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Singen:  Schadet Schall dem Bohlinger Schatz?

29.08.2012

Bohlingen, malerisch eingebettet zwischen Galgenberg und Schienerberg (hinten). Die Idylle könnte bald durch Windkrafträder beeinträchtigt werden.  Bild: Tesche

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Debatte über Windkraft am Schienerberg. Experten streiten über die Auswirkungen

Die Diskussionen über Standorte von Windkraftanlagen im Hegau gehen in die nächste Runde. Bene Müller, Vorstand der Solarcomplex AG mit Sitz in Singen, reagiert auf eine Darstellung von CDU-Gemeinderatsmitglied Markus König aus Singen-Bohlingen. „Wir sollten uns alle am Rieman reißen und fair miteinander diskutieren“, fordert er, „wenn wir keine Standorte ausweisen, werden private Investoren im Rahmen der Privilegierung von weit her kommen und ohne Rücksicht auf das Landschaftsbild versuchen, ihre Anlagen auf potenzielle Standorte zu errichten.“ Dies sei laut Landesplanungsgesetz möglich, wenn es zu einem Pachtvertrag sowie einer positiven Prüfung des Standorts kommt. Sein Unternehmen aber werde sich nur auf Standorte konzentrieren, wo es wenig Gegenwind der Bevölkerung gibt. „Fakt ist aber auch, dass wir alle unseren Beitrag leisten müssen, das Gesetz gilt überall.“

König wehrt sich gegen eine Anlage am Schienerberg, „da Bohlingens Reiz und Schönheit geprägt wird durch das Zusammenspiel von Wohnort und angrenzendem Naherholungsgebiet am Schienerberg. Diesen Schatz gilt es zu bewahren“. Er stützt sich unter anderem auf Studien des Robert-Koch-Instituts, die zur Vermeidung von Gesundheitsschäden höhere Schutzabstände zwischen Wohngebieten und Windkraftanlagen als die von der Landesregierung benannten 700 Meter fordern – nämlich mindestens 1500 Meter bzw. die zehnfache Gesamtanlagenhöhe. Bei einer Gesamtanlagenhöhe von 190 Metern wären dies 1,9 Kilometer. Mehrfach werde gefordert, einen Schutzabstand von drei Kilometern einzuführen. „Bohlingens Bevölkerung würde sich bei einer Standortausweisung am Schienerberg im Gefahrenbereich befinden, Standorte liegen im Bereich von 1500 bis 2000 Metern“, so König.

Infraschall und tieffrequente Geräusche, die von Windenergieanlagen ausgehen, stellen laut König gesundheitliche Gefahren dar. Infraschall erzeuge Wirkungen durch Resonanzeffekte und unangenehme Empfindungen, die Bluthochdruck, Schwindelgefühle oder Schlafstörungen auslösen könnten. Personen mit Vorbelastungen wie Bluthochdruck, Burn-Out, Herz-Kreislaufproblemen oder Schwindelgefühlen seien durch Infraschall stark gefährdet.

Bene Müller hält dem entgegen: „Mit Infraschall lässt sich leicht Stimmung machen“, sagt er und erklärt: „Infraschall liegt unterhalb des hörbaren Bereiches, er ist physikalisch real, aber nicht vernehmbar. Damit kann man Glaubenskriege führen.“ Er beruft sich auf Stellungnahmen des Deutschen Naturschutzring (DNR) sowie des Bayerischen Landesamtes für Umwelt (LfU) zu Windkraft und Infraschall. „Beide dürften unverdächtig sein, der Windkraftbranche besonders nahe zu stehen oder deren Interessen zu bedienen“, sagt Müller. Der DNR kommt auf das Ergebnis, dass bei einer vorgeschriebenen Mindestentfernung zu Wohngebieten von mindestens 500 Metern keine Belästigung, Beeinträchtigung oder Gefährdung von Personen zu befürchten sei. Das LfU stellt in seiner Reihe Umweltwissen die Frage: Windkraftanlagen – beeinträchtigt Infraschall die Gesundheit? Das Fazit: „Da die von Windkraftanlagen erzeugten Infraschallpegel in der Umgebung deutlich unterhalb der Hör- und Wahrnehmungsgrenzen liegen, können nach heutigem Stand Windkraftanlagen beim Menschen keine schädlichen Infraschallwirkungen hervorrufen. Gesundheitliche Wirkungen von Infraschall (< 20 Hertz) sind erst in solchen Fällen nachgewiesen, in denen die Hör- und Wahrnehmbarkeitsschwelle überschritten wurde. Nachgewiesene Wirkungen von Infraschall unterhalb dieser Schwellen liegen nicht vor.“

Singen
Neutral ist etwas anderes
Warum hat der Deutsche Naturschutzring dann die diese Seite ins Netz gestellt: http://www. mehr ...
Zahlen und Fakten
Mich persönlich würde es freuen wenn bei solchen Diskussionen die Zahlen und Fakten auf den ... mehr ...
Ja Ja Ja... dann doch lieber vor der anderen Haustüre
Ökostrom ist toll, aber nicht auf meinem Schienerberg, Rauhenberg usw. mehr ...
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