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Bodenseekreis Tierschützer gehen gegen Behörden vor

Die Tierschutzorganisation Peta hat Dienstaufsichtsbeschwerden gegen Staatsanwaltschaft und Veterinäramt erhoben. Angeblich herrschen in einem Tettnanger Hundezuchtbetrieb trotz erfolgter Anzeige miserable Zustände.

Schon im letzten Jahr hatte der SÜDKURIER über einen Hundezuchtbetrieb in Tettnang-Bürgermoos berichtet, in dem laut Tierschutzorganisation Peta beklagenswerte Zustände herrschten. Im Februar 2011 erstatteten die Tierschützer Anzeige gegen den Züchter und dessen Ehefrau bei der Staatsanwaltschaft Ravensburg wegen Verstößen gegen das Tierschutzgesetz. Da sich seither die Ermittlungen in die Länge ziehen und sich nach Aussage von Zeugen und Peta an der Lage der Schäferhunde nichts geändert habe, hat die Tierschutzorganisation nun Dienstaufsichtsbeschwerden sowohl gegen die Staatsanwaltschaft Ravensburg als auch gegen das Veterinäramt des Bodenseekreises eingelegt. „Angesichts der bescheidenen Mittel, über die eine Nichtregierungsorganisation nur verfügt, ist dies ein letzter verzweifelter Hilferuf“, so Edmund Haferbeck, juristischer Berater bei Peta. Die Tierschutzorganisation hatte im vergangenen Jahr die Zustände in der Anlage gefilmt und die Aufnahmen den Behörden zur Verfügung gestellt.

Auf Nachfrage des SÜDKURIER bestätigte Karl-Josef Diehl, Sprecher der Ravensburger Staatsanwaltschaft, dass die Ermittlungen in diesem Fall noch bei der Polizei lägen, die Staatsanwaltschaft daher auch noch nicht hätte tätig werden können. Über ein Jahr lang ermittelt schon die Polizeihundeführerstaffel in Markdorf in diesem Fall. Nun sollen die Ergebnisse noch in dieser Woche an die Staatsanwaltschaft übergeben werden, das bestätigte die Polizei gegenüber dem SÜDKURIER auf Nachfrage. „Es waren so viele Zeugen zu vernehmen und so viel Bild- und Videomaterial zu sichten. Daher hat das Verfahren sich so in die Länge gezogen“, erklärte Wolfgang Hoffmann, Sprecher der Friedrichshafener Polizei.

Ungeachtet dessen erheben Anwohner aus Bürgermoos und die Tierschutzorganisation Peta neue Vorwürfe. „Die Zustände dort sind furchtbar. Die Tiere leiden und das Wasser in ihren Näpfen friert ein“, sagt etwa Maria Fröhle, die täglich mit ihren eigenen Hunden beim Zwinger spazieren geht. Sie hat erst vor wenigen Tagen das Veterinäramt auf die miserablen Zustände der Hundezucht „Schwarze Seeperlen“ aufmerksam gemacht. Robert Schwarz, Sprecher des zuständigen Landratsamtes, bestätigte auf Anfrage, dass sich das Veterinäramt um die Tiere kümmere und regelmäßig unangemeldete Kontrollen durchführe. „Bei diesen Temperaturen sind wir beinahe täglich dort. Den Hunden geht es augenscheinlich gut. Zudem hat sich der Züchter bereit erklärt, den Schäferhunden täglich warmes Wasser zu bringen, damit es nicht einfriert.“ Zudem habe man alle Missstände beseitigt, die im letzten Jahr gefunden worden seien, so Schwarz weiter.

Im krassen Gegensatz dazu steht die Aussage der Tettnangerin Jutta Baur, die ebenfalls häufig in der Nähe der Zwinger spazieren geht: „Die Behörden tun gar nichts und die Hunde leiden in dieser Eiseskälte.“ Auch Maria Fröhle, die bei ihren Spaziergängen immer wieder nach den Hunden schaut, hat noch nie einen Kontrolleur des Veterinäramtes persönlich gesehen. „Mein Eindruck ist, dass sich das Veterinäramt nicht genug kümmert und die Hunde leiden“, klagt sie an. Der Zwinger liegt einsam mitten im Wald, die Tiere sind sich in ihren Käfigen selbst überlassen, solange der Eigentümer, der in Ravensburg wohnt, nicht da ist. Telefonisch war er gestern nicht zu erreichen, bei seiner Zuchtanlage war er auch nicht anzutreffen. Nun ist die Staatsanwaltschaft am Zug.

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