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Bermatingen Polonaise bringt in Schwung

10.02.2012
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– „Rucki-Zucki, Rucki-Zucki“ tönte es durch den Bürgersaal – und das stand quasi als Synonym für das Programm beim Seniorenkreis, der Fasnacht feierte, denn ruck-zuck wurde ein Beitrag nach dem anderen geliefert, nachdem sich die Senioren mit Kaffee und Fasnachtskrapfen auf einen lustigen, unbeschwerten Nachmittag eingestimmt hatten.Nur ein Gast sah ziemlich bedröppelt aus – Bürgermeister Martin Rupp: „Das Lustigste an mir heute ist meine Kapp'“, meinte er denn auch zur Begrüßung und begründete sogleich, warum er nicht so gut drauf sei: Er sitzt bei minus 14 Grad im kalten (neuen) Haus und seine nächtliche Mühe, die Heizung wieder zum Laufen zu bringen, war vergeblich: Nur der Werksdienst kann es richten und so musste er sich vorzeitig aus der närrischen Runde – rund 70 Senioren waren gekommen – verabschieden.Dafür kamen andere. Pfarrer Ulrich Hund hatte sich als edler Ritter verkleidet und hatte ein Schwert dabei, „weil es so viel zu kämpfen gibt in Ahausen“. Das erste Gefecht musste er sogleich gegen einen aufsässigen Clown bestehen, der ihn durch die erheiterten Zuschauerreihen jagte – und umgekehrt.

Er stammte aus den Reihen der dienstbaren Geister: Ursel Müller, Gudrun und Ingrid Müller, Karin Orosz, Christa Steuer, Luci Dato und Annemarie Quastorf hatten das Kostüm gewählt, das ihre Grundstimmung widerspiegelte. Launig umsorgten sie die Gäste und ersetzten gesangstechnisch den Tusch, so dass die Auftretenden musikalisch auf die Bühne und wieder hinunter geleitet wurden. Sie legten aber auch einen vielbeklatschten Auftritt hin: Sechs der sieben legten sich dekorativ auf die Bühne und Luci Dato glänzte als Pantomimin zu den Klängen von „Oh mein Papa“.

Während der ritterliche Hund „zu den Senioren/mit abgefror'nen Ohren“ kam und laut über (Un)sinn von Nachtumzügen und gestrichene Gelder für den Straßenbau nachdachte, nahm er gern den von Vorsitzendem Alois Gohm überreichten Wein „wege dem Bild vom Pfarrer Jakob“ als Dankeschön.

Mit Flüssigem bedankte sich Gohm auch bei Büttenrednerin Hilda Brändle für ihren tollen Auftritt, die ihre Erlebnisse als erste und „zweisprachige“ (Hochdeutsch und Dialekt) Fremdenführerin Bermatingens in Reime gepackt hatte, überall nur noch Bären sah und immer wieder – beim tollen Premium- oder schlechten Kindergartenweg feststellte: „Das alles braucht die Welt, drum hond mir dafür au (oder kei) Geld.“ Sie verriet auch: „In Ahause mach ich keine Führung mehr – früher oder später ziehen die alle doher.“

Gezogen hat auch die Polonaise durch den Saal. Der Mix aus Aktivität und Zuschauen gefiel den Senioren, die mitsangen, wenn Johanna Hug und Maria Maaß Lieder mit ihren Handharmonikas anstimmten. Gefallen hatten auch die Aufführungen der Ahauser Kindergartenkinder: Kerstin Freisem und Martina Michl hatten mit den Kleinen – passend zu den Temperaturen – ein Pinguin- und Eisbärensingspiel aufgeführt und die Bermatinger Zunftgarde mit neuem niedlichen Nachwuchs – angeleitet von Laura Jaun und Melanie Uhl – glänzte in Pflicht und Kür.

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