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Bermatingen Ortschaftsrat sagt Ja zu Sendemast

27.10.2010


Bis im Frühjahr haben auch die Ahauser schnelles Internet. Der Ortschaftsrat sprach sich jetzt einstimmig für einen Empfangs- und Sendemast auf dem gemeindeeigenen Gebiet des Regenüberlaufbeckens aus.Die Entscheidung war aufgrund eines Beschlusses in der vorangegangenen Sitzung verschoben worden.

Der ursprüngliche – und aktuelle – Standort gefiel den Mitgliedern nicht. Der Mast mit 20 Metern Höhe trete am Ortseingang zu massiv in Erscheinung und werde von weither schon gesehen. Die Verwaltung sollte weitere mögliche Standorte finden und prüfen. „Wir sehen die Sache als dringlich an, denn uns erreichen bezüglich Internet drei bis fünf Anfragen wöchentlich“, sagte Hauptamtsleiter Matthias Kienle.

Der Hauptamtsleiter erklärte , wie der Mast technisch funktioniert: Ein von Markdorf kommender Funkstrahl, vergleichbar mit einem Laserstrahl, kommt am Ahauser Mast an und wird dort in das Netz der Telekom eingespeist, der Installationsaufwand der Nutzer liege bei Null und es gebe keine Strahlung. Einziger Nachteil gegenüber der verworfenen „Wimax“-Lösung sei die Notwendigkeit eines 20 Meter hohen Masts, denn das Telekommunikationsunternehmen „NeckarCom“ will im Rahmen des interkommunalen Projekts die Signale auch an Ittendorf weiterleiten.

Wegen der fehlenden Sichtverbindung kommt auch der Bereich am Weiher nicht in Frage. Die untersuchten Alternativen sind ebenfalls keine: Obwohl die „NeckarCom“ auf eigene Kosten eine 530 Meter lange Leitung verlegt und sich bei der Herstellung eines 60 Meter langen befahrbaren Wegs bei einem möglichen Standort am Wäldchen engagiert hätte, scheiterte dieses Vorhaben am Veto der Grundstücksbesitzer.

„Auf das Kabel können wir aber nicht warten“, gab Ortsvorsteher Hubert Sträßle zu bedenken. Diese Lösung wolle man zwar nicht aus den Augen verlieren, sagte Kienle, doch er rechne mit der Realisierung erst in fünf bis zehn Jahren. „Je näher der Mast am Ortsrand steht, desto besser, sonst reduziert sich die Übertragungsgeschwindigkeit. Der Richtfunk wird mit 34 Megabyte an den Masten geschossen und NeckarCom garantiert jedem mindestens sechs Megabyte.“ Er sei sich jedoch sicher, dass dies überboten werde. 40 Euro werde eine Internet- und Telefonie-Flatrate kosten, jeder könne aber auch nur Internet bei „NeckarCom“ beantragen und mit dem Telefon bei der Telekom bleiben.

„Wir können eine Diskussion verkürzen, da es keine alternativen Standorte gibt“, meinte Ortschaftsrat Jakob Krimmel. „Schade, dass unsere Bemühungen vom Tisch gefegt sind und die Alternativen an den Grundstückseigentümern scheitern. Aber einen Tod müssen wir sterben“, bedauerte Karl Volz.

So wurde der Standort am Regenüberlaufbecken beschlossen. Nach einem Vergleich von Gitter- und Rohrmasten entschieden sich die Räte für letzteren. Er wird einen Durchmesser von 80 bis 100 Zentimeter haben, er soll grau bleiben und mit einem bereits ausgewachsenen, von der „NeckarCom“ finanzierten Baum verdeckt werden.

Da der Ausschuss für Bauen und Umwelt bei einem Bauwerk über zehn Metern entscheiden muss, wird das in der nächsten Sitzung erfolgen. Kienle hofft, „dass im Frühjahr die Leidenszeit der Ahauser beendet ist“. Allerdings müssen die Bürger vorerst ihre bisherigen Verträge kündigen, denn ausschließlich die „NeckarCom“ kann das schnelle Internet anbieten. Die Telekom, sagte Kienle auf Anfrage von Werner Schmid, habe keine Nutzungsrechte.

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