Bodenseekreis -
Kreisverkehr und Ampelkreuzung in Markdorf bilden das Nadelöhr für Autokarawane
Nichts geht mehr auf der B 33 von Ittendorf Richtung Markdorf, hier bei der Abzweigung nach Riedern, nachdem die Totalsperrung der B 31 zwischen Saba-Knoten und Dornier-Knoten wirksam geworden ist.
Bild: Guip
Wo man sonst nur an der Verkehrsampel in Hagnau die Straße queren kann, sind die Autos weitgehend von der Straße verbannt. Bauhofmitarbeiter pflegen gefahrlos die Blumen.
Die gestern früh eingerichtete Totalsperrung der Bundesstraße B 31 zwischen dem Saba-Knoten bei Meersburg und dem Dornierknoten bei Immen-staad wird alle auf eine harte Probe stellen. Über einen Zeitraum von vier Wochen wird die Ortsdurchfahrt durch Hagnau von Grund auf saniert und die Ortsumfahrung von Immenstaad erhält einen neuen, geräuschmindernden Fahrbahnbelag. So lange quält sich der Verkehr der B 31 und B 33 auf der Umleitungsstrecke über Stetten, Ittendorf und Markdorf und auch in Kluftern wird der Verkehr deutlich zunehmen.
Bereits 15 Minuten, nachdem alle Sperrbarrieren und -schilder um 10 Uhr errichtet waren, begann sich der Verkehr in Stetten zu stauen. Zwei Urlauberinnen aus dem Odenwald und Ebingen, die in Stetten Ferien machen, schreien gegen den Verkehrslärm an: „Man hat uns vor der Anreise über die Umleitung informiert, aber dass es so schlimm würde, hatten wir nicht gedacht.“ Während der Verkehr bis Ittendorf noch gemächlich rollte, war in der Senke in Richtung Markdorf teilweise Stillstand angesagt. Ausgelöst durch den Kreisverkehr am Ortseingang von Markdorf und die Ampelanlagen auf der Bundesstraße stockte der Verkehr in Markdorf selber in beiden Richtungen. Befragte Autofahrer zeigten sich erstaunlich gelassen, zwei Geschäftsleuten beklagten den Zeitverlust.
In Richtung Kluftern gab es in den Vormittagsstunden großes Verkehrsaufkommen, aber kein Stau. Und in Hagnau? Nur wenige Automobilisten ignorierten die Absperrungen und fuhren zum Ärger der Bauarbeiter an den Maschinen vorbei, die damit begonnen hatten, die Fahrbahn abzuheben. Am Ortsausgang Richtung Immenstaad waren Mitarbeiter des Hagnauer Bauhofs damit beschäftigt, die Grünanlagen am Straßenrand zu pflegen. „Jetzt können wir den Randbereich ohne Lebensgefahr in Ordnung bringen“, freute sich Bauhofleiter Hermann Berger.
Ein Gastwirt klagte indes „Wir werden über vier normalerweise gute Wochen erhebliche Einbußen haben.“ Es hätten schon Gäste abgesagt und auch zur Messe HamRadio sei das Geschäft durch Stornierungen eingebrochen.
Mitarbeiter des SÜDKURIER fuhren gestern ebenfalls längere Wege. So berichtete Michael Pohl:“Bis zum Ortseingang von Markdorf war kaum Verkehr auf der Strecke. Ab dem Ortschild stockte es.“ Und Michael Schnurr, der eine halbe Stunde später auf derselben Strecke unterwegs war, resümierte: „Der Stau kostete mich neun Minuten und die Umleitung brachte mir eine rund sieben Kilometer längere Fahrstrecke. „Markdorfs Redaktionsleiter Helmar Grupp schrieb: „An der Esso-Tankstelle am B33-Ortseingang in Markdorf wird's eng: Aus Richtung Kluftern kommend stauen sich die Autos, darunter etliche schwere Lkw, zur Kreuzungsampel an der Tankstelle hin. Danach dann in der Ortsdurchfahrt Markdorf stockender Verkehr, auch in der Gegenrichtung. Komplett dicht ist die Ortsdurchfahrt Markdorf zu diesem Zeitpunkt noch nicht, aber es läuft sehr zäh – deutlich zäher als sonst.“
So erleben Autofahrer die Umleitung
Jeanett Ortlepp, 12. Juni, gegen 14 Uhr, von Überlingen nach Immenstaad: Noch vor Meersburg musste ich stehen bleiben, Stau. An Stop and Go ist gar nicht zu denken. 500 Meter fahren, 10 Minuten stehen, wieder 500 Meter fahren, 10 Minuten stehen. Schlimmer geht es gar nicht mehr. Die im Radio vorhergesagte Zeitverzögerung von einer Stunde ist wohl alles andere als real. Der nett gemeinte Rat, einfach ein paar Minuten mehr einzuplanen, ist auch ein großer Witz. Bei über einer Stunde im Stau stehen kann man nicht mehr von ein paar Minuten reden. In zwei Wochen fangen die Sommerferien in einigen Bundesländern an, es wird also noch schlimmer. Ich gehe nicht davon aus, dass sich die Situation in ein paar Tagen bessert. Nicht nur, dass ich mehr Sprit durch den längeren Arbeitsweg benötige, durch ewiges Stop and Go wird zudem viel CO2 in die Luft geblasen.
