Bodenseekreis Im Landkreis fällt zu oft Unterricht aus
19.01.2010
Zum zunehmenden Unterrichtsausfall teilt der SPD-Abgeordnete Norbert Zeller mit: „Die beschönigenden Worte des Kultusministers können nicht darüber hinwegtäuschen, dass angesichts des drastischen Anstieges des Unterrichtsausfalls von der so genannten Qualitätsoffensive Bildung der Landesregierung bei den Schulen fast nichts ankommt.“ Zeller ist Vorsitzender des Ausschusses für Schule, Jugend und Sport im Landtag von Baden-Württemberg. An den Gymnasien, Hauptschulen und Realschulen habe sich die Unterrichtsversorgung im Vergleich zur letzten Erhebung vom November 2008 deutlich verschlechtert.
Laut Zeller fielen, hochgerechnet auf das ganze Schuljahr, an den öffentlichen allgemein bildenden Schulen des Landes (ohne berufliche Schulen), mehr als 1,6 Millionen Unterrichtsstunden aus. Im vergangenen Jahr seien es rund 1,4 Millionen gewesen. Besonders betroffen seien die Gymnasien mit 5,5 Prozent Unterrichtsausfall. Im Durchschnitt fielen damit pro Gymnasium 1755 Stunden pro Jahr (2008: 1400) aus, heißt es in der Mitteilung Zellers weiter.
„Das kann angesichts der Probleme mit dem G 8 nicht länger hingenommen werden“, sagte Mentrup. Die Realschulen hätten einen prozentualen Unterrichtsausfall von 3,8 Prozent zu verzeichnen. Im Durchschnitt bedeute das umgerechnet 1005 Stunden pro Schule und Schuljahr (2008: 816).
Bei den Hauptschulen (3,0 Prozent) liege diese Zahl bei 264 Stunden (2008: 211). Die Förderschulen (1,4 Prozent) liegen laut Mitteilung bei 117 Unterrichtsstunden pro Schule und Schuljahr (2008: 213). Sogar die Grundschulen (1,1 Prozent) müssten noch einen Unterrichtsausfall von 81 Stunden pro Schule und Schuljahr hinnehmen (2008: 68).
„Der drastische Unterrichtsausfall geht zu Lasten der Bildungschancen der jungen Menschen“, sagt Zeller. So lange die Landesregierung diesen Missstand nicht anpacke, bleibe die Bildungspolitik im Land eine große Baustelle.

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