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Bodenseekreis Bodensee-Weinprinzessin: Krönchen sucht neue Trägerin

Am 19. März startet die 40 Auflage der Wahl zur Bodensee-Weinprinzessin. In diesem Jahr ist bislang nur eine Kandidatin im Rennen. Wie die Ex-Weinhoheiten auf ihre Amtszeit zurück blicken und was es alles mit sich bringt einmal als Bodensee-Weinprinzessin gekürt worden zu sein, erfahren Sie hier.

Jedes Jahr am 19. März wird sie gekürt: die Bodensee-Weinprinzessin. „Seit 40 Jahren findet die Wahl am Josefstag statt. Das ist ein fixer Termin im Kalender“, sagt Fabian Dimmeler, Vorsitzender des Bereichs Bodensee im Badischen Weinbauverband. In diesem Jahr gibt es bislang eine Kandidatin. „In den vergangenen Jahren hatten wir mal drei, mal zwei, aber auch mal nur eine Kandidatin. In der Größenordnung spielt sich das ab“, erklärt Dimmeler. Ihm sei eine gute Kandidatin allemal lieber, als zehn, die es nicht ernst meinen. „Die Weinprinzessinnen der vergangenen Jahre waren alle zwischen 18 und 23 Jahre alt. Viele machen dann natürlich gerade ihr Abitur oder beginnen ein Studium. Andere möchten wiederum nicht gegen eine Freundin antreten und stellen sich deshalb nicht zur Wahl“, kommentiert Dimmeler die Teilnehmerzahlen.

Wer die junge Frau ist, die in diesem Jahr antritt, das verrät Fabian Dimmeler noch nicht. Nur so viel sagt er: „Sie kommt aus der Region und ist dem Weinbau verbunden.“ Die intensive Vorbereitung der Kandidatin auf die Wahl soll in dieser Woche beginnen. „Kurzentschlossene könnten sich also noch bewerben, müssten sich aber beeilen“, sagt Dimmeler. Bewerberinnen müssen dabei noch lange keine Weinexpertinnen sein. „Wichtig ist, dass sie Grundkenntnisse mitbringen. Die wenigsten Bewerberinnen sind direkt vom Fach, es gibt ja auch immer weniger landwirtschaftliche Betriebe hier. Viel wichtiger ist, dass sie mit Herzblut und Begeisterung dabei sind“, so Dimmeler. Von den Experten bekommen die Kandidatinnen dann wichtige Kenntnisse zum Thema Wein vermittelt. Auf die Bodensee-Weinprinzessin warten in ihrer einjährigen Amtszeit allerlei Termine. Viele Weinfeste stehen auf dem Programm. Auch Messen sind fix im Terminkalender verankert. „Das ist eine verantwortungsvolle Aufgabe. Zwischen 25 und 60 Termine stehen für eine Weinprinzessin an“, betont Fabian Dimmeler und fügt hinzu: „Ein sicheres Auftreten ist bei solchen Anlässen erforderlich. Die Erfahrung zeigt aber, dass die jungen Frauen mit ihren Aufgaben wachsen. Und wer als Weinprinzessin bei Veranstaltungen vor 2000 bis 3000 Menschen gesprochen hat, muss sich auch vor einem Vorstellungsgespräch nicht mehr fürchten.“

Die Weinprinzessinnen der vergangenen 40 Jahre kommen immer wieder zu verschiedenen Anlässen zusammen. „Die Verbundenheit ist sehr groß. Ich höre oft: Einmal Weinprinzessin, immer Weinprinzessin“, sagt Dimmler. Einige Bodensee-Weinprinzessinnen bleiben dem Thema Wein auch nach ihrer Amtszeit treu. So zum Beispiel Anita Schmidt. Die Weinfachfrau wurde 1983 zur Bodensee-Weinprinzessin gewählt, von 1984 bis 1985 war sie Badische Weinkönigin. Heute ist die gebürtige Hagnauerin Verkaufsleiterin des Hagnauer Winzerhauses. „Für mich spielt das Thema Wein schon immer eine Rolle. Ich habe schon als Kind in den Weinbergen mitgearbeitet“, erzählt sie. Als junge Frau habe sie Weinproben noch für Mitschüler und Lehrer angeboten, heute kümmert sie sich für den Winzerverein um die Organisation der Weinproben in Hagnau. Besonders genießt sie dabei den Umgang mit den Menschen. „Das war es auch, was mir während meiner Zeit als Bodensee-Weinprinzessin besonders viel Spaß gemacht hat“, sagt sie. Neben Fabian Dimmeler kümmert sie sich heute selbst um die fachliche Vorbereitung der Bodensee-Weinprinzessinnen.

„Ich war die Erste“: Das kann nur Erika Rühl von sich sagen. Sie war 1975/1976 die erste Bodensee-Weinprinzessin überhaupt. „Im Gemeindeblatt war das damals ausgeschrieben und ich wurde gefragt, ob ich mich nicht bewerben will“, erinnert sich die Meersburgerin. Insgesamt waren es damals acht Bewerberinnen, die sich zur Wahl stellten. „Bei der Wahl selbst wurden von einer Jury Fragen zum Weinbau, zur Weinvermarktung und zu verschiedenen Rebsorten gestellt. Außerdem musste ich eine Gedicht aufsagen“, erzählt Erika Rühl. Dann habe die Jury das Ergebnis verkündet und „plötzlich stand ich als Bodensee-Weinprinzessin in der Öffentlichkeit“, erzählt sie.

Sie habe als Weinprinzessin zahlreiche Termine wahrgenommen, selbst das Fernsehen sei da gewesen. „Ich habe in dem Jahr viele Menschen kennengelernt und es hat auch viel Spaß gemacht – und für die Familie war es eine Ehre“, so Erika Rühl. Auch heute noch trifft sie bei verschiedenen Veranstaltungen amtierende und ehemalige Weinprinzessinnen vom Bodensee. „Die jungen Leute sind heute viel selbstbewusster als ich damals. Für meine Persönlichkeit hat sich das Jahr sehr positiv ausgewirkt.“

Für Katharina Kammerer ging 2013 mit der Wahl zur Bodensee-Weinprinzessin ein Kindheitstraum in Erfüllung. „Als Kind habe ich die Prinzessinnen immer bei den Weinfesten in Stetten gesehen. Da ich aber nicht aus einer Winzerfamilie stamme, habe ich den Wunsch erstmal begraben“, sagt die junge Frau. Erst von ihrer Vorgängerin Magdalena Malin habe sie dann erfahren, dass man nicht zwingend aus einer Winzerfamilie stammen muss, um das Amt übernehmen zu können. „So kam ich dann dazu. Es war ein wunderschönes Jahr. Ich blicke gerne zurück.“

 

Die Wahl

Der Badische Weinbauverband ist für die Wahl der Bodensee-Weinprinzessin verantwortlich. Der Fragenkatalog für die Kandidatinnen kommt direkt vom Weinbauverband. Die Krone überreicht in der Regel die Badische Weinkönigin. Für die Zusammenstellung des Gremiums ist Fabian Dimmeler als Bereichsvorsitzender des Badischen Weinbauverbandes für den Bereich Bodensee verantwortlich. Das Gremium setzt sich zusammen aus Vertretern der Betriebe, den Bürgermeistern sowie weiteren neutralen Personen.

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