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Überlingen 

08.07.2008  .

Bundestag: Markus Müller (CDU) verzichtet auf Kandidatur

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Markus Müller, aussichtsreichster Bewerber für eine Bundestagskandidatur im Wahlkreis Bodensee, hat am Dienstagabend überraschend seinen Verzicht erklärt. In einem Brief an die CDU-Ortsverbände, der dem SÜDKURIER vorliegt, nannte er persönliche Gründe. Dafür ist nun der ehemalige Grünen-Politiker Oswald Metzger im Gespräch.

Er galt bislang als der aussichtsreichste Kandidat für den 19. September, an dem die CDU im neuen Wahlkreis Bodensee einen Bundestagskandidaten wählt: Markus Müller, Vorsitzender der CDU im Bodenseekreis, hätte im Fall seiner Nominierung ein als sicher geltendes Mandat im Bundestag errungen. Der Architekt aus Meckenbeuren erklärte jedoch am Dienstag überraschend seinen Verzicht auf eine Kandidatur. In einer E-Mail an die Vorsitzenden der CDU-Ortsverbände, die dem SÜDKURIER vorliegt, schreibt er: "Durch ein privates Ereignis am Sonntag vor zwei Wochen sehe ich mich gezwungen, mein politisches Engagement zu überdenken und mich klar zwischen den verschiedenen Lebensperspektiven zu entscheiden." Er sei zu der Erkenntnis gelangt, dass er sein Familienleben nicht zugunsten der Politik hintanstellen darf. Seine Konsequenz sei es, auf eine Bewerbung um das Bundestagsmandat zu verzichten. "Meine Entscheidung wird Sie vielleicht enttäuschen", schreibt Markus Müller an seine Parteifreunde. "Ich hoffe aber, dass die Mehrheit meinen Entschluss nachvollziehen kann und mir glaubt, dass mein Verzicht auf die Bewerbung nicht leichten Herzens erfolgt." Markus Müller betont, dass er bei der Suche nach einem Kandidaten mitarbeiten werde. Bisher bewerben sich Christine Kiefer aus Überlingen, Kreisvorsitzende der CDU-Frauenunion, und Lothar Riebsamen, Bürgermeister aus Herdwangen-Schönach.
Ohne deren Namen zu nennen, schreibt Müller in seinem Brief an die CDU-Ortsverbände: "Wir brauchen eine überzeugende Kandidatur für diesen vielfältigen, christlich-konservativ geprägten und unglaublich wirtschaftsstarken, in bundesweiten Vergleichen führenden Bodensee-Wahlkreis. Wir müssen die Bewerbungen an den Themen messen: Sind sie für diesen besonderen Wahlkreis Außerordentliches zu leisten imstande?" Ein weiterer Bewerber könnte Oswald Metzger aus Bad Schussenried heißen. Der frühere Haushaltsexperte der Grünen, der in CDU übertrat, beim Nominierungsparteitag in Biberach vor einer Woche aber scheiterte, scheint im Bodenseekreis neue Hoffnungen zu schöpfen. "Nicht unsympathisch" findet er laut Medienberichten diese Vorstellung. Markus Müller und Oswald Metzger waren gestern für eine Stellungnahme nicht erreichbar. (shi)

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