baader hat mehrere Bäckereien in Salem, Überlingen und Frickingen. „Die Bäckereien Heger und Baader passen gut zusammen“, sagte er.

Die Kriterien von Linzgau-Korn sind streng: Wer sich auf die Zusammenarbeit einlässt, darf keine industriell gefertigten Backmischungen oder zugekaufte Teiglinge verwenden. Gentechnikfreie Zutaten sind Ehrensache und der Lizenznehmer verpflichtet sich, nach den anerkannten Qualitätsrichtlinien zu arbeiten. „Es gilt Transparenz vom Acker bis zur Theke, die von externen Institutionen geprüft wird“, sagte Baader.

Die Philosophie „Fairer Handel“ habe vor zwei Jahren mit der Aussaat begonnen, die eine spannende Zeit nach sich gezogen habe, so Baader. Bekommen die Landwirte im freien Handel für 100 Kilogramm Getreide 11 bis 13 Euro, so erhält der Anbauer von Linzgau-Korn für 100 Kilogramm 22 Euro. Diesen Mehrpreis, den der Bäcker für sein qualitativ hochwertiges Mehl bezahlen muss, schlägt sich aufs Brötchen mit einem Cent und aufs Brot mit fünf Cent nieder. Ein verschwindend geringer Mehrpreis für den Verbraucher, der dafür Qualität aus der Region bezieht.

Bürgermeister Jürgen Beisswenger gratulierte Bäckermeister Roland Heger. „Davon profitieren auch unsere Gäste, die im Urlaub nach Ursprünglichem suchen“, sagte er. Die Aufbruchstimmung in der Gemeinde, die Ansiedlung von dynamischen und kreativen Betrieben seien eine Bereicherung für Immenstaad. Michael Baldenhofer von Plenum, ebenfalls im Projektteam Linzgau-Korn, hob die nachhaltige regionale Entwicklung in Natur und Umwelt hervor, die durch das Projekt gefördert werde.

„Der Weltmarktpreis für Getreide hat es unseren Landwirten unmöglich gemacht, kostendeckend zu arbeiten“, sagte Karl Fuchs, Leiter des Landwirtschaftsamtes im Landratsamt Bodenseekreis. So sei es zu begrüßen, dass rund 7000 Hektar Getreidefläche, davon 3000 Hektar Weizen und Dinkel, Abwechslung in unsere Obstlandschaft bringe. Es profitierten nicht zuletzt die Verbraucher von Linzgau-Korn, sagte Fuchs. „Man ist, was man isst“, lautet seine Devise.

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