Die Zahlen übertrafen die Erwartungen: 22 800 Besucher zählte die „Pferd Bodensee“ an den drei Messetagen. Diesen wurde nicht nur von 330 Ausstellern, zehn Prozent mehr als beim letzten Mal, ein sehr attraktives Angebot geboten. 6150 Gäste zusätzlich wurden bei der Gala „Im Takt der Pferde“ begrüßt.
Die Aussteller zeigten sich zufrieden und berichteten von ebenso guten Geschäften wie im letzten Jahr. Einige, wie Erik und Heike Smirr vom gleichnamigen Andalusiergestüt lobten aus-drücklich die freundlichen Mitarbeiter und die hervorragende Infrastruktur der Messe. Viele Kunden besonders aus der Schweiz kauften auch gerne im hochwertigen Bereich ein. Beim Kurs des Franken bedeutete das manches Schnäppchen.
Im Abend-Programm „Im Takt der Pferde“ jagte ein Höhepunkt den ande-ren. Spektakuläre Action mit Feuerak-robatik und brennenden Fackeln an den Rädern rasanter Kutschen gab es zu sehen, dazu elegante Kutschen, die jeder heutigen Staatskarosse die Schau stehlen würden, flott und trotzdem präzise gerittene Islandpferde und Ponys, die wie ihre 950 Kilogramm-Kollegen Holz rücken. Zu den ganz besonderen Höhepunkten gehörten auf jeden Fall die Auftritte der kraftstrotzenden Kaltblutpferde, sei es ein Vierspänner der „Titanen der Rennbahn“ aus Brück in Brandenburg, das direkt aus dem Lkw durchstartete oder eine Fahrquadrille mit zwölf Gespannen – geballte Kraft, in höchster Präzision gelenkt nach einer komplexen Choreografie. Fesche Mannsbilder beim Schuhplatteln zu „Highway to Hell“ sieht man auch nicht alle Tage, schon gar nicht, wenn vier Friesenpferde und ein Noriker Tigerschecke mittanzen und den Tanzboden zum Dröhnen bringen. Einige Höhepunkte kamen sogar ganz ohne Pferd bestens beim Publikum an, wie der Bordercollie Esprit, der mit Alex Blank und einem „Dogdance“ Begeisterung auslöste oder das Horseman-Team aus Frankreich, das die höchsten Hindernisse ohne Pferd übersprang.
Fast wie Magie erschien, was der Star des Abends Jean-Francois Pignon mit seiner freilaufenden Stutenherde zeigte. Für ihren Menschen taten sie auf nahezu unsichtbare Signale hin einfach alles, und das, wie es schien, mit gro-ßem Vergnügen. So wurden selbst sehr anspruchsvolle Aufgaben zum ent-spannten Spiel zwischen Mensch und Pferden. Schwer zu sagen, wer bei dem Spiel am meisten Spaß hatte, Pignon oder seine Pferde. Die Zuschauer jedenfalls haben sie verzaubert.
Einmal im Leben ein Pferd von der Qualität eines der von den besten Gestüten Süddeutschlands bei „Top-Hengste 2012“ vorgestellten Hengste aus der eigenen Stute zu ziehen, davon träumt so mancher Züchter, der mit sachkundigem Blick auf den vollen Rängen bei der Hengstschau saß. Die meisten der 3000 Zuschauer sahen sich die Hengste aber einfach nur an, um sich an der Schönheit dieser Pferde zu erfreuen. Hervorragende Nachkommen bringen sicher alle 45 vorgestellten Hengste hervor und Züchterlegende Alfred Casper und seine Frau Lore vom Gestüt Birkhof haben offensichtlich hervorragende Reitergene. Ihre Söhne Thomas und Jürgen, Thomas' Ehefrau Nicole und die Enkelinnen Pia, Lisa, Anna und Ina zeigten zum 50-jährigen Jubiläuum des Gestüts auf hervorragenden Pferden des Birkhofs, wie viel Reiterblut in dieser Familie steckt. Besonders Nicole Casper brachte auf dem wundervollen Don Diamond die Augen aller Zuschauer zum Leuchten.