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Bodenseekreis Konstanz wird Hauptsitz der Agentur für Arbeit

02.11.2011
Bodenseekreis -  Die Arbeitsagenturen Konstanz und Ravensburg werden zusammengelegt. Hauptsitz der neuen Agentur für Arbeit Konstanz-Ravensburg wird die Konzilstadt. In Ravensburg herrscht Enttäuschung über die Entscheidung.
Die neuen Strukturen
Kommentar: Enttäuschend
Konstanz statt Ravensburg

Gabriele Kreiß, Vorstandsvorsitzende der Agentur für Arbeit in Ravensburg, muss sich bei der Stellenausschreibung bewerben, wenn sie Chefin der Agentur für Arbeit Konstanz-Ravensburg werden möchte. Die umstrukturierte Agentur hat ihren Sitz in Konstanz.  Bild: Bild: Guth

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Die Geschäftsleitung des neuen Arbeitsagenturbezirks für die drei Landkreise Bodenseekreis, Ravensburg und Konstanz wird in Konstanz angesiedelt. Diese Entscheidung hat der Vorstand der Bundesanstalt für Arbeit getroffen und zu Wochenbeginn bekannt gemacht.

Die neue Organisationseinheit wird Agentur für Arbeit Konstanz-Ravensburg heißen. Die neuen Organisationsstrukturen sollen ab März 2012 greifen. Offen ist noch die Frage, wer an der Spitze des neuen Bezirks der Arbeitsagentur stehen wird. Als Geschäftsführer kommen der bisherige Konstanzer Agenturchef Wilhelm Schreyeck oder dessen Ravensburger Kollegin Gabriele Kreiß in Frage.

Über das Thema Personal sei bisher noch gar nicht gesprochen worden, verlautete dazu aus der Regionaldirektion der Landes-Arbeitsagentur in Stuttgart. Die Führungspositionen werden aber neu ausgeschrieben.

Vertreter der Arbeitsagenturen in Ravensburg und Konstanz wollten die Vorstandsentscheidung der Bundesanstalt für Arbeit nicht kommentieren. Der Geschäftsleitung war Zurückhaltung verordnet worden. Enttäuschung über die Entscheidung herrscht im Bereich der bisherigen Agentur für Arbeit Ravensburg.

Während Landrat Lothar Wölfle vom Bodenseekreis für eine Stellungnahme nicht erreichbar war fand Wolfgang Bohnert, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Bodensee-Oberschwaben deutliche Worte. „Eine Verlagerung des Hauptsitzes nach Konstanz ist aus unserer Sicht nicht optimal, da sich der Großteil des Agenturbezirks mit dem Landkreis Ravensburg und dem Bodenseekreis nördlich des Bodensees befinden.“

Nach den Worten von Wolfgang Bohnert hätte eine schlüssige und sinnvolle Neugliederung außerdem eine einheitliche Verwaltungsstruktur auf allen Ebenen heißen müssen. „Sprich: Der neue Zuschnitt hätte sich an den zwölf Wirtschaftsregionen im Land orientieren sollen.

Für Bodensee-Oberschwaben sind das der Bodenseekreis, Ravensburg und der Landkreis Sigmaringen.“ Wichtig sei es nun, dass in der künftigen Zweigstelle Ravensburg eine optimale Betreuung und Beratung für die Unternehmen des Kammerbezirks auch weiterhin gesichert bleibt.

Freude herrschte bei den Wirtschaftskammern am westlichen Bodensee. „Ich freue mich, weil diese Entscheidung den Standort Konstanz stärkt“, sagte etwa Claudius Marx, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Hochrhein-Bodensee. „Für diese Entscheidung sprechen sachliche Kriterien und nicht Lokalpatriotismus“, versicherte der Konstanzer Landrat Frank Hämmerle.

Er verwies zum Beispiel auf die Tatsache, dass allein der Landkreis Konstanz bei der Betreuung von Langzeitarbeitslosen in einer Arbeitsgemeinschaft (Jobcenter) mit der Arbeitsagentur kooperiere. Bodenseekreis und Kreis Ravensburg erledigen die Betreuung der Hartz-Empfänger ohne Arbeitsagentur.

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