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14.04.2012  |  von  |  0 Kommentare

Bodenseekreis Stuttgarter will im Bodensee Schwimm-Weltrekord aufstellen

Bodenseekreis -  Der 53-jährige Bruno Dobelmann will am Montag, 21. Mai, von Bodman nach Bregenz durch den Bodensee schwimmen. Dabei will er einen Weltrekord aufstellen, denn er will die Strecke nonstop und ohne Neoprenanzug hinter sich bringen. Lediglich das Einreiben mit Fett oder Vaseline ist als Kälteschutz erlaubt. Für die 64 Kilometer lange Strecke hat der 53-jährige Extremsportler 22 bis 26 Stunden veranschlagt.


Der Bodensee wird am Montag, 21. Mai, Schauplatz eines Weltrekordversuchs: Schwimmend will der Stuttgarter Bruno Dobelmann den See von Bodman nach Bregenz durchqueren – nonstop und ohne Neoprenanzug. Damit der Rekord anerkannt wird, muss der Extremsportler das Reglement des internationalen Dachverbands der Schwimmer, Fina, einhalten: Er darf nur mit Badekappe, Ohrstöpseln, Badehose und Schwimmbrille ins Wasser steigen. Lediglich das Einreiben mit Fett oder Vaseline zum Schutz vor Kälte ist erlaubt. Der 53-jährige Extremsportler veranschlagt für die 64 Kilometer lange Strecke 22 bis 26 Stunden.

Auf die Idee, den See zu durchschwimmen, kam Dobelmann eher zufällig. 2010 hatte er den Ärmelkanal in einem Team von fünf Schwimmern bezwungen, jetzt wollte er ihn alleine durchqueren. Doch aus finanziellen Gründen sagte er das Unternehmen ab. „Dann wollte ich irgendwo im Ländle schwimmen.“ So fiel die Wahl auf den Bodensee. Diesen ohne Neoprenanzug zu durchqueren, habe zuvor noch niemand geschafft, sagt Dobelmann.

Das Element Wasser entdeckte der Stuttgarter 2007 bei einem 24-Stunden-Schwimmen für sich. „Ich bin damals nur Brust geschwommen“, erinnert er sich lachend. Danach habe er sich für einen Kurs angemeldet, um richtig Kraulen zu lernen. Ein Jahr später schwamm er zum ersten Mal in der Nordsee von Langeoog nach Bensersiel. „Das hat mir so richtig Spaß gemacht.“ Danach wurden die Strecken länger: 26 Kilometer von Rapperswil nach Zürich in elf Stunden vor drei Jahren, 2010 im Fünfer-Team von Dover nach Calais (42 Kilometer) in 13 Stunden. „2011 war die Krönung“, sagt Dobelmann. Er durchschwamm den Fehmarnbelt von Fehmarn nach Dänemark und zurück: 50 Kilometer in 19 Stunden. Damit ist er auf der Strecke Weltrekordhalter.

Das Training für seinen voraussichtlich mehr als 24 Stunden dauernden Weltrekordversuch im Bodensee klingt vergleichsweise harmlos: Ein bis zwei Mal die Woche trainiert er in Gewässern, deren Temperatur zwischen acht und zwölf Grad liegt. „Man schwimmt, bis man friert“, beschreibt Dobelmann. Die Lippen werden blau, die Herzfrequenz sinke und auch die Atmung werde langsamer. Zwischen einer halben und zwei Stunden benötigt Dobelmanns Körper, bis er sich warmgezittert hat. Was er ihm mit dieser Extrembelastung antut, ist dem Stuttgarter bewusst, aber: „Ich weiß, was ich meinem Körper zumuten kann.“ Bei jedem großen Schwimmprojekt wird er von seiner Lebensgefährtin Irene Rösler begleitet. „Ich habe das Vertrauen, dass er weiß, was er tut“, sagt sie.

Das Testschwimmen für den Weltrekordversuch absolvierte Bruno Dobelmann in der Nacht zum Karsamstag zwischen Lindau und Bregenz. Um kurz nach zwei Uhr morgens stieg er in die knapp zehn Grad kalten Fluten. Begleitet wurde er von Mitgliedern der Wasserwacht Lindau, die dieses Projekt als Nachtübung ansahen. Matthias Müller, technischer Leiter der Wasserwacht, meinte gegenüber dem SÜDKURIER: „Es ist klar, dass das nicht mit normalen Maßstäben zu vergleichen ist.“ Bruno Dobelmann wollte acht Stunden schwimmen, doch nach sechs Stunden musste er den See verlassen. Dennoch hat er damit einen Weltrekord aufgestellt. Beat Knechtle, ein Schweizer Arzt, der das Projekt begleitet, sagt: „Die bisher in der Fachliteratur dokumentierte maximale Verweildauer eines Schwimmers in offenem Wasser von unter zehn Grad Kälte liegt bei etwa einer Stunde.“

Über eine Stunde musste sich Bruno Dobelmann danach warmzittern. Mit dem Testschwimmen waren auch medizinische Untersuchungen verbunden, die Aufschluss geben sollen über die Körperreaktionen bei solch extremen Belastungen. Am Handgelenk und am Bein hatte Bruno Dobelmann daher Sonden angebracht und im Körper einen Chip zur Messung der Körpertemperatur und Herzfrequenz. Vor dem Schwimmen im Mai wird er sich noch einmal im Züricher Klinikum komplett untersuchen lassen. Direkt nach der Bodenseequerung wird er wieder ins Krankenhaus gebracht, die Untersuchungen werden wiederholt, um eventuelle körperliche Veränderungen feststellen zu können.

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