Jennifer Krebs, 11. Juni, 18.10 Uhr, aus Friedrichshafen nach Immenstaad: Gute 20 bis 25 Minuten benötige ich eigentlich jeden Tag für die Fahrt von Immenstaad nach Friedrichshafen, in den Ferien meist sogar 35 Minuten, wenn nicht sogar etwas länger. Am Montagabend fuhr ich um 18.10 Uhr in Friedrichshafen los. In der Stadt war der übliche Verkehr. Doch kurz vor Manzell kamen mir nur noch ein paar Autos entgegen. Etwas verwirrt war ich über die vielen Schilder vor Immenstaad. Aber als ich daheim mein Auto abstellte, blickte ich auf die Uhr: 18:23 Uhr. 13 Minuten nur. Ein Hoch auf die Baustelle!
Michael Pohl, 11. Juni, 9.10 Uhr, aus Richtung Überlingen nach Friedrichshafen: Bis zum Ortseingang von Markdorf war kaum Verkehr auf der Strecke. Ab dem Ortschild stockte der Verkehr, was dazu führte, dass ich etwa zwölf Minuten im "Stop and Go" bis zum Ortssausgang von Markdorf brauchte. Nach dem Ortsschild ging es ohne Probleme weiter.
Michael Schnurr, 11. Juni, nach 9 Uhr, aus Sipplingen nach Friedrichshafen: Das Stauende lag drei Kilometer vor Markdorf. Knapp zwei Kilometer und neun Minuten später war ich an der Abzweigung nach Immenstaad, ab dort lief es wieder. Fazit: Der Stau kostete mich neun Minuten und die Umleitung brachten mir eine rund sieben Kilometer längere Strecke. Normalerweise benötige ich 40 bis 45 Minuten nach Friedrichshafen, heute dauerte die Fahrt zwischen 9 und 10 Uhr eine Stunde.
Helmar Grupp, 11. Juni, 9.30 Uhr, aus Richtung Ravensburg nach Markdorf: Im Osten nichts Neues: Verkehr wie immer auf der B33 zwischen Oberteuringen und Markdorf, kein Stau, keine Stockungen. Dann aber an der Esso-Tankstelle am B33-Ortseingang in Markdorf, wo die B33 (Ravensburger Straße) auf die Zeppelinstraße aus Richtung Kluftern trifft, wird's eng: Aus Richtung Kluftern kommend stauen sich die Autos, darunter etliche schwere Lkw, zur Kreuzungsampel an der Tankstelle hin. Danach dann in der Ortsdurchfahrt Markdorf stockender Verkehr, auch in der Gegenrichtung. Komplett dicht ist die Ortsdurchfahrt Markdorf zu diesem Zeitpunkt noch nicht, aber es läuft sehr zäh - deutlich zäher als sonst.
Stefanie Nosswitz, 11. Juni, 8.20 Uhr, von Meersburg nach Markdorf: Ich entscheide mich, die Umleitung zu umfahren und biege in Meersburg direkt Richtung Baitenhausen ab. Zwar sind es so ein paar Kilometer mehr, aber die fahre ich lieber, als eventuell im Stau zu stehen. Am Kreisverkehr in Ahausen die erste kritische Stelle: Kommt Verkehr aus Ittendorf? Nein. Die Strecke ist frei. Es geht weiter über Ahausen nach Bermatingen. Auch hier gibt es keine größeren Probleme. Der Verkehr aus Salem kommend ist überschaubar. Am Ortseingang von Markdorf vermute ich das nächste Problem. Hier müsste sich vom Kreisverkehr an der Sparkasse doch ein Rückstau bilden. Doch auch hier habe ich Glück. Ich komme gut durch und bin um 8.40 Uhr an der Redaktion in Markdorf. Hat zwar fünf Minunten länger gedauert, als wenn ich die Bundesstraße fahr, aber das war es wert.
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Ab dem 11. Juni 2012 war die B31 zwischen Meersburg und Immenstaad für rund einen Monat gesperrt. Die Umleitung führte unter anderem über Stetten, Markdorf und Kluftern - und zu langen Staus.
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