Langenargen Bündnis 90/Grüne: Bilanz nach Superwahljahr stimmt
Langenargen – Nach dem Wahlmarathon im zu Ende gehenden Jahr sind die Grünen im Kreis gut aufgestellt. 13,8 Prozent der Stimmen bescherten der Partei nun neun Sitze im Kreistag, einen mehr als zuvor. Und: „Bei den Europawahlen wurden die Grünen mit 16 Prozent der Stimmen zweitstärkste Kraft im Bodenseekreis“, brachte es Vorstandsmitglied Matthias Klemm sichtlich stolz auf den Punkt. Er würdigte auch das „tolle Ergebnis“ der zu diesem Zeitpunkt noch grünen Landesvorsitzenden Petra Selg, die 14,4 Prozent der Erststimmen bekam. Dass die Friedrichshafenerin bei der Landesdelegiertenkonferenz vor einer Woche abgewählt wurde, stieß dagegen einigen sauer auf. Andrée Störk nannte das Prozedere „demokratisch grenzwertig“, denn die neuen Landesvorsitzenden hätten sich quasi schon vorher ihre neuen Visitenkarten drucken lassen können. Ursache für den Ärger ist die Tatsache, dass die mitgliederstarken Verbände aus den Ballungszentren überproportional im Parteirat vertreten sind. Die kleinen Kreisverbände hätten künftig nur eine Chance, adäquat Einfluss zu nehmen, wenn sie sich untereinander vernetzen, so Störk.
Zwar hat der neue Vorstand das ehrgeizige Ziel, binnen eines Jahres die Mitgliederzahl im Bodenseekreis zu verdoppeln, nicht geschafft. Doch die Tendenz stimme, so Klemm. Mit 123 Mitgliedern habe man neun dazu gewonnen. Trotz einiger weißer Flecken auf der Landkarte – so gibt es in Frickingen, Hagnau oder im Deggenhausertal keine Grünen – sei man mit 16 Gemeinderäten auch vor Ort gut vertreten. Zudem hat die Partei starken Nachwuchs in der Jugend bekommen. Das „Green Beach“-Musikfestvial im September 2009 in Überlingen erwies sich als Keimzelle der grünen Jugend, die bereits über 20 Mitglieder zählt und sehr aktiv ist. Im Gespräch ist, nach der Ortsgruppe Überlingen nun auch eine in Friedrichshafen zu gründen.
Die Chancen stehen gut, dass der Kreisverband der Grünen im nächsten Sommer (Mit-)Veranstalter eines großen Kongresses ist, der unter dem Motto „Aufbruch in das Zeitalter der Nachhaltigkeit“ stehen soll. Ein entsprechender Antrag von Vorstandsmitglied Cornelia Wiethaler fand bei der Landesdelegiertenkonferenz auf Anhieb Zustimmung. Der Kreisverband will sich um die Ausrichtung bemühen und fasst Friedrichshafen dafür ins Auge.
Nicht zuletzt wählten die anwesenden rund 30 Mitglieder die zu besetzenden Posten im Vorstand. Schatzmeisterin Andrée Störk stellte ihr Amt zur Verfügung, die Aufgabe übernahm Johannes Oerter aus Friedrichshafen. Für den im Dezember vergangenen Jahres verstorbenen Stefan Starke wurde Maria Hestermann aus Langenargen als Nachfolgerin in den Vorstand gewählt.
