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Bodenseekreis Stadtwerke-Kooperation am Bodensee

22.12.2011
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Die Stadtwerke Überlingen und die Technischen Werke Friedrichshafen starten 2012 ein gemeinsames Projekt.

Die Stadtwerke Überlingen (Swü) und die Technischen Werke Friedrichshafen (TWF) arbeiten an einem gemeinsamen Unternehmen, das 2012 entstehen soll. Am Dienstag stimmten die beiden Aufsichtsräte in einer gemeinsamen Sitzung dem Projektauftrag einstimmig zu, teilten die beiden Unternehmen mit. Überlingens Oberbürgermeisterin Sabine Becker bescheinigt dem Vorhaben „ein hervorragendes Potenzial und große Perspektiven“. Friedrichshafens Oberbürgermeister Andreas Brand ergänzt: „Die Kooperation ist machbar und sinnvoll – je umfassender, desto besser.“

Das Modell sieht vor, dass Swü und TWF, die jetzt schon in einigen Bereichen zusammenarbeiten, eine gemeinsame neue Gesellschaft, die „Stadtwerke Bodensee“, gründen. Die neue Gesellschaft soll mittel- und langfristig eine dauerhafte Sicherung der Energieversorgung in der Region gewährleisten. „Auch wenn die Unternehmen schon jetzt erfolgreich sind – gemeinsam kann man Vieles noch effektiver und günstiger machen“, beschreibt Überlingens Oberbürgermeisterin den Gedanken hinter dem Projekt. Beide Unternehmen seien sehr gut am Markt positioniert, so Becker. Die Kooperation sei „kein Gebot der Stunde, sondern ein vorausschauender Schritt mit Perspektive.

“ Das bestätigt auch Friedrichshafens Oberbürgermeister Andreas Brand: „Wir gehen dieses Projekt aus einer Position der Stärke an.“ Die beiden Städte griffen eine Chance auf, ihre Stadtwerke für die Zukunft zu rüsten und Arbeit und Steuern in der Region zu halten. Klar sei allerdings auch, dass Energiewirtschaft und Energiemärkte immer mehr Effizienz in den Prozessen und Strukturen der Energieunternehmen erforderten. „Wir wollen mit unseren Stadtwerken einen Schritt gehen, der heute nicht notwendig, morgen aber sehr hilfreich und übermorgen vielleicht überlebensnotwendig sein wird“, so Brand laut Mitteilung.

Synergien ergeben sich beispielsweise bei Energieeinkauf, Netzmanagement, Kundenabrechnung, Rechnungswesen oder IT, konkretisiert Becker. Auch auf der Erlösseite erwarten sich die Partner Effekte: „Wir wollen wachsen – in unseren Stammgeschäften, aber auch mit neuen Dienstleistungen wie dezentrale Energieerzeugung, technische Dienstleistungen und Telekommunikation.“ Arbeitsplätze sollen dabei nicht verloren gehen, betont TWF-Geschäftsführer Alfred Müllner: „Wir brauchen das qualifizierte Personal, das wir haben.“ Beide Standorte sollen bestehen bleiben. Als kleinerem der beiden Partner – Umsatzerlöse 2010 bei der TWF 159,4 Millionen Euro und bei der Swü 30,8 Millionen Euro – sei ihr das ein besonders wichtiges Anliegen, versicherte Becker. Brand stellte fest: „Das Projekt ist eine Partnerschaft auf Augenhöhe, die gegenseitige Achtung und das Vertrauen sind groß.“ Vermutlich soll ein Geschäftsführer des neuen Unternehmens von der Swü kommen.

Die Stimmung bei der entscheidenden gemeinsamen Aufsichtsrat-Sitzung sei „ausgezeichnet“ gewesen, berichten die OBs: „Die Aufsichtsräte stehen voll hinter der Idee einer gemeinsamen Gesellschaft.“ Im Sommer hatte es in Überlingen erstmals eine gemeinsame Sitzung der beiden Aufsichtsräte gegebenen. Nicht ganz ohne Vorbehalte war die Überlinger Seite damals dem Vernehmen nach in die Gespräche gegangen. Im Hinterkopf war da die Fusion der Sparkassen mit Konstanz und Friedrichshafen, bei der Überlingen als kleinster Partner eher Statist war und die Gespräche über einen Zusammenschluss der Krankenhäuser, wo sich Überlingen nicht ganz Ernst genommen fühlte und die Privatisierung über den Helios-Konzern vorzog.

Ziel ist es, die neuen „Stadtwerke“ 2012 zu gründen. Voraussetzung dafür sind positive Entschlüsse der Gemeinderäte, die das letzte Wort haben.

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