Hier eine Besprechung, da eine Eröffnung, anderswo ein Geschäftsessen – für ihre etlichen Termine sind die Bürgermeister im Bodenseekreis auf ein Auto angewiesen. Dabei unterscheidet sich von Gemeinde zu Gemeinde, ob es ein Dienstwagen oder ein dienstlich genutztes Privatauto ist, eine deutsche, schwedische oder japanische Marke oder auch, von wem das Fahrzeug genutzt wird.
Nahezu alle befragten Städte, Gemeinden und der Landkreis setzen für ihre Oberhäupter auf Dienstwägen deutschen Fabrikats. Einzige Ausnahme bildet Andreas Schmid, Bürgermeister in Meckenbeuren, der in einem Volvo XC60 unterwegs ist. Mercedes-Benz, BMW, Volkswagen und Audi sind ansonsten die Marken der Wahl. Bei den privaten Fahrzeugen dominieren die Karossen aus Stuttgart.
Der Dienstwagen ist aber nicht nur für den Bürgermeister bestimmt. In Owingen hat Henrik Wengert zwar Vorrecht auf den von der Gemeinde finanzierten VW Golf, „er kann aber von allen in der Verwaltung genutzt werden“, erklärt Hauptamtsleiterin Regina Holzhofer. In Deggenhausertal, Bermatingen, Oberteuringen, Hagnau, Immen staad und Kressbronn teilen sich die Bürgermeister das Geschäftsauto mit den Mitarbeitern. „Der Wagen kann auch von Mitarbeitern benutzt werden, das geht bei uns problemlos“, sagt Edwin Weiß (Kressbronn).
Auch Landrat Lothar Wölfle ist nicht immer der Mann am Steuer des Audi A 8, erklärt der Pressesprecher des Kreises Robert Schwarz: „Wenn er es nicht benötigt, steht es auch den Dezernenten des Hauses zur Verfügung.“ Einzig Edgar Lamm (Uhldingen-Mühlhofen), Bruno Walter (Tettnang) und Bernd Gerber (Markdorf) im Bodenseekreis sowie Daniel Rapp, Oberbürgermeister Ravensburg, nutzen ihren Dienstwagen alleine.
Welches Auto vor dem Rathaus oder dem Landratsamt parkt, entscheiden verschiedene Kriterien. „Ich fahre auch privat sehr viel, deshalb leiste ich mir ein Auto, das bequem und sicher ist“, erklärt Joachim Böttinger (Frickingen) die Wahl seines privat gekauften Mercedes-Benz CLS 350. Bei Dienstwagen wird auf das Preis-Leistungs-Verhältnis, genügend Stauraum und gute Noten in punkto Sicherheit Wert gelegt. Für das Dienstauto von Landrat Lothar Wölfle war laut Pressesprecher Schwarz ein umweltfreundliches Fahrzeug mit geringen CO-Emissionen und niedrigem Verbrauch wichtig.
