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Bodenseekreis Gefährliches Vergnügen auf dem Eis

09.02.2012
Bodenseekreis -  Die Eiseskälte, die nun schon seit über einer Woche andauert, hat auch Friedrichshafen fest im Griff. Ganz langsam beginnen auch die Ränder des Bodensees zuzufrieren, und da liegt es nahe, zu den Schlittschuhen zu greifen und eine Runde über das glitzernde Eis am See zu drehen.

Immer mehr Menschen genießen die Kälte und schnappen sich ihre Schlittschuhe, um wie hier an der Rotach-Mündung ein Paar Runden auf dem Eis zu drehen. Aber das kann ein gefährlicher Spaß werden.  Bild: DLRG

Rolf Walter und seine Kollegin Bettina Losch von der Friedrichshafener Wasserschutzpolizei kontrollieren, wie tragfähig das Eis an der Rotachmündung ist. Bild: Mommsen  Bild: Bild:

Immer mehr Menschen geniessen die Kälte und schnappen sich ihre Schlittschuhe, um wie hier an der Rotachmündung ein Paar Runden auf dem Eis zu drehen. Aber das kann ein gefährlicher Spass werden. Bild: DLRG  Bild: Bild:

Ein Mann der Wasserwacht "rettet" am Dienstag (07.02.2012) bei einer Übung im Kronthaler Weiher bei Erding (Oberbayern) eine Frau, die übers Eis gegangen und eingebrochen ist. Auch nach einer Woche Dauerfrost und klirrender Kälte warnt die Wasserwacht vor dem Betreten zugefrorener Seen und Flüsse. Die Eisschicht sei noch nicht so dicht, dass sie tragfähig sei, so der Referent der Wasserwacht beim Bayerischen Roten Kreuz. Foto: Andreas Gebert dpa/lby +++(c) dpa - Bildfunk+++  Bild: dpa

Ein Mann der Wasserwacht, der als Passant gekleidet ist, "rettet" am Dienstag (07.02.2012) bei einer Übung im Kronthaler Weiher bei Erding (Oberbayern) eine Frau, die übers Eis gegangen und eingebrochen ist. Auch nach einer Woche Dauerfrost und klirrender Kälte warnt die Wasserwacht vor dem Betreten zugefrorener Seen und Flüsse. Die Eisschicht sei noch nicht so dicht, dass sie tragfähig sei, so der Referent der Wasserwacht beim Bayerischen Roten Kreuz. Foto: Andreas Gebert dpa/lby +++(c) dpa - Bildfunk+++  Bild: dpa

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Vor allem zwischen der Rotach-Mündung und vor dem Eriskircher Ried ist das Eislaufen derzeit möglich, weil der See dort nicht besonders tief ist. Auch im Bereich vor dem DLRG-Heim in Langenargen und an der Schussenmündung sind die Bedingungen derzeit gut.

Trotzdem raten die Wasserschutzpolizei und die Deutsche Lebensrettungs-Gesellschaft davon ab, sich allzu weit vorzuwagen. „Das Wasser ist an den Rändern gefroren. Problematisch aber ist es, wenn die Leute ausprobieren wollen, wie weit das Eis trägt“, sagt Christoph Mandalka von der Häfler Wasserschutzpolizei. Denn der Bodensee hat derzeit gerade mal eine Temperatur von drei Grad. „Da ist man innerhalb von wenigen Minuten stark unterkühlt, selbst wenn das Wasser selbst nicht besonders tief ist“, so Mandalka.

Täglich laufen derzeit Rolf Walter und seine Kollegin Bettina Losch von der Wasserschutzpolizei alle vereisten Uferflächen ab, um abschätzen zu können, ob das Eis dick genug ist, um darauf Schlittschuhlaufen zu können. „Durch den starken Ostwind, der in den letzten Tagen das Wasser in Bewegung hielt, sind die Flächen, die gefroren sind, gar nicht so groß“, erklärt Rolf Walter. An der Rotach-Mündung etwa sind es nur 20 Meter, auf denen sich die Menschen gefahrlos auf dem Eis bewegen können. „Gerade der Bereich der Zuflüsse ist besonders tückisch. Dort sieht es so aus, als gebe es eine geschlossene Eisschicht, aber sie ist noch nicht tragfähig“, warnt Rolf Walter. Auch die Eisdecke auf den Sportboothäfen ist mit höchster Vorsicht zu genießen.

„Das Eis ist hier stellenweise zwar schon bis zu 15 Zentimeter dick. Aufgrund von Methanausgasung kommt aber es immer wieder zu größeren oder kleineren Wasserlöchern, deren Randeis nicht tragfähig ist“, erklärt Mandalka.Sollte hier doch einmal ein Unfall passieren, sind an den Hafenmauern Eisrettungsgeräte angebracht, mit denen Helfer Eingebrochene bergen könnten.

„Jeder, der sich auf den gefrorenen See begibt, tut dies auf eigene Gefahr“, erklärt der erfahrene Wasserschutzpolizist. Während Eisflächen früher noch offiziell von den Behörden freigegeben wurden, ist dies heute längst nicht mehr der Fall. Daher ist Vorsicht das oberste Gebot für all diejenigen, die der Kälte trotzen und auf dem See ihre Runden drehen wollen. „Wichtig ist es, niemals alleine auf das Eis zu gehen und immer ein Handy für den Notfall dabei zu haben“, rät die Wasserschutzpolizei. Auch sollte sich keiner abends oder bei Nebel auf das Eis wagen, da man schnell die Orientierung verlieren kann. Wer sich dabei „grob fahrlässig“ verhält, wie es im schönsten Amtsdeutsch heißt, muss die gesamten Kosten für einen eventuellen Rettungseinsatz selbst tragen. Wer aber im Bereich des Ufers bleibt, ist auf der sicheren Seite. Verboten ist das Schlittschuhlaufen allerdings auf den Altarmen der Schussen im Eriskircher Ried, wie Gerhard Kersting, Leiter des Naturschutzzentrums, betont. Denn hier könnte das Eislaufen dazu führen, dass die Fische aufgeschreckt werden und schließlich an Sauerstoffmangel verenden.

„Am Seeufer aber ist das Schlittschuhlaufen kein Problem“, so Kersting. Ein Ende der Kältewelle ist bisher nicht in Sicht, Zeit bleibt also genug, um ein paar Runden auf dem See zu drehen – doch Vorsicht ist dabei geboten!

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