Vertreter der Arbeitsagenturen in Ravensburg und Konstanz wollten die Vorstandsentscheidung der Bundesanstalt für Arbeit nicht kommentieren. Der Geschäftsleitung war Zurückhaltung verordnet worden. Enttäuschung über die Entscheidung herrscht im Bereich der bisherigen Agentur für Arbeit Ravensburg.
Während Landrat Lothar Wölfle vom Bodenseekreis für eine Stellungnahme nicht erreichbar war fand Wolfgang Bohnert, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Bodensee-Oberschwaben deutliche Worte. „Eine Verlagerung des Hauptsitzes nach Konstanz ist aus unserer Sicht nicht optimal, da sich der Großteil des Agenturbezirks mit dem Landkreis Ravensburg und dem Bodenseekreis nördlich des Bodensees befinden.“
Nach den Worten von Wolfgang Bohnert hätte eine schlüssige und sinnvolle Neugliederung außerdem eine einheitliche Verwaltungsstruktur auf allen Ebenen heißen müssen. „Sprich: Der neue Zuschnitt hätte sich an den zwölf Wirtschaftsregionen im Land orientieren sollen.
Für Bodensee-Oberschwaben sind das der Bodenseekreis, Ravensburg und der Landkreis Sigmaringen.“ Wichtig sei es nun, dass in der künftigen Zweigstelle Ravensburg eine optimale Betreuung und Beratung für die Unternehmen des Kammerbezirks auch weiterhin gesichert bleibt.
Freude herrschte bei den Wirtschaftskammern am westlichen Bodensee. „Ich freue mich, weil diese Entscheidung den Standort Konstanz stärkt“, sagte etwa Claudius Marx, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Hochrhein-Bodensee. „Für diese Entscheidung sprechen sachliche Kriterien und nicht Lokalpatriotismus“, versicherte der Konstanzer Landrat Frank Hämmerle.
Er verwies zum Beispiel auf die Tatsache, dass allein der Landkreis Konstanz bei der Betreuung von Langzeitarbeitslosen in einer Arbeitsgemeinschaft (Jobcenter) mit der Arbeitsagentur kooperiere. Bodenseekreis und Kreis Ravensburg erledigen die Betreuung der Hartz-Empfänger ohne Arbeitsagentur.
