Deutlich weniger Gewaltdelikte sowie ein Rückgang von Minderjährigen, die mit Alkohol oder Zigaretten erwischt wurden, kennzeichnen die diesjährige Fasnetsbilanz im Bodenseekreis.
Im Zeitraum zwischen 6. Januar und dem 21. Februar (Fasnetsdienstag) registrierte die Polizei im Bodenseekreis 20 Körperverletzungsdelikte, die im Zusammenhang mit Fasnetsveranstaltungen standen.
In vier Fällen davon soll ein Unbekannter in Tettnang Besucherinnen einer Fasnetsveranstaltung K.O.-Tropfen in ein Getränk gemischt haben. Bislang konnte ein Nachweis hierzu nicht erbracht werden, die Ermittlungen dauern an. Im vergangenen Jahr (6. Januar bis 8. März) wurden bei der Polizei 32Körperverletzungen angezeigt.
Auf den meisten Fasnetsveranstaltungen im Kreisgebiet waren wie in den vergangenen Jahren die Jugendschutzteams der Polizei präsent. Hierbei wurden deutlich weniger alkoholisierte Minderjährige angetroffen. Auch die Zahl der Minderjährigen, die rauchend erwischt wurden, ging laut Polizei zurück.
Der Aufenthalt von Jugendlichen auf Veranstaltungen nach 24 Uhr konnte nicht zuletzt durch den kreisweit erstmals zur Anwendung gebrachten „Party-Pass“ nahezu unterbunden werden. In lediglich 26 Fällen wurde dieser Altersnachweis an den Veranstaltungsorten nicht von den Inhabern abgeholt.
Weitere wesentliche Verstöße gegen den Jugendschutz im Einzelnen:
- Alkoholkonsum durch Minderjährige: 114 Fälle (2011: 170 Fälle) - davon in 67 Fällen Branntwein (2011: 138 Fälle), in 47 weiteren Fällen sonstige alkoholische Getränke (2011: 32 Fälle)
- Rauchen durch Minderjährige: 91 Fälle (Vorjahr 149 Fälle).
Ein besonderes Lob sprach der Leiter der Polizeidirektion Friedrichshafen, Karl-Heinz Wolfsturm, den Verantwortlichen der Fasnets-Zünfte und -Vereine aus: „Dem professionellen Verhalten des eingesetzten Personals bei der Umsetzung der gemeinsam abgestimmten Maßnahmen zur Einhaltung des Jugendschutzes ist es in hohem Maße zu verdanken, dass dieses Ergebnis erzielt werden konnte.“ Und: „Wieder einmal hat sich die langjährige vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen den Narrenvereinen und der Polizei im Bodenseekreis in vollem Umfang bewährt.“
Insgesamt 33 unter der Einwirkung von Alkohol oder Betäubungsmitteln stehende Autofahrer und somit einen weniger als 2011 hat die Polizei während der „heißen Phase“ der diesjährigen Fasnet vom 30. Januar bis 21. Februar auf den Straßen des Bodenseekreises aus dem Verkehr gezogen. Damit liegen die Zahlen laut Polizei gegenüber dem Vorjahr (14. Februar bis 8. März 2011) auf ähnlichem Niveau.
In 16 Fällen (Vorjahr: neun Fälle) leiteten die Beamten Strafverfahren ein, Geldstrafen und der Entzug des Führerscheines sind die wahrscheinlichen Folgen. Mit Fahrverboten und Bußgeldern zu rechnen haben weitere 17 Verkehrsteilnehmer. Darüber hinaus musste die Polizei im Bodenseekreis während dieser Zeit zu insgesamt fünf Verkehrsunfällen ausrücken, bei denen Alkohol im Spiel war. Im Vorjahr gab es laut Polizei einen solchen Unfall. Verletzt wurde hierbei wie im Vorjahr eine Person. Schwerverletzte und Tote waren wie im Vorjahr ebenfalls nicht zu beklagen, heißt es in der Mitteilung der Polizeidirektion Friedrichshafen.