Bermatingen Ein Nussbaum ist nicht mehr zu retten
Er hatte die Beseitigung und eine Ersatzpflanzung empfohlen. Der Sachverständige, der die Bäume auf deren Verkehrssicherheit hin überprüft, hatte noch holzzerfressende Pilze entdeckt und wies auf die Gefahr hin, dass die Krone einmal auseinanderbrechen könne. Eine Sanierung sei möglich, wenn man die Krone einkürze, im jetzigen Zustand könne man den Baum jedoch nicht lassen, da er nicht verkehrssicher sei. Auch im Wurzelraum stieß er auf einen anderen holzzersetzenden Pilz, der die Haltewurzeln angreife und den man nicht aufhalten könne. So sei die Standsicherheit gefährdet: „Kurzfristig hat er eine Überlebenschance, aber vom Wirtschaftlichen her gesehen ist das nicht ratsam.“
Anders sieht es beim größeren, imposanten, etwa 70-jährigen Nussbaum aus. Er ist nicht von Pilzen befallen, jedoch wurden abgelöste Rindenpartien am Kronenansatz festgestellt. Nach der Besichtigung mit Roth und einigen Gemeinderäten hatte man sich entschlossen, den Baumfachmann zu Rate zu ziehen. Es könne sein, dass er innen zu faulen beginne, so Pietruschinski, doch bei diesem Baum, der sich über Wohnhaus, Geh- und Radweg breitet, habe er keine Risse gefunden. Durch eine Kronensicherung könne er verkehrssicher gemacht werden. „Über der Garage müsste der Ast nur zurückgeschnitten werden“, ergänzte Ortsbaumeister Anton Gaiser. Rund 1500 Euro brutto würde die Sicherung kosten. Das hielt Bürgermeister Martin Rupp für vertretbar, zumal dieser Betrag nur alle zehn Jahre anfallen würde, viele den Baum vermissen würden und der Baumgutachter die weitere Lebensdauer auf weitere realistische 30 Jahre schätzte.
„Wir pflanzen lieber gleich zwei neue Bäume“, meinte Gemeinderat Karl Volz (CDU). Franz Kutter (FW) sprach sich ebenfalls für eine Fällung aus. „Ich weiß nicht, wieso man an so alten Bäumen hängt. Der nimmt doch kein Kohlendioxid mehr auf. Wir brauchen auch mal wieder junge Bäume. Ich sehe das nicht ein, dass wir so einen Haufen Geld investieren“, meinte Hubert Sträßle (FW), relativierte aber, dass er sich 1500 Euro noch gefallen ließe. „Lieber nachhaltig etwas machen und neu pflanzen“, empfahl Martin Obser. Der Baum habe im Sommer sehr vital ausgesehen, meinte Rupp.
Der Umgang mit dem Baum sei wegen der Widerstandsfähigkeit wichtiger als die Sorte, antwortete der Gutachter Gemeinderat Heiner Bühler (LBU) auf dessen Frage. Man solle in der Nähe keinen Kanal oder Bordstein setzen. Herbert Grau (SPD) erkundigte sich nach Kosten und Praktikabilität, einen schon etwas größeren Baum zu pflanzen. Wegen des Verpflanzungsschocks wachse dieser jedoch erst nach vier bis sechs Jahren und die Kosten liegen zwischen 2500 und 3500 Euro. Schnell war sich das Gremium einig, den kleineren, pilzbefallenen Baum zu fällen. „Der andere wäre das Geld wert“, empfahl Rupp die Maßnahme. Bei fünf Gegenstimmen von Karl Volz, Carola Uhl (beide CDU) sowie Franz Kutter, Hubert Sträßle und Martin Obser (alle FW) wurde das mehrheitlich entschieden.

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