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20.09.2012  |  von Winfried Thum  |  0 Kommentare

Bodenseekreis Grüne diskutierten auf dem Gehrenberg über Windparks

Bodenseekreis -  Gegner nutzten die Gelegenheit zu Kritik

Windrad-Debatte auf hohem Niveau: Unweit des Aussichtsturmes auf dem Gehrenberggipfel diskutierten Vertreter von Bündnis90/Die Grünen sowie Mitglieder von Nabu und BUND im strömenden Regen mit Bürgern.  Bild: Thum

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Winfried Thum
Redakteur / Lokalredaktion Markdorf

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Sie wollten für das baden-württembergische Bürgerwindrad werben und haben dabei etliche Gegner mobilisiert. Denn die Markdorfer, die sich gestern in strömendem Regen auf höchstem Niveau des Gehrenbergs in einer Schutzhütte zusammendrängten, interessierten sich nur teilweise für „die Kunstwerke“, die dort 180 Meter hoch über dem Berg den Betrachter „beflügeln“ sollen. So sieht es jedenfalls Tim Günther vom BUND Überlingen, aber seine schwärmerischen Darlegungen blieben nicht unwidersprochen.

Auch die routiniert dargebotenen Hintergrund-Informationen von Sylvia Kotting-Uhl der Atompolitischen Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion fanden nicht nur Freunde. Sie glänzte zwar mit Bundeswissen, hatte aber wie Isolde Riede von den Grünen im Bodenseekreis gelinde gesagt wenig Ahnung, was da auf dem Gehrenberg wo und wie wirklich geplant ist. Unklar blieb auch warum der Abstand zur nächsten Siedlung im Gegensatz zu anderen Bundesländern nur 750 Meter und nicht 1000 Meter beträgt. Fest steht: Zu Schwarzstorch-Populationen ist mehr Distanz zu wahren als zu den Menschen. Das stieß Karl Kling auf, einem Landwirt, der nur einen Steinwurf vom Aussichtsturm entfernt seinen Hof bewirtschaftet. Übereinstimmung herrschte über die Notwendigkeit dieser sicheren und umweltschonenden Energiegewinnung und darüber, dass sich ein sparsamer Kühlschrank nicht nur für die Umwelt lohnt, sondern auch für den Geldbeutel. „Sonne und Wind gehören allen und der Bürger gewinnt die Herrschaft über die Energiegewinnung zurück, was den Energiekonzernen nicht gefällt“, argumentierte Tim Günther vom BUND unwidersprochen.

Doch für etliche der Anwesenden ging er zu schnell wieder zur Vogelwelt über und forderte zu deren Schonung Tempo 120 auf Autobahnen. Zudem fand er Windräder in der Landschaft schön, denn Ästhetik liegt ihm zufolge ja im Auge des Betrachters. Daher erlaubte es sich Tim Günther auch von 10 000 Segelschiffen zu sprechen, die „unseren Bodensee verschandeln“. Wörtlich: Wenn sich oben ein Rad dreht, ist das was Schönes“, und Windräder auf Hügelketten markierten die Landschaft. Günther plädiert ohnehin dafür, das Wort „Verspargelung der Landschaft“ durch „Beflügelung“ zu ersetzen.

Verständnis für den Bürger, der den Windpark vor der Haustür eigentlich nicht haben will, bekundetet Sylvia Kotting-Uhl, die sich die Energiewende auf ihre Fahnen geschrieben hat. Denn die sei „für uns und unsere Kinder eines Tages unschlagbar billig“. Und ein Windrad versorgt immerhin 1000 Haushalte mit Strom. Dennoch ist die Verwirklichung eines Windparks auf dem Gehrenberg von der Windstärke abhängig. Und an den vorliegenden Werten wird noch gezweifelt.

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