Mein

Bermatingen Ferienspielstadt öffnet ihre Pforten

08.08.2012
Bermatingen -  Super, so eine Stadtführung: Weil gerade mal wenig los ist, wird der SÜDKURIER von Lisa (8) exklusiv durch die Ferienspielstadt Bärenhausen gelotst, in der seit gestern ein emsiges Treiben herrscht. Sie wartet auch geduldig, bis alle Fragen beantwortet sind, bevor es ins nächste Zelt geht.Überall wird gebastelt, geschrieben, getauscht und gekauft und es geht dieses Jahr außerordentlich ruhig zu, obwohl es mit 80 Kindern etwas mehr Teilnehmer sind als im vergangenen Jahr.

Sie tobten sich beim Batiken unter freiem Himmel gestalterisch aus und färbten T-Shirts mit schönen Mustern (von links): Rosa, Helena und Lisann.  Bild: Keutner

So sehen zufriedene Kinder aus: Die Fahrt mit Konrad Dilger und seinem Traktor-Leiterwagen bis nach Ittendorf und Stetten machte richtig gute Laune.

Service
Artikel drucken  Artikel drucken
  Artikel versenden

  Newsletter
  RSS-Feed


Orgateam-Leiterin Jutta Kienle führt das auf die vielen Erstklässler zurück, die erstmals die Kinderstadt betreten haben und sich dort ihre Bärentatzen verdienen. Damit sind nicht Tatzen gemeint, die Kinder in längst vergangenen Zeiten für Ungezogenheiten verpasst bekamen, sondern die Währung der Ferienspielstadt, die man für die Arbeit an den verschiedenen Stationen erhält.

Und diese Arbeit macht fast ausschließlich Spaß. So sind die Freundinnen Rosa und Lisann, beide 9 Jahre alt, gerade dabei, T-Shirts zu batiken. Sie drehen Schnüre um Stoffstücke und tauchen sie anschließend in Farbe. Nach dem Aufschneiden der Schnüre haben sich durchbrochene Kreise gebildet; ein individuelles Kleidungsstück ist fertig. „Filzen und die Shirts machen am meisten Spaß. Und es sind auch voll nette Helferinnen, wie überall“, sind die Mädchen ganz angetan. Lisann hat ihren Pass verloren, auf dem ihre Arbeit und ihr Lohn vermerkt sind. Doch sie ist zuversichtlich, dass er gefunden wird. Dann kann sie auf der Bank ihre verdienten Tatzen abheben und ihre selbstgebastelten Sachen kaufen.

Schöpferisch im wahrsten Wortsinn geht es an der nächsten Station zu: „Das ist schwierig, weil wir das ganze Wasser auspressen müssen“, meint Jakov (8) und rollt mit dem Rundholz über das nasse Papier: „Das ist nicht so leicht, wie es aussieht“, setzt er nach.

Letztes Jahr noch im Orgateam dabei, heute auf Besuch ist Barbara Raeder. Der Wunderfitz hat sie hergetrieben und: „Ich muss doch schauen, ob die Kinder noch so lieb und fleißig sind wie letztes Jahr.“ Auf jeden Fall nehmen sie ihre Sache ernst, nicht nur beim Basteln. Andly (10) steht lange vor dem Werbeplakaten der Bürgermeister-Kandidaten: Von den neun Acht- bis 11-Jährigen sind zwei Mädchen. Stadtführerin Lisa hat ihren Cousin Elias gewählt, weil sie denkt, er sei sicher ein guter Bürgermeister. Aber Andly schwankt zwischen Leon und Nele. Nele will den Lohn drastisch auf vier Bärentatzen erhöhen, Leon möchte unter anderem, dass man auf dem Gelände herumspringen darf. Für wen sie sich entscheidet, bleibt Wahlgeheimnis. Wäre da nur die Wahlbeteiligung, jeder Bürgermeister der Region würde sich für Bärenhausen aufstellen lassen; sie ist hervorragend!

Viele der Kandidaten wollen die Steuern abschaffen. Manche haben allgemeine, andere ganz klare Vorstellungen, was sie in Bärenhausen ändern würden. Daniel Roth fordert mehr Lohn, keine Steuern und „es gibt keine Strafzettel mehr, man kommt direkt ins Gefängnis“. Elias Kutter (9) meint: „Die Polizisten sollen gerechter werden, Steuern abschaffen und man soll machen können, was man will!“ Ob er sich mit seinen Anarchie-Gedanken durchsetzen kann? Morgen werden unsere Leser mehr erfahren.

zu diesem Artikel sind keine Beiträge vorhanden
Schreiben Sie Ihre Meinung
Überschrift
Text


noch 1000 Zeichen


Informiert bleiben:
Bei jedem neuen Kommentar in dieser Diskussion erhalten Sie automatisch eine Benachrichtigung
Unsere Community-Regeln

Jetzt Newsletter anfordern:
© SÜDKURIER GmbH 2013